So. Jul 14th, 2024

Popkonferenz „Dialog.Pop“ auf Schloss Alteglofsheim unter Schirmfrauschaft von Claudia RothAlteglofsheim – Über 120 Teilnehmende trafen sich bei der diesjährigen Dialog.Pop, der Fachkonferenz zur Förderung der Popularmusik in Deutschland im Schloss Alteglofsheim, ausgerichtet vom Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy). Die von der Initiative Musik aus Bundesmitteln maßgeblich finanzierte Dialog.Pop wurde, wie letztes Jahr, von der Kulturstaatsministerin Claudia Roth als Schirmfrau begleitet und mit einem digitalen Grußwort eröffnet. Als Co-Förderer sprach ebenfalls der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume ein Grußwort. Verabschiedet wurde bei der Konferenz auch Bernd Schweinar nach über 30-jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer des Verbands für Popkultur in Bayern.

Zwei Tage lang informierte sich Fachpublikum aus ganz Deutschland zu Themen, wie nachhaltige popkulturelle Förderung im ländlichen Raum, neue Formen der Musiker:innenförderung, die Situation der Festivals im ländlichen Raum und Möglichkeiten des kulturpolitischen Arbeitens. Im Abschlussplenum am Mittwoch forderte Pamela Schobeß, die politische Sprecherin der LiveKomm, die Demokratisierung der Förderstrukturen, um der freien Szene das Überleben zu sichern.

Bei der Organisation der Dialog.Pop 2023 legte der VPBy, in Kooperation mit der Initiative Barrierefrei Feiern, dieses Jahr einen seiner Schwerpunkte auf die Soziale Nachhaltigkeit durch eine diversitätsorientiertere Programmplanung und der Einbindung von „Experts mit Behinderung“, um mehr Barrierefreiheit zu ermöglichen und Inklusion zu leben.

Staatsministerin Roth hob in ihrem Eröffnungsstatement hervor: „Die Dialog.Pop hat sich über die Jahre als relevante Plattform für den Austausch und die Vernetzung von Akteur:innen in der Branche etabliert und das ganz abseits von den Metropolen. Sie ist damit ein echtes Best Practice Beispiel für die Infrastrukturförderung der Initiative Musik.“ Auch ging sie auf die organisatorische und inhaltliche Ausrichtung des Konferenzprogramms ein: „Mich freut besonders, dass sie auf der Konferenz in diesem Jahr einen starken Fokus auf soziale Nachhaltigkeit legen. Dass sie sich mit Themen wie Diversität, Inklusion und Gleichstellung beschäftigen und gleichzeitig Möglichkeiten aufzeigen, wie die Popmusikszene in Deutschland jeweils beitragen kann.“

Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume resümierte in seiner Grußbotschaft: „Pop- und Rockmusik in Bayern ohne Bernd Schweinar eigentlich undenkbar. Doch werden wir uns daran gewöhnen müssen […] Es ist das Ende einer Ära. Wir haben große Krisen gemeistert. Wir waren gemeinsam unterwegs denjenigen zu helfen, die Hilfe brauchen. Sie waren nicht nur unser bayerischer Pop- und Rockintendant, sie waren auch Gesprächstherapeut der Freien Szene, sie waren Mediator in Richtung der Politik, haben auf beiden Seiten höchsten Respekt genossen, genießen den weiter.“

Der scheidende Geschäftsführer Bernd Schweinar appellierte in seinem Abschlussstatement: „Die Großen schlucken die Kleinen? Einzelne Politikebenen laufen Gefahr relevante Kulturbereiche und Themen in Punkto Relevanz schon wieder nach hinten zu schieben? Auch Publikum – zwischen teuren Megaevents und knapper Kasse für Clubshows – hat Bedarfe. Der Schuh zwickt vielfach. Aber nur gemeinsam können wir an Lösungen wirken!“

Tina Sikorski, Geschäftsführerin der Initiative Musik gGmbH, betonte in Hinblick auf die bevorstehende Konferenz: „Ich bin mir sicher, dass es intensive Diskussionen geben wird, dass voneinander gelernt werden wird und dass am Ende der Konferenz zahlreiche neue Ideen und Ansätze für die Förderung von Popularmusik in Deutschland gefunden werden. Wir als Initiative Musik sind froh, dass die Dialog.Pop im Rahmen unserer Infrastrukturförderung auch in diesem Jahr mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien unterstützt werden kann.“

Mit dabei als Speaker:innen waren unter anderem MdB Erhard Grundl (Bündnis 90 / Die Grünen), MdB Dr. Carolin Wagner (SPD), Johanna Stark (Sprecherin AK Festivalkombinat), Nelly Welskop (3000 Grad Festival, Bundesstiftung LiveKultur), Bernd Schweinar (VPBy), Johannes Jacobi (Höme), Stephen Willaredt (Veranstaltungstechniker), Anna Groß (MaLisa Stiftung), Sina-Mareike Schulte (Musikland Niedersachsen), Johanna Krins (Hörfilmautorin und Musikerin), Angela Thar (Kulturamt Sulzbach-Rosenberg), Robert Schulz, Christiane Müller, Susann Pfarr und Boris Paillard (Initiative Musik), Markus Graf (BV Pop, pop rlp), Beate Dietrich (VUT), Julia Frank (Wizard Promotions), Katja Lucker (Musicboard Berlin), David Boppert (VDMK), Leandra Preißler (Vorstand Music Women* Germany), Karsten Schölermann und Anna Blaich (Bundesstiftung LiveKultur), David Lodhi (VPBy, Nürnberg Pop), Pamela Schobeß und Axel Ballreich (LiveKomm), Kim Manke (VPLT), Bernhard Chapligin (Concertbüro Franken), Hanna Mauksch (Zukunft feiern!, Clubliebe), Sarah Bergmann (Act Aware e.V.), u.v.m. – Alisa Weixelbaum, Verband für Popkultur in Bayern eV

Kommentar verfassen