Fr. Mai 7th, 2021

So oder so ähnlich könnte man die Rede von Joachim Gauck, ‚unserem neuen Bundespräsidenten‘, als Headline kommentieren.

Selbst die Linken konnten sich nach den ergreifenden Worten des nun amtierenden Neuen nicht mehr als ewiger Mahner und stets auf dem Sozialparkett befindlichen Nörgelpartei weiter in Szene setzen und stimmte im allgemeinen Chor der Zufriedenen mit ein.

Und ja, Gauck hat mit seiner Rede nicht nur eine Duftspur, sondern eine Marke gesetzt, die uns allen neuen Mut geben sollte. ‚Mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in uns selbst zu setzen…‘ – besser könnte man unsere derzeitige Mutlosigkeit und von Ängsten gezeichnete Gegenwart nicht aufrütteln und zu besserem hin animieren…

Es sind doch gerade die negativen Schlagzeilen der letzten Monate um Eurokrise, Nazi-Morde, Iran-Konflikt, Schiffsunglücke, Russland-Wahlfälschung, Afghanistan-Sackgasse und nicht zuletzt die leidige Bundespräsidenten-Misere, die uns nahezu täglich mit schlechten Gedanken überschütteten.

Gauck mahnt besonnen die soziale Gerechtigkeit in unserem Land an und lobt gleichzeitig den großen Erfolg unserer Solidargesellschaft und das deutsche Demokratiewunder an sich. Er verknüpft einzelne Erfolgsfragmente zu einem großen Ganzen und vergisst dabei nicht, unseren ausländischen Mitbürgern unsere Heimat als die ihre anzubieten, ohne sie mit dem Zeigefinger ständig an unsere ‚Leitkultur-Regeln‘ zu erinnern. Diese positive Aura unserer neuen Nummer 1, wenn auch nur auf dem Papier, tut gut; und setzt vor allem für unser Wirken im Ausland ein Ausrufezeichen.

In diesem Zuge muss aber die Vorgeschichte dieser Präsidentschaft nicht in Vergessenheit geraten, nämlich die leidige Affäre um einen durch Machtspiele der Kanzlerin an den Start geschickten personellen Missgriff, der mit seinen Selbstbereicherungs-Eskapaden innerhalb kürzester unser aller Werte auf den Prüfstand schickte. Dabei vergessen wird leider auch, dass wir diesen Fehler Angela Merkel zu verdanken hatten, die sich anschickte, gegen jede Raison ihr Machtkalkül in alter ‚Kohl-Manier‘ durchzuziehen. Beinahe hätte sie damit Erfolg gehabt, wäre da nicht die ‚Gelbe Gefahr‘ gewesen! Komischerweise, und das ist in Deutschland wohl ein Novum, wird ihr dieser Fehler nicht angekreidet – im Gegenteil – sie steigt sogar in den Umfragewerten. Und das obwohl der Atom-Ein- und Wiederausstieg und die zögernde Haltung und Handlung in der Griechenlandfrage nicht gerade politische Erfolgsgeschichten ihrer Amtszeit waren…

Was uns aber alle glücklich stimmen sollte, ist, dass Joachim Gauck in seiner Rede jeden Einzelnen von uns meinte. Er meinte jeden Bürger unseres Landes und sezierte nicht die Gesellschaft in Arm und Reich in Mächtig und Ohnmächtig, sondern er kreierte wieder den Gedanken unserer Einheit neu – er ruft uns alle auf an ‚Unserem Land‘ mitzuwirken und Mut zu haben – Mut zur Gegenwart und Mut zur Zukunft – und das mit Stolz auf unsere Vergangenheit und Geschichte! – Frohe Ostern – BB

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