Bayerns Gesundheitsministerin: Zuletzt deutlicher Anstieg der RSV-Fälle in Bayern
München – Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach rät angesichts steigender RSV-Fallzahlen verstärkt zur Immunisierung gegen die durch RS-Viren verursachte Atemwegserkrankung. Gerlach betonte am Samstag: „Aktuell beobachten wir in Bayern einen deutlichen Anstieg von Atemwegserkrankungen durch RS-Viren in allen Altersgruppen, die teils schwere Verläufe nehmen können.
Wie die Datenlage zeigt, hat die RSV-Welle in Bayern in der ersten Kalenderwoche 2026 begonnen. Besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder im Alter von 0 bis 4 Jahren. Ich werbe daher insbesondere für eine RSV-Prophylaxe bei Neugeborenen und Säuglingen, da diese vor einem schweren Verlauf in ihrer ersten RSV-Saison schützen kann.“
Für die aktuelle Meldewoche wurden in Bayern 574 Erkrankungsfälle durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übermittelt (Stand: 26. Januar 2026). In der Vorwoche waren es 370 Fälle.
Die Ministerin erläuterte: „Kinder, die während der RSV-Saison – also von Oktober bis März – geboren wurden oder noch geboren werden, sollten möglichst rasch nach der Geburt die RSV-Prophylaxe erhalten. Anders als bei einer klassischen Impfung bietet die Prophylaxe sofortigen Schutz vor einer schweren RSV-Erkrankung, ohne dass das Immunsystem Antikörper bilden muss.“ Die RSV-Prophylaxe wird von der Ständigen Impfkommission empfohlen.
Gerlach ergänzte: „Daneben wird auch für Personen ab 75 Jahren derzeit einmalig eine Impfung gegen RSV empfohlen. Für Menschen mit schweren Grunderkrankungen sowie für Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen ist die RSV-Impfung bereits ab 60 Jahren sinnvoll.“
Im Gegensatz zu den RSV-Fallzahlen befinden sich die Influenza-Meldezahlen nach Angaben des LGL derzeit auf einem moderaten, zuletzt sogar leicht rückläufigen, Niveau. Für die aktuelle Meldewoche wurden in Bayern 3.827 Influenza-Fälle an das LGL übermittelt (Stand: 26. Januar 2026). Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 6.425 Fälle. Die Grippewelle hat in dieser Saison zwei bis drei Wochen früher als in den beiden Vorjahren begonnen.
Auch die COVID-19-Fallzahlen sind derzeit rückläufig und befinden sich aktuell auf einem relativ niedrigen Niveau. Für die aktuelle Meldewoche wurden in Bayern 366 COVID-19-Fälle an das LGL übermittelt. In gleichen Vorjahreszeitraum waren es 410 Fälle.
Die Ministerin betonte: „Auch im Verlauf einer Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, die Influenza-Impfung nachzuholen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt insbesondere Menschen ab 60 Jahren sowie chronisch Kranken, Schwangeren und Bewohnerinnen und Bewohnern von Senioren- und Pflegeheimen eine jährliche Schutzimpfung. Auch für Personen, die viele Kontakte mit anderen, insbesondere vulnerablen Gruppen haben, ist der Impfschutz besonders wichtig – also zum Beispiel für Pflegekräfte und medizinisches Fachpersonal. Darüber hinaus sollte sich jeder bei seinem Hausarzt oder auch in der Apotheke beraten lassen, ob eine Impfung sinnvoll ist.“
Da sich Grippeviren kontinuierlich verändern, wird der Impfstoff für den bestmöglichen Schutz jährlich angepasst.
Daneben empfiehlt die Ständige Impfkommission ab einem Alter von 60 Jahren und für Jüngere mit bestimmten Vorerkrankungen auch eine jährliche Auffrischungsimpfung für den Schutz gegen COVID-19 sowie eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention
