Sa.. Dez. 6th, 2025

Tularämie bei erlegtem Feldhasen aus dem Revier Schrobenhausen bestätigt. Übertragung auf den Menschen bei Kontakt zu Wildtieren möglichNeuburg – Im südlichen Landkreis wurde bei einem Feldhasen die Hasenpest (Tularämie) nachgewiesen. Der mit schweren Erkrankungssymptomen vom Jäger im Revier Schrobenhausen erlegte Feldhase wurde dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung übergeben.

Im Rahmen der pathologischen Untersuchung am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigte sich der Verdacht. Die Erkrankung tritt in ganz Deutschland auf und wurde im Verlauf des Jahres in verschiedenen Regionen Bayerns bei knapp 30 untersuchten Hasen nachgewiesen. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen war die Erkrankung zuletzt im Winter 2019/2020 aufgetreten.

Die Hasenpest (Tularämie) wird von einem Bakterium (Francisella tularensis) verursacht, das überwiegend bei freilebenden Nagetieren und Hasenartigen vorkommt. Infizierte Tiere zeigen die Symptome einer fieberhaften Allgemeininfektion mit Abmagerung, Schwäche und Apathie. Aufgrund von Entkräftung können infizierte Tiere ihre natürliche Scheu verlieren.

Die Tularämie ist auf den Menschen übertragbar. Eine Infektion kann vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen bzw. beim Umgang mit Kadavern oder erlegtem Wild stattfinden. Zudem ist eine Übertragung durch infizierte, blutsaugende Vektoren (Stechfliegen, Zecken, Mücken, Bremsen) möglich. Die in Deutschland gemeldeten Fälle basieren daher häufig auf den direkten Kontakt mit infizierten Tieren, insbesondere bei Risikogruppen, wie Jägern, Köchen, Metzgern sowie Tierärzten. In Deutschland bewegten sich die Fallzahlen beim Menschen lange Zeit im zweistelligen Bereich, sind aber letztes Jahr auf knapp 200 angestiegen. Beim Kochen wird der Erreger abgetötet.

Beim Menschen beginnt die Erkrankung nach einer Inkubationszeit von drei bis zehn Tagen mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit. An der Eintrittsstelle zeigt sich ein geschwürig zerfallendes Bläschen. Die regionären Lymphknoten schwellen stark an und vereitern. Gegebenenfalls können innere Organe befallen sein und sich eine Lungenentzündung entwickeln.

Zur Vorbeugung wird empfohlen den direkten Kontakt zu lebenden oder toten Wildtieren zu vermeiden und insbesondere keine erkrankten oder toten Wildtiere zu berühren. Die zu den Risikogruppen zählenden Personen sollten sich beim Umgang mit erkrankten oder toten Wildtieren strikt an die Arbeitshygiene halten. Dies gilt insbesondere beim Umgang mit Wildbret während der Vorbereitung (Enthäuten, Ausnehmen) und der Zubereitung. Wildgerichte sollten auch aufgrund anderer Erkrankungen nur gut durchgegart verzehrt werden. Für Rückfragen steht das Veterinäramt unter Telefon 08431-57288 zur Verfügung. – Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert