So. Mrz 3rd, 2024

Königsmoos – Vor sieben Jahren, am 30. August 2016, starb mit Lorenz Specht eine international bekannte Motorradsportlegende aus dem Donaumoos im Alter von 85 Jahren. Wir möchten die Erinnerungen an den leidenschaftlichen Rennsportler, der heute 92 Jahre alt wäre, hochladen.

Ein Weltmeister aus dem Ludwigsmoos
Im Jahr 1951 begann Lorenz Specht seine Karriere mit Geschicklichkeitsfahrten, und schon schnell ging es steil bergauf. Insgesamt hat Lorenz Specht im Laufe seiner Rennsport-Laufbahn ungefähr 300 Goldmedaillen gewonnen, und auch das Bundesverdienstkreuz durfte er sein Eigen nennen. Drei Mal wurde er Sieger bei der Internationalen Sechstagesfahrt, welche auch als inoffizielle Weltmeisterschaft des Motorradsports gilt. Im Geländefahren wurde er sowohl Deutscher Meister, als auch Europameister.

Am liebsten waren dem Rennfahrer Specht, so erinnert sich seine Frau Helga Specht, die besonders schweren Rennstrecken, zum Beispiel in Schweden oder England. Er brauchte die besondere Herausforderung.

All seine beeindruckenden Erfolge erreichte Lorenz Specht nebenbei, während er auch seinem Beruf als Schlosser nachging und Familienvater war. Zu den Wettkämpfen nahm er seine Familie gerne mal mit. „Wir hatten eine richtig schöne Zeit“, erinnert sich seine Frau heute mit Freude an die Motorradjahre ihres verstorbenen Ehemanns.

Der Motorradsport: Eine Nische in Deutschland – vor allem heute
Lorenz Specht hatte sich eine Nische als Leidenschaft ausgesucht, denn Deutschland war noch nie wirklich eine Hochburg des Motorradsports gewesen. Trotzdem hatte es einst durchaus eine rege Motorradproduktion hier gegeben. Die Einstellung der Produktion, die Schließung der Motorradproduktionsfabriken hatte allerdings schon in den 1950er Jahren begonnen.

Motocross-Gelände hatte es aber, auch hier in der Region, zu Lorenz Spechts besten Zeiten durchaus in zahlreicher Menge gegeben. Rennsportbegeisterte wie Lorenz Specht konnten hier trainieren und Erfahrungen sammeln. Doch heute sind die Gelände von damals längst verschwunden, und auch viele der damaligen Strecken sind heute Naturschutzgebiete und dementsprechend für Motorräder gesperrt.

Lorenz Specht bleibt unvergessen
Lorenz Specht war der bekannteste Sportler, der jemals im Ludwigsmoos geboren worden ist, und hat seine Heimat in der ganzen Welt repräsentiert. In Radsportkreisen kennt bis heute jeder den Namen Lorenz Specht und auch im ganzen Donaumoos bleibt der berühmte Bruder unvergessen, vor allem bei all jenen, die ihn persönlich kannten. Wir hoffen, dass wir dazu beitragen können, dass auch jüngere Menschen aus dem Landkreis seinen Namen kennen und von ihm und seinen beachtlichen Leistungen erfahren!

Herrn Spechts Wegbegleiter über die Donaumoos-Legende


Der amtierende Bürgermeister von Königsmoos, Heinrich Seißler, sagt über Lorenz Specht: „Ich habe Herrn Specht am Anfang meiner Amtszeit noch kennenlernen dürfen. Es ist wirklich überraschend für mich, welche sportlichen Leistungen er schon in den 1960er Jahren vollbracht hat. Besonders bemerkenswert finde ich, dass er Sdamals auch noch sein eigener Mechaniker war und die Motoren seiner Motorräder selbst gewartet hat.“

 

Sein Freund Norbert Mayr betont, wie sehr Lorenz Specht die Rennsportbranche geprägt hat: „Egal wohin man schaut – nach Holland, nach Salzburg, nach Tschechien oder in welches Land auch immer: In den Motorradsport-Kreisen war und ist Lorenz Specht ein wichtiger Name.“

 

 

Dessen Bruder und Lorenz Spechts guter Bekannter Gotthard Mayr erinnert sich gerne an den Rennfahrer: „Mein Vater Michael Mayr hatte eine Werkstatt, und dort war Lorenz Specht einige Jahre lang beschäftigt. Wir haben damals Motorräder, Mopeds und Fahrräder gefertigt. Ich war ein Bub und war jeden Tag in der Werkstatt, deshalb kannte ich Lorenz Specht sehr gut. Wir sind auch gerne zusammen Motorrad gefahren!“

Lorenz Spechts Ehefrau Helga Specht hat ebenfalls schöne Erinnerungen an ihren berühmten Ehemann und seine Karriere: „Natürlich waren die Kinder und ich anfangs viel alleine, gerade am Wochenende, aber das war gar nicht schlimm, ich hatte ja ein ganzes Dorf um mich herum. Später sind wir viel mit ihm zusammen gereist, haben in schönen Hotels übernachtet, das waren wirklich tolle Jahre. Lorenz hatte viele Freunde auf der ganzen Welt.“ – brennessel Magazin

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