Di. Mai 21st, 2024

Bayerns Gesundheitsminister: Bei Notfällen wie dem Herzstillstand kommt es auf jede Minute an

München – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat dazu aufgerufen, die Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig zu erneuern. Der Minister betonte am Freitag in Nürnberg anlässlich seiner Teilnahme an einem Auffrischungskurs am Nachmittag: „Viele Menschen wollen im Notfall helfen. Aber oft liegt der Erste-Hilfe-Kurs einige Jahre zurück. Manche trauen sich daher nicht zu, Erste Hilfe zu leisten – aus Angst, etwas falsch zu machen. Aber jeder von uns kann ganz leicht Abhilfe schaffen, indem er einen Auffrischungskurs besucht.“

Der Minister fügte hinzu: „Es ist auch möglich, Ersthelferin oder Ersthelfer am Arbeitsplatz zu werden. Hierzu bieten Arbeitgeber häufig kostenlose regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse an. Ich kann nur dazu ermuntern, sie wahrzunehmen.“

Holetschek: „Für mich habe ich entschieden, beim Bayerischen Roten Kreuz einen Auffrischungskurs zu besuchen. Das gibt mehr Sicherheit, was zu tun ist, wenn in meinem Umfeld etwas passieren sollte – und das ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn allein in Bayern erleiden beispielsweise mehr als 30.000 Menschen im Jahr einen Herzinfarkt.“

Die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer, betonte: „Es liegt in der Verantwortung eines jeden Einzelnen, die Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen und sich auf Notfallsituationen vorzubereiten. Jeder von uns kann Leben retten, indem er sich weiterbildet und die Ängste überwindet, etwas falsch zu machen. In einem Notfall zählt jede Minute, und es ist entscheidend, dass beherzt eingegriffen und Erste Hilfe geleistet wird. Durch einfache Maßnahmen wie die Herzdruckmassage können wir die Überlebenschancen erheblich verbessern. Deshalb hat das Bayerische Rote Kreuz auch einen neuen Kurs entwickelt, der kürzer ist als ein regulärer Erste-Hilfe-Kurs, aber die wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen in den Fokus nimmt. Im ‚Lebensretter112‘-Kurs erhalten die Teilnehmenden einen 112-minütigen Crashkurs.“

Das Kurskonzept „Lebensretter112“ wurde vom BRK-Kreisverband Bayreuth im Jahr 2018 konzipiert und wird mittlerweile in mehreren BRK-Kreisverbänden angeboten, so auch in Nürnberg-Stadt. Da das Angebot derzeit noch nicht flächendeckend vorhanden ist, gibt es ein kostenfreies Online-Seminar: https://go.brk.de/lebensretter112

Der Minister ergänzte: „Die Rettungsdienste im Freistaat machen einen großartigen Job und sind schnell vor Ort. Aber bei Herzstillstand kommt es auf jede Minute an, um Hirnschäden oder den Tod zu verhindern. Daher ist es so wichtig, wenn Laien Erste Hilfe leisten, etwa mit der Herzdruckmassage. Die Quote an Menschen, die durch Laien reanimiert wurden, nimmt zwar seit Jahren zu, lag aber 2021 trotzdem nur bei etwas über 40 Prozent. Wenn wir diese Quote weiter steigern, rettet das im Notfall Leben!“

Der Minister betonte: „Für die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme ist aber gar keine spezielle Ausbildung nötig: Im Ernstfall sollte immer schnellstmöglich die 112 gerufen werden, um die Rettungsdienste zu alarmieren. Denn bei Notfällen wie einem Herz-Kreislauf-Stillstand oder auch bei Schlaganfällen ist entscheidend, dass die Patientin oder der Patient möglichst schnell das Krankenhaus erreicht. Im Bestfall wurden aber durch die Ersthelferin oder den Ersthelfer vor Ort bereits lebensrettende Maßnahmen wie eine Herzdruckmassage begonnen.“

Holetschek verwies darauf, dass jeder etwas für seine eigene Herzgesundheit tun kann: „In unserer Kampagne ‚Hand aufs Herz‘ haben wir 2022 bayernweit auf Herzinfarktrisiken und Präventionsmöglichkeiten hingewiesen. Klar ist: Eine gesunde und aktive Lebensweise kann das Risiko für Herzinfarkte deutlich senken.“

Mehr Informationen zur Kampagne „Hand aufs Herz“ finden Sie hier: https://www.handaufsherz.bayern.de/

Mehr Informationen zu Herzinfarkten
Die Zahl der Sterbefälle infolge eines Herzinfarkts ist in Bayern in den ver-gangenen Jahren trotz einer älter werdenden Bevölkerung stark zurückge-gangen, von rund 12.400 Menschen über 40 Jahren im Jahr 1980 auf rund 6.700 im Jahr 2021. Dennoch sind Herzinfarkte unter den Herz-Kreislauferkrankungen weiterhin eine der häufigsten Sterbeursachen. Laut Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) für den ambulanten Bereich lag 2021 in Bayern bei über 66.000 gesetzlich Versicherten die Diagnose Herzinfarkt vor, darunter rund 45.000 Männer und rund 21.000 Frauen. 29.000 Menschen in Bayern mussten laut Krankenhaustatistik im Jahr 2020 stationär wegen eines Herzinfarktes behandelt werden. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

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