Untersuchungen zur Entwicklung der Pflanzenarten auf den Trockenrasenflächen zeigen erste Erfolge der LandschaftspflegemaßnahmenNeuburg – Versteckt im Auwald entlang der Donau zwischen Neuburg und Ingolstadt liegen die so genannten Donaubrennen – eine besondere Form von Magerrasenflächen. Ihre Entstehung geht in die Zeit zurück, als die Donau noch frei fließen konnte. Die Dynamik des Flusses formte Kiesbänke, die anschließend von trockenheitsliebenden Tier- und Pflanzenarten besiedelt wurden. Der Name „Brenne“ ist dort Programm: Die Flächen sind im Sommer von großer Trockenheit und Hitze geprägt.
Die Donaubrennen gelten als Hotspots der Artenvielfalt. Hier kommt eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten vor, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen, oder gesetzlich geschützt sind. Weltweit zählen Magerrasen zu den artenreichsten Lebensräumen. Auf einer Fläche von nur 50 mal 50 Zentimetern wurden in der Tschechischen Republik 44 Pflanzenarten nachgewiesen, die höchste bisher nachgewiesene Artenanzahl auf einer Fläche dieser Größe. Wegen ihrer hohen Bedeutung für den Naturschutz haben der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt im Jahr 2020 das Projekt „Sonnenleiten an der Donau“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Magerrasen entlang der Donau zu erweitern und die Landschaftspflege gezielt auf die dort vorkommenden Arten abzustimmen. Wissenschaftliche Unterstützung erhält das Projekt durch das Aueninstitut Neuburg-Ingolstadt.
Eine Maßnahme zur Erweiterung der Magerrasen, war die Entnahme von kleineren Bäumen und Sträuchern auf zehn Donaubrennen im Januar 2024.
Bereits vor den Entbuschungsmaßnahmen richteten zwei Mitarbeiterinnen des Aueninstituts Dauerbeobachtungsflächen auf einer Fläche ein. Dort erfassten sie die Pflanzenarten und ihre Häufigkeit. Im Juni dieses Jahres kehrten sie zurück, um die Entwicklung der Brenne zu untersuchen. Die gute Nachricht: Schon ein Jahr nach der Auflichtung haben die Magerrasenarten auf der Brenne zugenommen. Die schlechte: Auch eine invasive Art, die Goldrute, breitete sich vor allem in den neu ausgelichteten Bereichen stärker aus. In der Untersuchung konnten insgesamt 75 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Auf einer Fläche von 2 mal 2 Metern zählten die Wissenschaftlerinnen maximal 24 Pflanzenarten. Im Vergleich zu den Rekordzahlen aus der Tschechischen Republik zeigt das: In den Donaubrennen steckt noch großes Potenzial und genau deshalb ist ein gezieltes Management so wichtig.
Für die weitere Pflege der Donaubrennen brachten die Untersuchungen wertvolle Erkenntnisse. Neben der jährlichen Pflege im September werden die Bereiche, in denen die Goldrute dominiert, künftig zusätzlich im Frühjahr gemäht. Dadurch lässt sich die invasive Art eindämmen und die Artenvielfalt wird weiter gefördert. – Norbert Eibel, Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen
Bildtext: Auf einer Dauerbeobachtungsfläche wird nach einer Auflichtung die Entwicklung der Pflanzengesellschaften auf den Donaubrennen untersucht. Bildquelle: Veronika Ullmann/Aueninstitut Neuburg-Ingolstadt
