Di. Mai 21st, 2024

Bayerns Gesundheitsministerin: Krankenhausplanungsausschuss gab grünes Licht für strukturelle Verbesserungen

München – Die Krankenhausversorgung in Bayern wird weiter gestärkt. Der Krankenhausplanungsausschuss (KPA) gab am Dienstagabend in München grünes Licht für wichtige strukturelle Verbesserungen, wie Bayerns Gesundheitsministerin und Vorsitzende des Krankenhausplanungsausschusses Judith Gerlach am Mittwoch mitteilte: „Die hervorragend aufgestellte stationäre Versorgung in Bayern ist einer der Eckpfeiler der hohen Lebensqualität im Freistaat. Wir setzen alles daran, diese zu erhalten und fortzuentwickeln.“

Gerlach betonte: „Die Reformpläne der Bundesregierung sorgen bei vielen Mitarbeitenden der Kliniken für Verunsicherung. Dabei brauchen die Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte gerade nach der belastenden Corona-Pandemie und mit Blick auf den Fachkräftemangel eine verlässliche Perspektive. Wir dürfen diejenigen, die sich tagtäglich für Kranke und Schwache einsetzen, nicht im Regen stehen lassen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach muss endlich akzeptieren: Es braucht eine Reform, die alle Beteiligten mitnimmt und nicht verschiedene Akteure gegeneinander ausspielt.“

Die Ministerin ergänzte: „Wir setzen daher den Ausbau sinnvoller Krankenhausstrukturen bedarfsgerecht fort. Mit den getroffenen Beschlüssen haben wir die stationären Angebote verstärkt und tragen damit der Nachfrage der bayerischen Patientinnen und Patienten Rechnung. Die hervorragende Arbeit der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeitenden verdient großen Respekt und Anerkennung.“

Durch die Beschlüsse des KPA werden bei einigen somatischen Krankenhäusern die Grundlagen für bauliche Anpassungen gelegt sowie mancherorts die Kapazitäten erweitert. Neben Bedarfsfeststellungen für Baumaßnahmen am Klinikum Kempten, Klinikum Neumarkt, Klinikum St. Marien Amberg, Leopoldina Krankenhaus der Stadt Schweinfurt, Klinikum Fichtelgebirge Marktredwitz, Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg, an der Kreisklinik Wörth a. d. Donau sowie an der Klinik Neustadt an der Aisch stimmte der Krankenhausplanungsausschuss für eine Aufnahme der Fachrichtung Neurologie am Sana Kliniken – Krankenhaus Cham und am Krankenhaus Martha Maria Nürnberg, der Fachrichtung Strahlentherapie am Klinikum Landshut, der Fachrichtung Neurochirurgie an der München Klinik Harlaching, der Fachrichtung Kinder- und Jugendmedizin am Krankenhaus Agatharied und einer Dermatologischen Tagesklinik am Klinikum Bayreuth in den Krankenhausplan des Freistaats Bayern.

Zudem wurde das Angebot schmerztherapeutischer Angebote weiterentwickelt. Die teilstationären Angebote der München Klinik Neuperlach und der München Klinik Harlaching werden am Standort Harlaching konzentriert. Die Mitglieder genehmigten weiterhin die Verlagerung der Schmerztagesklink der Schön Klinik Bad Aibling an die Schön Klinik Vogtareuth.

Weiterhin stimmten die Mitglieder für Maßnahmen zur Leistungskonzentration am HELIOS St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen und für die Anerkennung der Kliniken Weiden und Tirschenreuth als ein Krankenhaus im Rechtssinn. Der KPA beschloss die Überführung der bisherigen Vertragsbetten der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn in den Krankenhausplan. Damit verbunden wurden die Aufnahme der Fachrichtung Innere Medizin sowie zusätzliche acht Betten genehmigt. Zudem stimmten die Teilnehmer für eine Erweiterung der Passauer Wolf Bad Gögging – Klinik für Neurologie um 15 Betten.

Außerdem hat der KPA den Weg frei gemacht für die Erteilung von Versorgungsaufträgen an das RoMed Klinikum Rosenheim, die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik in Murnau, das Barmherzige Brüder Klinikum St. Elisabeth Straubing, das REGIOMED Klinikum Coburg sowie das Klinikum Kulmbach als sogenannte Thrombektomie-Standorte.

Bayern setzt damit seine Anstrengungen zur weiteren Optimierung der akutstationären Schlaganfallversorgung konsequent fort: Der KPA hatte bereits im Mai vergangenen Jahres die Grundsatzentscheidung getroffen, dass die strukturell, apparativ und personell besonders anspruchsvollen katheterbasierten interventionellen Behandlungen des Schlaganfalls bei Verschluss größerer Hirnarterien (sogenannten mechanischen Thrombektomien) ab Juli 2024 grundsätzlich nur noch an Thrombektomie-Standorten erbracht werden dürfen, die gewisse Mindeststandards erfüllen. Unter Berücksichtigung der heutigen Entscheidungen stehen in Bayern damit insgesamt 32 Thrombektomie-Standorte zur Verfügung.

Wie auch in den vergangenen Jahren wächst der Bereich der Versorgungsangebote in der Psychosomatik weiterhin stetig an. So erhalten die Schön Klinik Berchtesgadener Land 19 und das Kreiskrankenhaus Wegscheid acht zusätzliche Betten in dieser Fachrichtung.

Die Weichen für den weiteren Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung in Bayern werden durch die Bedarfsfeststellung einer Palliativstation an der Klinik Eichstätt mit sechs Betten gestellt. Bayern verfügt aktuell über 55 Palliativstationen mit 516 Betten und 76 Palliativdiensten an Krankenhäusern.

Mit Blick auf die Entwicklung in der Altersmedizin betonte Gerlach: „Es gelingt uns erneut, die akutgeriatrische Versorgung auszubauen und zu verbessern.“ So wurden 165 neue akutgeriatrische Betten anerkannt. Damit verfügt Bayern inzwischen über 123 Akutgeriatrien mit über 3.100 Betten sowie zehn akutgeriatrischen Tageskliniken mit insgesamt 213 Plätzen.

Darüber hinaus wurden durch die Verabschiedung des neuen Fachprogramms „Akutgeriatrie“ Anpassungen an die jetzige Struktur der geriatrischen Versorgungslandschaft in Bayern vorgenommen. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

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