Mi. Mai 18th, 2022

Keine Privatisierung der Wasserversorgung

München – Anlässlich des heutigen Weltwassertags sprach sich Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in München klar gegen eine Privatisierung der Wasserversorgung aus: „Die Wasserversorgung muss in kommunaler Hand bleiben. Das blaue Gold darf keine Handelsware werden. Kommunen und Freistaat gehen bei der Wasserversorgung Hand in Hand.
Die sichere Wasserversorgung in allen Landesteilen ist eine Generationenaufgabe. Mit der umfassenden Gesamtstrategie ‚Wasserzukunft Bayern 2050‘ arbeitet der Freistaat daran, die Wasserversorgung im gesamten Freistaat dauerhaft auf höchstem Niveau sicherzustellen. Das Thema Wasserversorgung hat oberste Priorität.“ Die integrale Strategie „Wasserzukunft Bayern 2050“ nimmt insbesondere die Trink- und Brauchwasserversorgung des Freistaats umfassend in den Blick, bündelt alle bisherigen Maßnahmen und ergänzt diese um weitere Aspekte und Projekte. Die Maßnahmen reichen von Zukunftskonzepten zur Sicherstellung der Wasserversorgung vor Ort und des überregionalen Fernwassersystems bis hin zu intelligenten Bewässerungsprojekten in der Landwirtschaft.

Die Wasserversorgung in den Kommunen steht angesichts des fortschreitenden Klimawandels vor großen Herausforderungen. Um die Wassersituation vor Ort zu erfassen und für die kommenden Jahre zu prognostizieren, werden für Bayerns Kommunen aktuell die Wasserversorgungsbilanzen fortgeschrieben. Dabei wird jede der rund 3.700 öffentlichen Wasserversorgungsanlagen in Bayern hinsichtlich ihrer Versorgungssicherheit für den Zeithorizont 2050 bewertet. Das Umweltministerium fördert das Projekt, das Ende 2025 abgeschlossen werden soll, mit rund 5 Millionen Euro. Parallel dazu wurde ein bayernweiter Check der überregionalen Wasserversorgungsstrukturen gestartet. Denn über die Fernwasserversorgung wird sichergestellt, dass auch gemeindeübergreifend ausreichend Wasser zugeführt werden kann. Dabei spielt auch die enge Zusammenarbeit verschiedener Kommunen eine entscheidende Rolle. Rund 200 Vorhaben mit knapp 600 Kilometern Verbundleitungen wurden vom Umweltministerium dazu in den zurückliegenden Jahren mit über 100 Millionen Euro gefördert.

Ein ganz besonderer Schutz gilt in Bayern dem Tiefengrundwasser. „Die eiserne Reserve der Wasserversorgung darf nicht ohne Not angezapft werden. Der Schutz von Tiefengrundwasser hat eine überragende Bedeutung. Das war immer die klare Linie und das wird auch so bleiben. Wir stehen dabei an der Seite der Kommunen. Am Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung wird nicht gerüttelt“, so Glauber. Daneben soll auch in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür gestärkt werden, mit Wasser sparsam umzugehen. „Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Jeder ist aufgerufen, unser Wasser zu schonen und zu schützen“, betonte Glauber. Rund 130 Liter Wasser verbraucht jeder Bundesbürger rechnerisch pro Tag – den geringsten Anteil davon als Lebensmittel. Der Weltwassertag der Vereinten Nationen steht dieses Jahr unter dem Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. – Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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