Mi. Jun 12th, 2024

«Augenzeuge Kurt Wyss im Dialog mit Jean Dubuffet»
In der diesjährigen Edition widmet die photo basel dem Basler Fotografen Kurt Wyss (*1936) eine Sonderausstellung und präsentiert mit «Augenzeuge Kurt Wyss im Dialog mit Jean Dubuffet» einen Einblick in eine wichtige Phase seines fotografischen Schaffens.
Kurt Wyss fotografierte den französischen Maler und Bildhauer Jean Dubuffet (1901-1984) erstmals im Jahr 1970, und ihre wunderbare langjährige Zusammenarbeit dauerte bis zu Dubuffets Tod im Jahr 1984 an. Ob bei der Arbeit an einem Modell, vertieft in Gedanken oder umgeben von Zeichnungen – die von Kurt Wyss aufgenommenen Porträts von Jean Dubuffet zeigen den Künstler in der intimen Umgebung seines Ateliers. Wyss‘ Interesse lag nicht darin, den Künstler glorreich neben seinen Werken posierend abzubilden; vielmehr wollte er den Menschen und die Ideen hinter den Arbeiten aufzeigen. Seine Porträts strahlen Intimität und Authentizität aus, während er die Essenz seines Models auf subtile und dennoch kraftvolle Weise einfängt.

Wir freuen uns, dass an der diesjährigen Edition der photo basel gleich drei Basler «Locals» ausgestellt werden.
Die Galerie 94 aus Baden präsentiert Arbeiten von Kostas Maros (*1980) aus der Serie Mythen des Alltags. Zwischen den Ansichten urbaner Landschaften umhüllt vom Schleier einer nächtlichen Stille und tiefen, warmen Grüns umgeben von diffusem Licht, scheint es, als liege ein unausgesprochenes Geheimnis in der Luft. In den fotografischen Arbeiten von Kostas Maros finden sich Indizien wieder, ohne zu wissen nach was gesucht wurde. Etwas Cineastisches haftet den Arbeiten an, obwohl sie allesamt auf Dauer gestellte Augenblicke sind.

Mit einer Soloshow präsentiert Kunstbroker, Goldach die Arbeiten des Basler Fotografen Janik Bürgin (*1994). In seinem Werk zwischen 2019 und 2023 konzentriert er sich auf die Spannung zwischen Malerei und Fotografie. In einer Welt, in der 12 Milliarden Fotos pro Jahr gemacht werden, haben die Menschen klare Vorstellungen davon, was ein Foto darstellen soll und was nicht. Für ihn war es wichtig, die Grenzen der fotografischen Möglichkeiten auszuloten.

Die 1992 in Schaffhausen geborene Künstlerin Chantal Convertini lebt und arbeitet in Basel. In einer Zeit von tiefem persönlichem Schmerz entdeckt Chantal Convertini das Selbstporträt als Ausdrucksform für sich. Sich selbst Modell und zeitgleich Werkzeug zu sein ermöglicht ihr, die Liebe für Körper und Lichtspiele mit ihrem Wunsch, die eigenen Emotionen auszudrücken, zu verbinden. Ein intimer und zeitgleich heilsamer Prozess. Bald darauf führt sie ihr Weg zur analogen Fotografie, die ihr Entschleunigung bringt. Die analoge Fotografie, das Selbstportrait und die Arbeit mit Körper und Licht sind bis heute die stilprägenden Elemente ihres künstlerischen Schaffens.

Weitere Highlights:

Lee-Ann Olwage
The Bridge Gallery, Paris
Lee-Ann Olwage (*1986) ist eine visuelle Künstlerin aus Südafrika, die mit Hilfe des kollaborativen Geschichtenerzählens Themen im Zusammenhang mit Geschlecht und Identität untersucht. Sie interessiert sich für die Verwendung des Mediums Fotografie als eine Form der gemeinsamen Kreation. Mit ihren langfristigen Projekten möchte sie einen Raum schaffen, in dem die Menschen, mit denen sie zusammenarbeitet, eine aktive Rolle bei der Schaffung von Bildern spielen können, die ihrer Meinung nach ihre Geschichten auf eine Art und Weise erzählen, die bejahend und feierlich ist.

Elliott Erwitt
Galerie Esther Woerdehoff, Paris und Genf
Die in Paris und Genf ansässige Galerie Esther Woerdehoff widmet in ihrem Stand an der photo basel eine Hommage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Fotografen Eliott Erwitt (1928–2023). Erwitt war ein amerikanischer Dokumentarfotograf, der Teil der renommierten Agentur Magnum Photos war und als einer der Meister des Mediums gilt. Bekannt für seine ehrlichen und oft humorvollen schwarzweiss Fotografien ist Erwitt für einige der ikonischsten Fotos des 20. Jahrhunderts verantwortlich – darunter Porträts von Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe, Che Guevara und Richard Nixon. Erwitt fotografierte auch die Schönheit und Absurdität des täglichen Lebens. Seine Fotografien sind unterhaltsam und bewegend zugleich, sensibel und prägnant. Der unverwechselbare visuelle Humor des Fotografen spricht sowohl einfache als auch komplizierte Themen auf eine natürliche und direkte Weise an.

Christian Vogt
Fabian & Claude Walter Galerie, Zürich
Der Basler Christian Vogt (*1946) gehört zu jenen Schweizer Fotografen, die die Schweizer Fotografie nach 1968 grundlegend verändert haben. Verloren im Glauben an die Idee der Wahrheit in einem einzigen Bild, begannen die Fotografinnen und Fotografen ihre Versuche, die Grenzen zu durchbrechen, in denen sich die journalistische Reportagefotografie und die emotional distanzierte «Sachfotografie» eingeengt hatten. Sie praktizierten die Fotografie als eigenständiges Bildmedium, das mit eigenen spezifischen Werkzeugen ausgestattet war und Strategien aus Kunst und Literatur entlehnte. Die Fabian & Claude Walter Galerie präsentiert eine Auswahl von Christian Vogts breitem fotografischen Schaffen.

Denis Dailleux
Galerie Peter Sillem, Frankfurt am Main
Die Ägypten-Porträts des vielfach ausgezeichneten französischen Fotografen Denis Dailleux (FRA, 1958) zeichnen sich durch eine einzigartige Hingabe und Empathie aus. Dailleux nähert sich den Menschen und Orten, die er fotografiert, mit großer Diskretion, in der Hoffnung, dass sie sich ihm öffnen mögen, ohne es von ihnen zu erwarten. Das Ergebnis sind malerische, manchmal fast biblisch anmutende Fotografien, die Ort und Zeit transzendieren. Die Galerie Peter Sillem aus Frankfurt am Main präsentiert die Arbeiten der Serie Misr—mon Égypte in einer Soloshow an der photo basel.

Sonja Maria Schobinger
Fabian & Claude Walter Galerie, Zürich
Sonja Maria Schobinger beschäftigt sich seit ihrer Jugend mit der Pflanzenwelt, indem sie diese in Zeichnung und Fotografie festzuhalten versucht. Ihre Arbeiten eröffnen einerseits den Blick auf die ungebändigte Natur, andererseits auf die Schnittstelle zwischen Natur und Kultur. Die Opposition von Natur und Kultur zieht weitere Gegenüberstellungen nach sich, die das Werk bestimmen: Weibliches und Männliches, Unordnung und Ordnung, Analoges und Digitales. Durch gekonnte Inszenierung und eine opulente und fein abgestufte Farbigkeit entfesseln die fotografischen Arbeiten von Sonja Maria Schobinger beim Betrachter zunächst eine unbändige Lust am Schauen und Offenbaren erst auf einen zweiten Blick ihre subtile Brisanz. – Sven Eisenhut-Hug

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photo basel
11. – 16. Juni 2024
Volkshaus Basel, Rebgasse 12-14,
CH-4058 Basel

Öffnungszeiten
Mo, 10. Juni 18 – 21 Uhr vip private view (nur mit Einladung)
Di, 11. bis Sa, 15. Juni 12 – 20 Uhr
So, 16. Juni 12 – 18 Uhr

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