Mo. Mrz 8th, 2021

Der Fachkräftemangel erreicht die Region Ingolstadt

Gerne brüsten sich die politischen Vertreter unserer Region mit den herausragenden Beschäftigungszahlen und einer Gesamtarbeitslosenquote von unter 3 Prozent und verweisen in diesem Zusammenhang auf den viel geliebten Begriff der „Vollbeschäftigung“.

Rolf Zöllner, Leiter der Agentur für Arbeit Ingolstadt, legt beispielsweise den Fokus darauf, den hohen Fachkräftebedarf zu decken und die noch vorhandenen Potentiale an Arbeitskraft auszuschöpfen. Gleichermaßen bedeutend und zukunftsentscheidend sei die Unterstützung bei der Berufswahl und eine Optimierung des Übergangs junger Menschen von der Schule in den Beruf.

Doch sind diese Maßnahmen bei der Bewältigung des immer stärker ansteigenden Fachkräftemangels nur Tropfen auf den heißen Stein. Denn einerseits ist es höchst erfreulich, dass die Beschäftigungsquote in unserer Region derart hoch ist, andererseits ist der Einsatz von qualifizierten Mitarbeitern oftmals aus Gründen der Quantität unmöglich oder wirtschaftlich nicht umsetzbar.

„Der Fachkräftemangel ist bereits Realität“ titeln die Nürnberger Nachrichten. Allein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) werden Schätzungen zufolge binnen drei Jahren 100.000 Fachkräfte fehlen. Um dem zu begegnen, haben sich unter anderem die EMN, die Bundesagentur für Arbeit (BA), die Industrie- und Handwerkskammern sowie staatliche Stellen in einer „Allianz pro Fachkräfte“ zusammengeschlossen. Um die Fachkräfte-Lücke zu schließen, sei ein Bündel von Maßnahmen nötig. Während etwa Unternehmen durch flexible Arbeitszeiten, familienfreundliche Angebote und maßgeschneiderte Weiterbildungen ihre Attraktivität für Arbeitnehmer erhöhen müssten, sei es Aufgabe der Politik zu signalisieren, dass hierzulande alle willkommen sind.

Atuelle Studie
Vom Fachkräftemangel ist Bayern einer Studie zufolge besonders stark betroffen. Von den im Jahr 2015 fehlenden drei Millionen Fachkräften in Deutschland werden rund 520.000 auf Bayern entfallen.

Das geht aus der Studie „Arbeitslandschaft 2030“ hervor, die die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft Ende 2011 vorstellte. Demnach werden im Jahr 2030 bereits fünf Millionen Fachkräfte in Deutschland fehlen, davon 1,1 Millionen in Bayern.

Die Fachkräftelücke wird in Bayern demnach in fast allen Fachrichtungen größer als auf Bundesebene sein. 2015 werden laut Studie etwa 25.000 Stellen für Ingenieure und Naturwissenschaftler nicht besetzt werden können, bis zum Jahr 2030 sogar über 65.000. Auch Mediziner und Krankenpfleger werden der Erhebung zufolge knapp.

Inwieweit die angeführten Zahlen und Fakten, die sich auf Landesebene bewegen, unsere Region tangieren, kann in den Prognosen nicht zielgenau definiert werden. Jedoch wollen wir von brennessel in den folgenden Ausgaben eine RUBRIK FACHKRÄFTEMARKT erschließen und Artikel wie Informationen zu diesem Thema, komplettiert mit Interviews, Tipps, Anreizen und natürlich auch Stellenanzeigen im Print- wie auch im Online-Bereich unterstützend publizieren.

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