Di. Mrz 2nd, 2021

Erste Messstation am LfU in Augsburg nimmt Betrieb auf

Bayern startet Messungen zu Ultrafeinstaub. Um künftig zuverlässige Daten über das Vorkommen ultrafeiner Partikel (UFP) in der Luft zu gewinnen, hat am Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg die erste UFP-Messstation des Freistaates Bayern ihren Betrieb aufgenommen.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute in München: „Der Freistaat startet in eine neue Dimension der Erforschung kleinster Partikel. Noch steht die Wissenschaft ganz am Anfang. Das wollen wir ändern. Wir verfolgen ein umfassendes Konzept zum Thema Ultrafeinstaub in Bayern. Wir brauchen belastbare Daten über die Grundlagenforschung hinaus. Die neuen UFP-Messstationen erfüllen höchste wissenschaftliche und technische Anforderungen. Die gesammelten Daten sind sehr wichtig für die Wirkungsforschung.“

Claus Kumutat, Präsident des LfU, ergänzte: „Wir bauen ein UFP-Messnetz aus drei hochkomplexen, stationären Messstationen in Augsburg, Regensburg und München bis Anfang 2021 auf. Über die nächsten beiden Jahre werden wir präzise Daten über die Anzahl und die Größenverteilung ultrafeiner Partikel kontinuierlich erfassen. Diese Daten sind wichtige Bausteine für die Gesundheitsforschung.“ Erste Erfahrungen mit Messtechnik und Herkunft von UFP sammelte das LfU in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum München und der Universität Augsburg in Voruntersuchungen. Das Bayerische Umweltministerium stellt knapp 2 Millionen Euro für Messgeräte und Personal zur Verfügung.

Für den Bereich des ultrafeinen Staubs werden Partikel kleiner als 0,1 Mikrometer (das sind 100 Nanometer, 1 Nanometer entspricht 0,000 001 mm) gemessen. Eine vergleichbare Größenordnung für den Ultrafeinstaub ist beispielsweise Tabakrauch. Zum Vergleich: Ein Haar hat einen Durchmesser von etwa 50 Mikrometer.

Die Ultrafeinstaubmessungen (UFP-Messungen) sind ein neues Forschungsfeld. Das Umweltministerium hat dazu eine eigene Ultrafeinstaubstrategie entwickelt: Zusätzlich zu den drei LfU-Messstationen wurde die Universität Bayreuth beauftragt, weitere stationäre Messungen an zwei Standorten im Umfeld des Münchner Flughafens aufzubauen (Laufzeit 01.08.2020 – 31.07.2023; Gesamtvolumen: rund 685.000 Euro).

Zudem treibt Bayern die Vernetzung bestehender wissenschaftlicher Kompetenzen voran. So sollen Forschungsarbeiten für eine zukünftige chemische Charakterisierung von UFP aufgebaut werden. Weitere Forschungsansätze sollen unter der Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in den kommenden drei Jahren zur Messung, Charakterisierung und Bewertung ultrafeiner Partikel in einem Projektverbund gebündelt werden. – Bayerisches Staatsministerium für Umwelt

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