Sa. Mai 21st, 2022

Trotz Rekordinflation von 7,8% in Bayern, Brauherren bieten nur 2% Lohnerhöhung!

München – Bei der ersten Verhandlungsrunde zum Abschluss eines neuen Entgelttarifvertrags konnten sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Arbeitgeber auf keinen Abschluss eines neuen Entgelttarifvertrages für die gut 10.000 Brauerei-Beschäftigten im Freistaat Bayern einigen.

Der Tarifvertrag wurde fristgerecht zum 28.02.2022 gekündigt. Die Gewerkschaft NGG fordert eine Erhöhung der Löhne von 6,7% und für die Azubis sollen die Ausbildungsvergütungen um € 80 pro Ausbildungsjahr angehoben werden. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben.

Die erste Verhandlungsrunde hat zu keinem Ergebnis geführt. Nachdem die NGG-Tarifkommission den Arbeitgebern ihre Forderung ausführlich begründet hat, zogen sich die Brauherren zu Beratungen zurück. Nach längeren Beratungen boten die Arbeitgeber der NGG-Tarifkommission lediglich eine Lohnerhöhung von 2,0% an.

„Die bayerischen Brauereien haben ihren Absatz seit 2010 um gut 8% steigern können. Schaut man nur auf das Ergebnis im letzten Jahr stand ein Plus von 2,1% (bundesweit gab es ein Minus von 2,2%, Anm.d.Red.) gegenüber dem ersten Pandemie-Jahr 2020 und die Aufholjagd geht weiter. Bereits im Februar konnte der Gesamtbierabsatz um 12,1% gegenüber dem Vorjahresmonat gesteigert werden. Der Frühling kommt, die Corona-Lage entspannt sich, Lockerungen sind in Kraft, Biergärten und Volksfeste freuen sich auf durstige Gäste.“, so Mustafa Öz, NGG-Landesbezirksvorsitzender und Verhandlungsführer.

„Es ist absolut unverständlich, dass die Arbeitgeber uns heute nur 2,0% angeboten haben. Bei einer Rekordinflation von 7,8% im März brauchen die Beschäftigten dringend ein deutliches Lohnplus.“ so Öz abschließend.

Die nächste Verhandlung findet am 04.05.2022 statt. Die NGG wird bis dahin mit verschiedenen betrieblichen Aktionen auf die Situation der Beschäftigten hinweisen.

Zum Hintergrund: zu Brauer TG gehören u.a.:
Meckatzer Löwenbräu; Aktienbrauerei Kaufbeuren; Allgäuer Brauhaus; Graf Arco; Löwenbrauerei Passau; Kulmbacher Brauerei; Schneider Weisse; Scherdelbräu; Würzburger Hofbräu; Tucher Bräu; Staatliches HB in München; Augustiner Brauerei; Paulaner Brauerei; Spaten-Franziskaner Brauerei; Brauerei Bischofshof; Auerbräu; Hasenbräu; Herzogliches Brauhaus Tegernsee; Hofbräuhaus Freising – Mustafa Öz, Landesbezirksvorsitzender Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

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