Di. Aug 3rd, 2021

Bayerisches Gesundheitsministerium fördert Vroni-Studie „Herzinfarkt mit 35? Ohne mich!“ mit mehr als 3,5 Millionen Euro – Bereits 3.500 Kinder untersucht

München – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ruft mit Blick auf die angeborene Cholesterinstoffwechselstörung, die Familiäre Hypercholesterinämie (FH), zur Vorsorgeuntersuchung bei Schulkindern auf. Unerkannt und unbehandelt kann diese Erkrankung schon im jungen Erwachsenenalter zu Gefäßverschlüssen, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Holetschek betonte am Montag in München: „Die frühzeitige Diagnose und Behandlung der Familiären Hypercholesterinämie kann das Risiko für einen Herzinfarkt oder eine andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wesentlich verringern. Wir fördern deshalb die Vroni-Studie des Deutschen Herzzentrums München mit mehr als 3,5 Millionen Euro. Sie soll zur Früherkennung der Familiären Hypercholesterinämie beitragen und gehört zu unserem Leuchtturmprojekt DigiMed Bayern.“

Für die Vroni-Studie mit dem Motto „Herzinfarkt mit 35? Ohne mich!“ können Eltern in Bayern ihre Kinder im Alter zwischen 5 bis14 Jahren beim Kinder- und Jugendarzt durch Entnahme einiger Blutstropfen aus der Fingerkuppe kostenlos auf erhöhte Cholesterinwerte untersuchen lassen. Aus derselben Blutprobe kann seit März 2021 zusätzlich auch ein kostenloser Test auf Coronavirus-Antikörper vorgenommen werden.

Holetschek sagte: „Die Vroni-Studie soll in ganz Bayern Schulkinder auf außergewöhnliche Cholesterin-Werte testen. Aktuell unterstützen mehr als 300 Kinder- und Jugendärzte das Früherkennungsproramm. Seit Studienstart Ende 2020 wurden über 3.500 Kinder untersucht.“

Der Minister ergänzte: „Mittels genetischer Analyse konnten unter den ersten 100 Verdachtsfällen bereits 12 Kinder mit der Erberkrankung identifiziert werden. Kinderärzte und -kardiologen betreuen diese Kinder und ihre Familien nun weiter, zusätzlich unterstützt sie ein individualisiertes Schulungsprogramm. Das Ziel ist klar: die Kinder vor schweren Herzkreislauferkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkten zu bewahren.“

Die Familiäre Hypercholesterinämie ist die häufigste angeborene monogenetische Stoffwechselstörung. Experten schätzen, dass in Bayern etwa 50.000 Menschen betroffen sind. Die Erkrankung wird meistens erst im Erwachsenenalter bei einem Herzinfarkt oder einer anderen schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung diagnostiziert, wenn sich bereits zu viel Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße abgelagert hat. Bei frühzeitiger Diagnose können dagegen cholesterinsenkende Medikamente sowie eine Anpassung der Lebensweise die Cholesterinablagerung an den Gefäßen verhindern und so schwere Folgeerkrankungen abwenden. Das Bayerische Gesundheitsministerium unterstützt dieses Pilotprojekt mit dem Ziel, durch Früherkennung und gezielte Vorsorge die Versorgungssituation von Betroffenen in Bayern und Deutschland langfristig zu verbessern.

Weitere Informationen zur Vroni-Studie des Deutschen Herzzentrums München finden sich unter folgendem Link: www.myvroni.de. Einzelheiten zu DigiMed Bayern sind unter www.digimed-bayern.de veröffentlicht. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

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