Relevanz eines leistungsfähigen Immunsystems
Neuburg – Die Bedeutung eines funktionierenden Immunsystems ist spätestens seit der COVID 19-Pandemie verstärkt in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt.
Das Immunsystem stellt ein komplexes Netzwerk aus Zellen, Geweben und Signalstoffen dar, das den Organismus kontinuierlich vor pathogenen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien und Pilzen schützt. Seine Leistungsfähigkeit kann jedoch durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden, darunter höheres Lebensalter, chronische Erkrankungen, psychischer oder physischer Stress sowie eine ungesunde Lebensweise.
Gerade für ältere oder Personen, die viel mit anderen Menschen zu tun haben oder selbst chronisch krank sind, ist die jährliche Grippeimpfung sinnvoll. Da sich Grippeviren sehr schnell verändern, ist es ratsam sich jährlich mit einem an aktuelle Virenstämme angepassten Impfstoff immunisieren zu lassen. Die Grippeimpfung ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Gegen Grippe können Ärzte, aber inzwischen auch Apotheken impfen. Eine echte Influenza ist nämlich kein Zuckerschlecken: Im letzten Jahr haben sich laut Robert-Koch-Institut alleine in Deutschland knapp 400.000 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert!
Evidenzbasierte Maßnahmen zur Unterstützung der allgemeinen Immunfunktion
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Lebensstilfaktoren einen relevanten Einfluss auf die Immunantwort haben. Zu den zentralen Empfehlungen zählen:
– Ausreichende Flüssigkeitszufuhr:
optimal wären 2–3 Liter pro Tag, vorzugsweise mineralstoffreiches Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Eine gute Flüssigkeitsversorgung unterstützt Stoffwechselprozesse und stärkt die Schleimhautbarrieren.
– Bedarfsgerechte Versorgung mit Mikronährstoffen:
Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für fast alle Körperfunktionen, insbesondere aber für das Immunsystem. Leider versorgt uns auch gesundes Essen nicht mehr immer mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Daher ist eine zusätzliche Einnahme wichtiger Mikronährstoffe oft sinnvoll. Wer es genau wissen will, kann seinen Mikronährstoffstatus beim Arzt bestimmen lassen und ganz gezielt Defizite ausgleichen.
– Regelmäßiger, qualitativ hochwertiger Schlaf:
6–8 Stunden pro Nacht fördern nicht nur die Regeneration, sondern modulieren auch wichtige immunologische Signalwege. Neuen Studien zufolge ist gesunder Schlaf sogar wichtiger als Sport! Das soll natürlich nicht heißen, dass Sport unnötig ist!
– Körperliche Aktivität:
Moderates Ausdauertraining an der frischen Luft (3–4 Einheiten pro Woche) wirkt immunstärkend und reduziert entzündliche Prozesse. Außerdem steigert Sport natürlich auch die allgemeine Ausdauer und die körperliche und psychische Belastbarkeit.
– Kaltreize und thermische Reize:
Maßnahmen wie Wechselduschen oder Saunagänge können die unspezifische Immunabwehr stimulieren.
– Stressmanagement:
Stress schadet dem Immunsystem. Entspannungstechniken wie Yoga oder Atemübungen sowie ein stabiles soziales Umfeld tragen zur Reduktion chronischer Stressbelastung bei, die das Immunsystem nachweislich schwächen kann.
– Vermeidung von Schadstoffen:
Der Verzicht auf Nikotin und ein maßvoller Umgang mit Alkohol sind essenziell, da beide Substanzen immunhemmende Effekte besitzen.
Gezielte Unterstützung durch hochwertige Präparate
Insbesondere in der Wintersaison kann eine ergänzende Einnahme hochwertiger Präparate sinnvoll sein. Eine individuelle Beratung in der Apotheke ermöglicht die Auswahl geeigneter Mikronährstoffkombinationen zur präventiven Unterstützung der Immunfunktion. Bei ersten Anzeichen einer Infektion – etwa Kratzen im Hals – können bestimmte pflanzliche Arzneimittel die Aktivität der körpereigenen Abwehrmechanismen fördern. Bei bereits auftretenden Erkältungssymptomen stehen viele therapeutische Optionen zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Beschwerden lindern können. Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, muss allerdings einige Wechselwirkungen beachten. Eine gute Beratung in der Apotheke ist auch hier essentiell.
Hinweis zur ärztlichen Abklärung
Sollten grippeähnliche Symptome trotz adäquater Maßnahmen bestehen oder sich verschlimmern, ist eine ärztliche Untersuchung dringend zu empfehlen. Gefärbter Schleim, hohes Fieber oder starke Abgeschlagenheit sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte bei Erkältungssymptomen grundsätzlich frühzeitig medizinischer Rat eingeholt werden. – Dominik Weigl, Apotheker
