Mo. Mrz 1st, 2021

Die warme Frühlingssonne hat einen jeden „aufgewärmt“ und vor die Tür getrieben. An der Donau wächst der Bärlauch und die Vögel besingen den nahenden Sommer. Erster Schatten wird nötig, am besten unter einem Kastanienbaum, mit einer Maß Bier vor der Nase und einer gepflegten Brotzeit im Angebot.

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1539 wurde durch die bayerische Brauordnung festgelegt, dass nur zwischen dem Festtag des heiligen Michael am 29. September und dem Ehrentag des heiligen Georg am 23. April gebraut werden durfte. Im Sommer war das Bierbrauen wegen Brandgefahr verboten. Das größte Problem war, das Bier über den Sommer kühl zu halten. Deshalb wurden Bierkeller angelegt. Es entstanden bspw. in München spezielle Bierkeller. Durch den hohen Grundwasserspiegel konnten diese Keller allerdings nicht tiefer angelegt werden. Im Winter sägten die Brauer deshalb zur Kühlung Eis in Stangen aus den umliegenden Weihern. Gegen die hartnäckige Sonne pflanzten sie schattenspendende Bäume, bevorzugt die Kastanie wegen ihren großen Blättern.

Weil die Brauer ihr Bier direkt an die Bevölkerung verkaufen wollten, stellten sie unter die Kastanienbäume Tische und Bänke und boten ihr kühles Bier an. Viele Wirte liefen Sturm dagegen, da diese meinten, der Verkauf an die Bevölkerung obliege einzig und allein ihnen. Um einer Rebellion vorzugreifen, lenkte der Bayern-König Ludwig I. ein: Er genehmigte den Bierausschank über den Kellern, verfügte aber, dass die Brauer kein Essen verkaufen durften. Wer also seine Maß Bier im Schatten der Bäume genießen wollte, musste seine Brotzeit selbst mitbringen.

Das ist zum Glück heutzutage anders. Heute bekommt der Biergartenbesucher einen Rund-um-Service vom Feinsten. Nebst Brotzeit, Mittagstisch mit z.T. Gegrilltem, einem kleinen Spielplatz, schönem Pflanzen- und Gartenambiente und vielleicht sogar ein bisschen live gespielte Musik…

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