Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin will HPV-Impfquoten dauerhaft steigern
München – Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach hat ein breites Bündnis für die Krebsprävention durch Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) gebildet. Gerlach betonte am Mittwoch nach einem HPV-Impfgipfel in München: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die HPV-Impfquoten bei Mädchen und Jungen nachhaltig zu erhöhen. Die heutige Gipfelerklärung setzt dafür klare und konkrete Impulse. Es ist ein starkes Signal, dass Staatsregierung, Ärzteschaft, Krankenkassen und Apothekerinnen und Apotheker gemeinsam an einem Strang ziehen und sich zu wirksamen Maßnahmen bekennen.“
Gerlach erläuterte: „HPV-Infektionen sind die Hauptursache für Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs. Sie können auch Tumore unter anderem im Genitalbereich sowie in Mund und Rachen auslösen. Die gute Nachricht ist: Mit einer Impfung kann man sich vor diesen Krebserkrankungen schützen. Leider nutzen bislang viel zu wenige junge Menschen diese Möglichkeit. Deswegen haben wir mit dem HPV-Impfgipfel eine breite Präventionsoffensive gestartet, an der sich starke Partner beteiligen.“
Die HPV‑Impfquoten sind nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts weiterhin zu niedrig. Bundesweit waren im Jahr 2024 nur rund 55 Prozent der 15‑jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. In Bayern liegen die Quoten mit etwa 50 Prozent bei den Mädchen und 30 Prozent bei den Jungen noch darunter. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Ziel formuliert, dass 90 Prozent der Mädchen bis zum 15. Geburtstag gegen HPV geimpft sein sollen – ein entscheidender Schritt, um Gebärmutterhalskrebs langfristig zu verhindern.
Die Ministerin ergänzte: „Vom 3. bis zum 12. Juli wird es die Bayerische Impfwoche mit einem Schwerpunkt auf HPV geben. Ich freue mich, dass die Ärzteschaft in dieser Woche verstärkt HPV-Impfungen anbieten wird. Die Krankenkassen werden ihr Informationsangebot im Vorfeld ausweiten und gezielt Versicherte ansprechen. Die Landesärztekammer legt eine Fortbildungsinitiative zur HPV-Impfung für die Ärzteschaft auf, auch mit Einbindung der Medizinischen Fachangestellten. Zudem wird die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns bei den Vertragsarztpraxen für die HPV-Impfung sensibilisieren – und auch die Apotheken werden sich mit Aufklärungsmaßnahmen beteiligen.“
Gerlach ergänzte: „Aktuell sammelt Bayerns Gesundheitsministerium Erkenntnisse zu HPV-Impfaktionen vom öffentlichen Gesundheitsdienst an Schulen. Ein Modellprojekt in Rosenheim gibt uns wertvolle Einblicke, wie sich niedrigschwellige Impfangebote direkt an Schulen organisieren lassen. Ein weiteres Modellprojekt ist in Aschaffenburg geplant.“
In Deutschland erkranken nach Daten des Robert Koch-Instituts jedes Jahr etwa 3.000 Männer und rund 7.450 Frauen an Krebs, der durch HPV-Infektionen bedingt ist. Den größten Anteil hat dabei der Gebärmutterhalskrebs, an dem jährlich etwa 1.400 Frauen in Deutschland sterben. In Bayern gibt es jedes Jahr knapp 700 bösartige Neuerkrankungen und rund 200 Sterbefälle durch Gebärmutterhalskrebs. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Gerlach ergänzte: „Ich freue mich, dass sich alle Partner bereiterklärt haben, im kommenden Jahr an einem weiteren HPV-Impfgipfel teilzunehmen, um die Ergebnisse zu bewerten und neue Schritte einzuleiten. Der Impfgipfel und die bevorstehende Impfwoche sind Teil unseres Masterplans Prävention für Bayern. Wir setzen damit ein Zeichen für mehr Gesundheitsbewusstsein, Aufklärung und Vorsorge.“ – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention
