Di. Sep 28th, 2021

1. Bürgermeister Thomas Hümbs

Wie war das Jahr 2009?
Arbeitsmäßig war es für mich ein ziemlich hartes Jahr. Das schon seit längerer Zeit geplante Gewerbegebiet ist in der Umsetzungsphase. Die Erschließung ist bereits erfolgt; Kanal und größtenteils auch die Straße sind gebaut. Wir gehen davon aus, dass wir diese Maßnahme 2010 abschließen und die Erschließungskosten dann umlegen können. Wir haben dann eine Gewerbefläche von 9 Hektar netto. Die Einliegergrundstücke sind alle in Privatbesitz, zum Teil von Gewerbebetrieben, die hier in Langenmosen schon ansässig sind. Die Gemeinde hat für die Umlegungskosten wie Stellung der Ausgleichsflächen, Planung etc. kein Geld sondern Gewerbeflächen erhalten, sodass die Gemeinde selbst nun auch im Besitz von 1 ha eigener Gewerbefläche ist. Wir haben gesunde, fleißige Handwerks- und Gewerbebetriebe und hoffen, dass es den Leuten weiterhin so gut geht. Denn wenn es denen gut geht, geht es uns als Gemeinde auch gut.

Es wurde auch kräftig in eine hochmoderne Kläranlage investiert?
Das ist eine Investition in die Zukunft, auf jeden Fall für die nächsten 20 – 30 Jahre. Sie ist ausgelegt auf 2.300 Einwohner, Langenmosen hat derzeit1500 Einwohner, Tendenz steigend. Die Abrechnung ist auch schon erfolgt und die Leute haben ihre Bescheide bekommen. Die Bürger mussten tief in die Tasche greifen, weil alles umgelegt werden musste. Aber die Leute wussten, was auf sie zukommt, da sie vorab von uns informiert wurden. Dieses Projekt ist nun abgeschlossen. Bei der Planung zur Erneuerung von Teilstücken des Abwasserkanals sind wir auch weiter gekommen. Zur Zeit wird die St. Andreas-Straße überplant. Ebenfalls in die Planung mit aufgenommen wurden die Hochwasserprobleme im Bereich Launergraben bis runter zur Kläranlage. Das wird wohl in den nächsten Jahren spruchreif sein. Wir mussten wegen der Wirtschaftskrise, die sich finanziell nun auch auf die Kommunen auswirkt, ein bisschen auf die Bremse treten.

Langenmosen ist doch eine umsatz- und steuerkräftige Gemeinde oder?
Das ist richtig. Das macht sich dann gewaltig bemerkbar, wenn man den Kreishaushalt und die Kreisumlage anschaut. Wir waren vor zwei Jahren bei knapp 1 Mio Euro Gewerbesteuereinnahmen. Das bedeutet für 2010: Wir müssen einen wahnsinnig hohen Betrag an Umlage bezahlen und unsere Einkommen wie Beteiligung an der Einkommenssteuer, Mittelzuweisungen etc. sinken aufgrund unserer Gewerbesteuerkraft, was ja im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs auch in Ordnung ist. Wenn es einer Gemeinde schlecht geht, dann bekommt sie etwas und wenn es ihr ein bisschen besser geht, muss sie dafür zahlen. Wir sind also in der “glücklichen Lage”, dass wir bezahlen dürfen. Wir müssen zwar kräftig abgeben, aber Im Schnitt bleibt ja mehr, als wenn wir keine oder wenig Einnahmen hätten.

Wie hoch ist die Pro-Kopf-Verschuldung?
Sie liegt bei ca. 330 Euro und ist so in Ordnung, wenn man den bayerischen Landesdurchschnitt zum Vergleich hernimmt, der bei rund 700 Euro liegt. Durch die Finanzkrise wird dieser noch ein gutes Stück steigen, denn es gibt Kommunen, vor allem solche, die auf ihre Industrie angewiesen sind, bei denen es 2010 schon gewaltige Einbrüche geben wird und ich befürchte noch mehr in den Folgejahren.

Wie sieht es im Bereich Schule aus?
2008 haben wir ja unsere Schulsanierung mit einem Investitionenvolumen von 800.000 Euro abgeschlossen. Da wir 2002 auch unseren Kindergarten 2002 voll saniert haben, können Sie davon ausgehen, dass diese gemeindlichen Infrastrukturen im Topzustand sind.

Die Schule bleibt also weiterhin in Langenmosen?
Die Grundschule ja, die Hauptschule haben wir schon lange nicht mehr. Und die Teilhauptschule, also Klasse 5 + 6, haben wir ja in den letzten Jahren nach Schrobenhausen verloren.

Was haben Sie für 2010 vor?
Als erstes muss unser Gewerbegebiet abgeschlossen werden. Die Ausgleichsflächen müssen noch fertig gestellt werden etc. Wir sind also noch mitten drin, auch wenn wir die Baumaßnahme fast erledigt haben. Auch die ganze Abwicklung kommt erst noch. Dann planen wir einen Radwegbau von Eppertshofen nach Langenmosen und in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt – da sind wir aber Gott sei Dank nicht Zahler und auch nicht Planer – den Radweg von Ludwigsmoos nach Langenmosen. 2010 wollen wir auch einen Antrag stellen für einen Radweg entlang der Kreisstraße ND 14 Richtung Sandizell. Und wenn der fertig ist, ist Langenmosen aus allen vier Himmelsrichtungen per Radweg erreichbar. Das halte ich für eine ganz tolle Sache, denn es ist sehr wichtig, dass die Radfahrer von der Straße weg sind. Wenn wir mit der Fertigstellung des Gewerbegebiets, dem Radwegebau und der Planung der noch notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Kanalsystem weitermachen, dann sind wir für 2010 wieder voll eingedeckt.

Und wenn Sie es 2010 nicht schaffen, dann eben 2011 oder?
Also ich bin da schon etwas ehrgeizig. 2014 läuft meine Amtszeit ab.

Und dann wollen Sie alles fertig haben?
Man wird nie fertig! Denn wenn man vorne fertig ist, geht’s hinten wieder los.

Sie sind ja noch jung und könnten eine Amtsperiode dran hängen oder?
Ich werde 64 Jahre alt und war dann 30 Jahre im öffentlichen Ehrenamt, davon 9 Jahre lang als zweiter und 15 Jahre lang als 1. Bürgermeister. Und ich sage Ihnen: Das reicht! Ich bin hauptberuflich als Polizeibeamter ?????? Stunden pro Woche tätig. Ich beschwere mich nicht, weil ich mir den Bürgermeister-Schuh selber angezogen habe. Aber nach 15 Jahren Bürgermeisterjob zusätzlich zum Beruf – da reicht es bis unter die Hutkrempe. Das sag ich Ihnen! Man ist total ausgelaugt. Und ich will das nicht. Ich will auch leben! Ich hoffe, dass ich dann auch als Polizeibeamter in Pension gehen kann. Dann kommt eine andere Lebensphase – so Gott will!

Was wünschen Sie sich für die Gemeinde für das Jahr 2010?
Ich wünsche mir nur, dass die Leute zufrieden sein können, mit dem was sie erreichen. Im Packerl “Zufriedenheit” ist eigentlich alles drin. Sicherlich wird über den einen oder anderen ein Gemisch aus Freude und Leid kommen – mit dem müssen wir leben. Ich hoffe, dass unsere Bürger soweit wie möglich von Leid und Krankheit verschont bleiben. Und Ihnen und Ihrer Zeitschrift wünsche ich, dass Sie so weiter machen können wie bisher. Die Brennessel ist ein interessantes Blatt und ich weiß auch, dass unsere Bürger es gerne lesen.

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