Sa. Jul 13th, 2024

Gegen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch – Freistaat startet neue Kampagne: Spezielle Website und Flyer – Verstärkte Präventionsmaßnahmen der Polizei an SchulenMünchen – Das bayerische Innenministerium hat gemeinsam mit dem Justizministerium, Kultusministerium, Sozialministerium und Digitalministerium eine neue Kampagne gegen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch gestartet. Ab heute ist dazu eine spezielle Website unter www.bayern-schützt-kinder.de online, die Hilfs- und Beratungsangebote für Betroffene sowie allgemeine Informationen zu Gefahren und strafrechtlichen Risiken im Internet beziehungsweise beim Umgang mit sozialen Medien beinhaltet. Zudem gibt es einen neuen Flyer, der sich gezielt an Erziehungsberechtigte wendet und konkrete Hinweise gibt, was zu tun ist, wenn kinder- und jugendpornographische Inhalte auf den Smartphones der eigenen Kinder festgestellt werden. Flankierend wird die Bayerische Polizei im Juli die Präventionsmaßnahmen an den Schulen nochmals verstärken, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern für die Gefahren von Kinderpornographie auf Smartphones zu sensibilisieren.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete die Entwicklung der Fallzahlen im Bereich der Kinderpornographie als erschreckend. 2022 registrierte die Kriminalstatistik in Bayern mit 1.390 Fällen einen Anstieg um mehr als ein Viertel im Vergleich zu 2021, im Vergleich zu 2019 sogar um mehr als 270 Prozent. Ein Problem laut Herrmann: „Immer mehr Kinder und Jugendliche schicken sich über ihre Smartphones gegenseitig kinderpornographische Inhalte, oft unwissend, dass das strafbar ist. Zudem steht hinter den kinderpornographischen Bildern in den allermeisten Fällen ein schrecklicher Missbrauch. Umso wichtiger ist unsere neue Kampagne!“

Justizminister Georg Eisenreich: „Der Schutz von Kindern hat in der bayerischen Justiz höchste Priorität. Das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und unsere Staatsanwaltschaften arbeiten mit größtem Einsatz daran, dass sexueller Missbrauch von Kindern hart bestraft werden kann. Gleichzeitig werden unsere Staatsanwältinnen und Staatsanwälte immer häufiger auch mit kinderpornographischen Inhalten auf Schülerhandys konfrontiert. Dabei sind sich Jugendliche oft gar nicht bewusst, wie schnell sie sich strafbar machen können und was die Folgen sind. Wir wollen sie vor Straftaten und Strafverfahren schützen. Deshalb haben wir bereits im April 2021 gemeinsam mit dem Kultusministerium die preisgekrönte Aufklärungskampagne ‚Mach dein Handy nicht zur Waffe‘ entwickelt.“ Die Kampagnenwebseite www.machdeinhandynichtzurwaffe.de ist schnell über die Webseite www.bayern-schützt-kinder.de sowie über einen QR-Code auf dem neuen Flyer erreichbar. Am 5. Juli 2023 wird die Kampagne den Schülerinnen und Schülern im Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching vorgestellt.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo: „Die bayerischen Schulen sollen auch als Schutzraum vor sexualisierter Gewalt dienen. Zur Prävention gehört dabei ein sensibler und umsichtiger Umgang mit Medien und Inhalten, die möglicherweise unbedacht durch das Teilen in Chats verbreitet werden. Daher sind unsere Schulen auch ein wichtiger Ort der Medienbildung: Die Schülerinnen und Schüler benötigen entsprechende Kompetenzen und einen inneren Kompass, um sich souverän in der digitalen Welt bewegen zu können. Die Lehrkräfte vermitteln deswegen, wie Medienangebote funktionieren und welche Umgangsregeln, ethisch-moralische Prinzipien sowie Persönlichkeitsrechte bei digitaler Interaktion beachtet werden müssen. Durch gezielte Aufklärung und Sensibilisierung leisten unsere Schulen so einen wichtigen Beitrag, um die Verbreitung von grenzüberschreitendem Material auf Smartphones zu verhindern.“

Sozialministerin Ulrike Scharf: „Kinderschutz hat für mich oberste Priorität! Sie brauchen unseren größtmöglichen Schutz! Wir müssen durch gezielte Präventionsmaßnahmen verhindern, dass es zu Missbrauch kommt. Unsere neue Kampagne gegen Kinderpornographie und Kindesmissbrauch ist wichtig, um Eltern gezielt zu sensibilisieren und Unterstützungsangebote aufzuzeigen.“

Digitalministerin Judith Gerlach: „Die aktuelle Kampagne zeigt die Bedeutung von Prävention und Aufklärung. Wir kommen nur weiter, wenn wir unsere Kinder und Jugendlichen zu einem selbstbestimmten Umgang mit dem Internet befähigen. Genau hier setzen wir im Digitalministerium an: Mit unserer Medienkompetenz-App „Wo ist Goldi?“ lernen Kinder im Grundschulalter, wie sie mit den Gefahren von Internet-Mobbing und Cybergrooming umgehen sollten. Gemeinsam mit dem Innenministerium klären wir Jugendliche mit der Kampagne „Dein Smartphone, Deine Entscheidung“ über die möglichen negativen Konsequenzen von Kommunikation in Chat-Groups oder der Veröffentlichung von persönlichen Fotos auf.“ – Oliver Platzer, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration

Kommentar verfassen