Bayerns Gesundheitsministerin zum Safer Internet Day: Kinder und Jugendliche besonders gefährdet
München – Anlässlich des weltweiten Aktionstages „Safer Internet Day“ am 10. Februar 2026 hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach vor den negativen Folgen übermäßiger Bildschirmzeit gewarnt. Die Ministerin betonte am Montag: „Besonders Kinder und Jugendliche sind anfällig für problematische Mediengewohnheiten. Dabei kann zu viel Bildschirmzeit zum Beispiel Schlaf und Konzentration beeinträchtigen und dazu führen, dass junge Menschen zunehmend den direkten Kontakt zu anderen verlieren.“
Der Safer Internet Day findet jedes Jahr im Februar unter dem internationalen Motto „Together for a better Internet“ statt. Er wird von der Europäischen Kommission und dem europäischen Netzwerk „Insafe“ (Internet Safety for Europe) initiiert. In Deutschland wird er von der EU-Initiative klicksafe koordiniert.
Gerlach erläuterte: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut einer Mediensucht-Studie im Auftrag der DAK von 2025 zeigen in Deutschland rund 700.000 Kinder und Jugendliche bereits eine problematische Spielnutzung, 1,3 Millionen eine problematische Social-Media-Nutzung und 900.000 ein problematisches Video-Streaming-Verhalten. Das ist eine Größenordnung, die wir nicht ignorieren dürfen.“
Die Ministerin fügte mit Blick auf die am Sonntag veröffentlichte Europäische Schülerstudie zu Alkohol und Drogen (ESPAD) hinzu: „Auch in Bayern zeigen sich alarmierende Hinweise: Über zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen geben an, zu viel Zeit in sozialen Medien zu verbringen – Mädchen deutlich häufiger als Jungen. Jungen nutzen dagegen Computerspiele intensiver.“
Gerlach unterstrich: „Wir müssen Kinder und Jugendliche dazu befähigen, digitale Medien nicht nur zu bedienen, sondern auch kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll zu nutzen. Und genauso wichtig ist es, Eltern als Vorbilder einzubeziehen: Kinder brauchen echte Begegnungen, Bewegung, frische Luft und bewusste Pausen von digitalen Medien.“
Die Ministerin betonte zudem: „Genau hier geht Bayern mit dem Masterplan Prävention voran. Der Masterplan enthält konkrete Maßnahmen, um einem exzessiven Medienkonsum – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – frühzeitig vorzubeugen.“
Bayern unterstützt hierzu gezielt Konzepte der Aufklärungsarbeit rund um die Risiken von Computer- und Internetnutzung. Ein Beispiel ist das peer-basierte Projekt „Net-Piloten“: Schülerinnen und Schüler, die speziell ausgebildet wurden, geben ihr Wissen an Mitschülerinnen und Mitschüler weiter.
Auch das an Schulen etablierte Präventionsnetzwerk, das bislang vor allem in der Cannabisprävention aktiv ist, wird sich künftig stärker dem Thema Medienkonsum widmen. Ziel ist es, die Suchtprävention an Bayerns Schulen im Rahmen einer Gesamtstrategie weiter auszubauen und zu stärken.
Zudem stehen mit dem Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) starke Fachstellen zur Verfügung, die Entwicklungen aufmerksam verfolgen und gezielte Prävention anbieten.
Weitere Informationen zum Thema Computerspiel- und Internetabhängigkeit sind zudem auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie auf den Social-Media-Kanälen des Bayerischen Gesundheitsministeriums zu finden.
Rund um den Aktionstag finden zahlreiche Veranstaltungen (z. B. Elternabende zum Thema) statt. Weitere Informationen dazu unter www.klicksafe.de/sid/veranstaltungen. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention
