Sa.. März 14th, 2026

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin fördert Forschungsoffensive in Kempten mit rund 4,5 Millionen Euro

München – Bayern bringt verstärkt die Digitalisierung in den Pflegealltag. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach am Dienstag anlässlich der Förderung der „Bayerischen Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec)“ mit rund 4,5 Millionen Euro hingewiesen.

Die Ministerin betonte: „Wir wollen die digitale Transformation in der Pflege am Bedarf orientiert und praxisnah gestalten! Deshalb hat die Bayerische Staatsregierung die HighCare Agenda verabschiedet und bringt mit einer deutschlandweit einzigartigen Investition von rund 31 Millionen Euro bis 2028 die Digitalisierung in der Pflege voran. Rund 4,5 Millionen Euro davon fließen in die Forschungsinitiative in Kempten.“

Gerlach erläuterte: „Bayern verfügt bereits über eine außerordentlich vielfältige und dynamische Forschungslandschaft im Bereich pflegebezogener Technologien. FiPtec baut die strategische Bündelung, Koordinierung und Weiterentwicklung dieser Aktivitäten aus. Die Initiative schafft für ganz Bayern eine interdisziplinäre Plattform, um Wissen aus Forschung, Entwicklung und Praxis für die Pflege zusammenzubringen. Damit überwinden wir Silos – und schaffen Verbindung.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Die FiPtec wird im Verbund mit allen bayerischen Hochschulen und Universitäten mit pflegewissenschaftlicher Ausrichtung eine Forschungsoffensive zur ‘guten Pflege für morgen’ starten. Wir wollen damit das Wissen über Technologien in der Pflege verbessern, entsprechende Forschung koordinieren und dafür sorgen, dass die Ergebnisse der Forschung auch in der pflegerischen Praxis ankommen.“

Gerlach unterstrich: „Das Kompetenzcluster für innovative Pflege (KiPf) in Bad Kissingen ergänzt dabei gezielt die Überführung der Ergebnisse der FiPtec in die Pflegepraxis. KiPf wird bereits seit letztem Herbst vom Freistaat mit rund 4,4 Millionen gefördert. Dieser enge Schulterschluss zwischen Forschung und Anwendung ist ein Kernmerkmal unserer HighCare Agenda – und er ist die Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg bei der Digitalisierung in der Pflege.“

Die Ministerin ergänzte: „FiPtec führt auch eigene Forschungsprojekte durch, unter anderem eine Fortbildungsoffensive für Pflegekräfte zu Pflege-Technik-Experten. Darüber hinaus will sie sogenannte Reifegradmodelle entwickeln, anhand derer jede Pflegeeinrichtung feststellen kann, wie weit sie bei der Digitalisierung vorangekommen ist. FiPtec untersucht zudem, welche Hindernisse es noch für die Einführung weiterer digitaler Technologien gibt. Dies ist von unschätzbarem Wert, denn viele gute technische Lösungen scheitern nicht an der Technik – sondern weil sie nicht zu Organisation, Qualifikation oder Kultur passen.“

Gerlach betonte zudem: „Mit der FiPtec investieren wir nicht nur in Forschung, sondern auch in die Zukunft der Pflege in Bayern. Wir stärken den Wissenschaftsstandort, wir fördern Innovation und wir unterstützen Pflegefachpersonen in ihrem anspruchsvollen Berufsalltag. Vor allem aber senden wir eine klare Botschaft: Digitalisierung in der Pflege muss den Menschen dienen – nicht umgekehrt.“

Die „Bayerische Forschungsinitiative Pflegetechnik“ ist beim Bayerischen Zentrum Pflege Digital an der Hochschule Kempten im Allgäu eingerichtet. FiPtec wird für eine Projektlaufzeit von knapp vier Jahren bis zum 31.08.2029 durchgeführt. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

Kommentar verfassen