Fr. Aug 12th, 2022

Länder-Kooperation KLIWA legt Monitoringbericht 2021 zum Klimawandel vor

München – Die Kooperation „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat den Monitoringbericht 2021 veröffentlicht. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute in München: „Der Klimawandel schreitet deutlich voran. Das bestätigt der aktuelle KLIWA-Bericht. Klimaschutz ist eines der größten Themen unserer Zeit. Wir müssen handeln. Bayern soll bis 2040 klimaneutral werden, der Treibhausgasausstoß soll bis 2030 um 65 Prozent gesenkt werden. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz, den begleitenden Maßnahmen und einer jährlichen Klimamilliarde zur Finanzierung sind wir gut aufgestellt.“ Der Monitoringbericht erfasst relevante meteorologische und hydrologische Kenngrößen und wertet sie in regelmäßigen Abständen aus, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verfolgen. Der neueste Monitoringbericht beleuchtet die Entwicklungen der Jahre 2016 bis 2020.

Ein signifikanter Trend ist die vermehrte Anzahl an überdurchschnittlich warmen Jahren, inklusive Hitzeperioden und extrem hohen Temperaturen. Die Erwärmung fällt dabei im Winter stärker aus als im Sommer – milde Winter werden damit immer wahrscheinlicher. Die Jahre 2018 bis 2020 gehören zu den wärmsten gemessenen Jahren bundesweit und in den KLIWA-Bundesländern seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881. Neun der zehn wärmsten Jahre lagen im 21. Jahrhundert.

München – Der Monitoring-Bericht zeigt konkret, dass die Lufttemperatur in den drei beteiligten Bundesländern der KLIWA-Kooperation seit 1931 um 1,4 bis 1,8 Grad Celsius angestiegen ist. Alleine in den zurückliegenden fünf Jahren bedeutet dies ein Anstieg um im Mittel 0,3 Grad in Süddeutschland, in Bayern sind es sogar 0,4 Grad gegenüber den fünf Jahren zuvor. Der Trend verstärkt sich somit weiterhin.

Die warmen und häufig trockenen Jahre im 21. Jahrhundert wirken sich auch auf das Grundwasser aus, wo inzwischen über 80 Prozent der Messstellen abnehmende Tendenzen aufweisen. Durch die anhaltende Trockenheit, besonders während der Sommermonate, stieg zugleich der Wasserverbrauch. Glauber: „Die Wasserversorgung spielt bei allen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Klimaschutz ist Wasserschutz. Wir haben mit dem Programm Wasserzukunft Bayern 2050 eine groß angelegte Strategie entwickelt, damit Wasser in Bayern auch in Zukunft in allen Landesteilen in hoher Qualität verfügbar ist.“ Der Zeitraum ab 2016 war durch sehr trockene Perioden mit wenig Niederschlag geprägt. Besonders 2018 sticht hier als Extremjahr heraus: 2018 fiel in Bayern im Durchschnitt 20 Prozent weniger Niederschlag im Vergleich zum Zeitraum 1971 bis 2000 (Baden-Württemberg minus 21 Prozent, Hessen minus 26 Prozent und Rheinland-Pfalz minus 18 Prozent).

Gleichzeitig traten im Monitoring-Zeitraum viele Starkregenereignisse und mehrere Hochwasserereignisse auf. Die Veränderungen im Niederschlag führen an über der Hälfte aller untersuchten Pegel zu steigenden Hochwasserabflüssen, in Bayern ist davon vor allem Südbayern betroffen. „Die verheerenden Starkregenereignisse insbesondere in diesem Sommer haben gezeigt: Eine der zentralen Herausforderungen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist der Hochwasserschutz“, so Glauber.

Das Kooperationsvorhaben KLIWA der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz sowie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besteht seit 1999 mit dem Ziel, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft in Süddeutschland zu untersuchen. Das Monitoring ist neben der Langzeitbetrachtung und den in die Zukunft gerichteten Berechnungen eine elementare Säule der Klimaanpassung. – Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Der Monitoringbericht 2021 ist auf der KLIWA-Seite abrufbar unter: https://www.kliwa.de/_download/KLIWA_Monitoringbericht_2021.pdf

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