Fr. Mrz 5th, 2021

Von allen christlichen Festen wird keinem eine so große Bedeutung beigemessen wie dem Osterfest. Es ist der Mittelpunkt des christlichen Glaubens. An diesem Fest wird der Auferstehung Christi gedacht.

Auf dem Petersplatz im Vatikan drängen sich jedes Jahr am Ostersonntag beinahe eine viertel Million Menschen, um dabei zu sein, wenn der Papst unter freiem Himmel eine Messe liest. Zur Mittagszeit kehrt er dann auf die Loggia der Basilika zurück, um seine Osteransprache zu halten – meist eine Verurteilung der Verletzung der Menschenrechte und des Wettrüstens – und um den Ostersegen zu spenden.

Osterbräuche
Ostern ist in vielen Ländern gleichbedeutend mit Festlichkeit, Freude und Fröhlichkeit. In Deutschland und in den USA hoffen die Kinder, einen Blick vom Osterhasen zu erhaschen und begeben sich auf die Suche nach den buntgefärbten Eiern, die der Hase ihrer Meinung nach gebracht hat. Populär ist in den USA auch das berühmte „Eierrollen“ vor dem Weißen Haus am Ostermontag. Tausende von Kindern lassen Eier den Rasen herunterrollen, der den Sitz des Präsidenten schmückt. Das Rollen symbolisiert vermutlich das Wegrollen des Steines vom Grab Christi. Den Kindern ist das wohl kaum bewusst. Ihnen macht das Eierrollen einfach großen Spaß.

Ursprung
Die Tradition der bunten Ostereier ist fast 1000 Jahre alt. Bereits im 12. Jahrhundert wurden die ovalen Cholesterin-Bomben als heilige Speisen in den Kirchen geweiht. Volkskundler haben herausgefunden, dass Eier während der 40-tägigen Fastenzeit ebenso wie Fleisch und Milchprodukte vom Speisezettel verbannt waren.

So sammelten sich Unmengen von Eiern bis Ostern an und warteten darauf, verzehrt zu werden. Die geweihten Eier galten als Heilsbringer und wurden zur besonderen Kennzeichnung ausschließlich rot gefärbt. Erst ab dem 17. Jahrhundert kamen in Deutschland weitere Farben hinzu. Ganz im Gegensatz zum russisch-orthodoxen Osterfest, das Anfang Mai gefeiert wird. Zum Zeichen für Glück und Wohlergehen werden dort bis heute ausschließlich rote Eier über die Wangen gerieben.

Einzigartige Atmosphäre
Im katholischen Glauben ist die Speisenweihe am Ostersonntag ein beliebter Brauch. Die Gläubigen bringen einen mit Schinken, Eiern, Brot, Salz und einem gebackenen Osterlamm gefüllten Korb mit zum traditionellen Ostergottesdienst. Besonders beliebt aufgrund der einzigartigen Atmosphäre ist dabei die „Osternacht“, die meist schon um 5 Uhr morgens beginnt und aufgrund der Länge des Gottesdienstes den Besuchern schon einiges an „Sitzfleisch“ abverlangt. Daher schmeckt anschließend das „Osterfrühstück“, bei welchem die geweihten Speisen gemeinsam mit der Familie verzehrt werden, dann doppelt so gut. Anschließend gehen die Kinder im Garten auf Ostereier-Suche. Mittags steht dann meistens ein leckerer Braten – evtl. Lamm – auf der Speisekarte.

Kommentar verfassen