Mi. Apr 14th, 2021

München – Bayerns Gesundheitsminister: Europäische Kommission und Bund müssen für mehr Verlässlichkeit bei Impfstofflieferungen sorgen

Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek hat am Donnerstag (28. Januar) das Impfzentrum Memmingen in seiner Heimatregion Schwaben besucht. Holetschek erklärte dabei: „Das Impfzentrum Memmingen ist der zweite feste Standort in dieser Region. Es verfügt mit seinem Impfbus zudem über eine dezentrale Einrichtung für ein flexibles Impfangebot an verschiedensten Orten.“

Im Auftrag des Impfzentrums wurde dazu ein herkömmlicher Linienbus zu einer mobilen Impfstelle umgebaut. Er ist dadurch sogar für bewegungseingeschränkte Personen wie Rollstuhlfahrer besonders geeignet. Der Impfbus kann aber auch zur Erweiterung bereits bestehender Impfkapazitäten oder als Transportmittel genutzt werden. Dadurch kann das Impfangebot für bis zu 300 Personen täglich flexibel vor Ort gebracht werden.

Einzig limitierender Faktor für die generell hohe Leistungsfähigkeit der bayerischen Impfzentren ist aktuell die mangelnde Impfstoffverfügbarkeit. „Das ist vergleichbar mit einem Sportwagen mit zu wenig Treibstoff“, kritisierte der Minister.

Holetschek betonte: „Die Impfzentren sind einsatzbereit und könnten aktuell täglich über 38.000 Menschen impfen. Um diese Kapazität ausnutzen und ausbauen zu können, ist jedoch eine ausreichende Impfstoffverfügbarkeit notwendige Voraussetzung, die derzeit nicht besteht. Die EU-Kommission und die Bundesregierung müssen hier rasch für mehr Verlässlichkeit sorgen!“

Auf Grund der aktuellen Produktionskapazität des Herstellers werden die kommenden Lieferungen bis Mitte Februar sogar um rund 13 Prozent reduziert sein. Das bedeutet auch, dass die für kommenden Montag (01. Februar) erwartete Lieferung um rund 10.000 auf etwa 92.000 Impfdosen verringert ist.

Die weitere Aufteilung erfolgt ebenfalls nach dem Bevölkerungsschlüssel. Schwaben erhält daher etwa 12.500 Impfdosen. Im Impfzentrum Memmingen können damit 565 Menschen geimpft werden. „Wir würden gerne noch mehr Menschen ein Impfangebot unterbreiten und wünschen uns mehr Kontinuität bei der Impfstofflieferung durch den Bund“, ergänzte Oberbürgermeister Manfred Schilder (Stadt Memmingen).

Landrat Alex Eder (Landkreis Unterallgäu) unterstrich: „Seit Beginn der Impfungen in der Stadt Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu haben bereits etwa 4.000 Menschen die erste Impfung erhalten, davon etwa 1500 auch schon eine Zweitimpfung. Wichtig wäre für uns allerdings eine bessere Planbarkeit. Uns beruhigt jedoch, dass die Dosen für die Zweitimpfung gesichert sind.“

Holetschek erläuterte: „Für den flächengroßen Regierungsbezirk Schwaben ist ein Impfbus ein wertvolles Instrument, um das Impfangebot auch an außenliegende Orte und zu Menschen mit verringerter Mobilität bringen zu können. Die Kreisverwaltungsbehörden können in eigener Zuständigkeit je nach konkreter Situation und Bedarf vor Ort über einen Einsatz von Impfbussen oder die Einrichtung flexibler Impfstellen z. B. in Turnhallen entscheiden.“

Seit Freitag vergangener Woche (22. Januar) steht den Impfzentren zur Terminvergabe auch das erweiterte Einladungsmanagement im Programm BayIMCO zur Verfügung. Bei freien Terminen können nun die nächstpriorisierten Bürgerinnen und Bürger, die sich im digitalen Anmeldeportal registriert haben, automatisiert auf die Möglichkeit einer Terminvereinbarung hingewiesen werden.

Alle anderen bayerischen Bürgerinnen und Bürger können ihren Impftermin weiterhin über die bundeseinheitliche Hotline 116 117 oder über die direkte Hotline ihres Impfzentrums vor Ort vereinbaren. „Künftig wollen wir dies noch einfacher gestalten und prüfen daher aktuell eine für die Bürgerinnen und Bürger komplett digitalfreie Alternative zur Registrierung für einen Impftermin“, betonte Holetschek. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

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