Di.. Jan. 20th, 2026

Neuburg – In Deutschland kennt man viele Weingebiete – Rheinhessen zum Beispiel, oder die Pfalz. Oder Baden, Franken und Rheingau. Aber die Gegend rund um Neuburg scheint auf den ersten Blick mit Weinbau nichts zu tun zu haben. Jedoch stimmt das nicht, denn die Römer und ihre Nachfolger haben hier bis ins Jahr 1780 viel Wein angebaut, und nach über 200jähriger Pause hat ein Mann den Weinbau in der Region Neuburg zu neuem Leben erweckt: Josef Tremml begann im Jahr 1991 damit, hier in Neuburg, Gemarkung Bittenbrunn, Wein anzubauen, und das tut er bis heute – mit internationalem Erfolg und Renommee! Auch im zweiten Jahr in Folge, wurde der Winzer mit seinen sieben verschiedenen Rebsorten, dem sogenannten „Gemischten Satz“, dem Bodenständigen JA-Wein, wieder mit einer Silbermedallie ausgezeichnet.Der Grundstein: Faszination für die Traube

Josef Tremml kommt aus keiner Winzerfamilie und ist mit dem Weinbau nie in Berührung gekommen, bevor er nicht selbst damit angefangen hat. Einzig und allein die Faszination für die Traube und den Wein haben ihn dazu inspiriert, das Erbe der Römer wieder aufleben zu lassen und den Weinbau nach Neuburg zurück zu bringen: „Die Traube hat alles in sich, was ein Wein braucht. Man braucht nicht einmal mehr Wasser, nur die Trauben. Das finde ich toll!“, zeigt sich Josef Tremml noch immer begeistert von der kleinen Frucht.

Er erzählt von seinen Anfängen: „Als ich im Jahr 1991 versucht habe, an einem Steilhang meinen ersten Wein anzubauen, habe ich praktisch mit null Wissen angefangen“, erinnert sich Josef Tremml. „Ich habe dann nach und nach dazugelernt und im Jahr 2006 habe ich in der Abendschule, in Franken, die Winzerausbildung gemacht.“

Heute ist er erfolgreicher Nebenerwerbswinzer mit Auszeichnungen und internationalen Verköstigungen. Er erhält viel Anerkennung für seinen regionalen Wein und darauf ist Josef Tremml natürlich auch zurecht stolz.

Der Neuburger Wein von Josef Tremml
Herr Tremml bewirtschaftet 1300 Quadratmeter überwiegend in Handarbeit. Bis auf einen Rasenmäher verwendet er kaum Geräte. In der Gemarkung Ried befindet sich sein Weinberg, und in Bittenbrunn baut er Tafeltrauben an – so werden diejenigen Trauben genannt, die nicht zur Weinproduktion gedacht sind, sondern zum Verzehr als Obst. In Bittenbrunn hat Josef Tremml auch einen Ausschank, wo sich Gruppen zur Weinverköstigung anmelden können.
Der Wein, den der engagierte Nebenerwerbswinzer produziert, ist ein gemischter Satz aus sieben verschiedenen, pilzwiderstandsfährigen roten und weißen Sorten. Auf solche Sorten ist er angewiesen, denn in der Region gibt es recht viel Niederschlag und deshalb eine hohe Pilzgefahr. Spritzen muss er seine Weintrauben nicht, Dünger reicht ihnen aus, um zu gedeihen – und auch darauf ist der Winzer zurecht stolz, denn es gibt nicht viele Winzer, die es schaffen, ihre Trauben nicht spritzen zu müssen. Das kolloidale Silber, Bor und Kupfer reichen den Trauben aus um in der Vegetationszeit bis zur Lese stabil zu bleiben.

Jedes Jahr werden die Trauben alle an einem Trag geerntet, zusammen gemaischt und dann zum Wein ausgebaut. Genau das versteht man im Weinfachjargon als „Gemischten Satz“. Da Josef Tremml weiße und rote Trauben anbaut, wird sein Wein immer eine Art Rosé, der aber jedes Jahr eine etwas andere Farbe hat – je nachdem, wie hoch der Anteil an weißen und roten Trauben in der jeweiligen Ernte ist.

Es gibt jährlich etwa 3 – 5 Hektoliter Tremml-Weine, die bei ihm selbst und im Weinfachhandel erworben werden können. Probleme, seine Weine loszuwerden, hat der Winzer nicht – ganz im Gegenteil!
„Die Nachfrage ist sehr groß“, freut er sich „Meine Weine werden locker verkauft. Oft sind sie schon ausverkauft, bevor sie überhaupt abgefüllt sind!“

„Die Qualität halten und den Menschen die Philosophie über den Wein näherbringen“ – Josef Tremmls Zukunftspläne
Eine Vergrößerung seines Weinbaubetriebs sei, so Josef Tremml, zwar immer mal wieder im Gespräch, aber er ist sehr zufrieden mit der jetzigen Größe. Wachstum hieße auch: Mehr Trauben, die angebaut, geerntet und verarbeitet werden müssen. Das wäre ohne Geräte und eigenem Kelterhaus kaum möglich, und Geräte bedeuten natürlich auch immer hohe Geldinvestitionen. Auch der Zeitaufwand würde steigen.

„Ich bin sehr zufrieden, so wie es ist. Ich möchte die jetzige Qualität gerne halten, und die nächste Weinbaugeneration hat vielleicht die Vision, den Betrieb auf meiner Basis weiterzuführen. Ich möchte viel lieber den Menschen die Philosophie über den Wein und das Weintrinken näher bringen“, so Josef Tremml. Und so freut sich der Winzer stets über Menschen, die Weinverköstigungen und andere Veranstaltungen, wie zum Beispiel Seminare, buchen. Josef Tremml hat nicht nur in Neuburg eine kleine Weinanlage, sondern auch in Franken. In seinen Ausschank nach Bittenbrunn, im Eulatal, lädt er Sie gerne ein. Für die Seminare und Verköstigungen sind auch Gruppenbuchungen möglich.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Verköstigen der regionalen Weine von Josef Tremml. Dem einzigartigen Neuburger Winzer wünschen wir weiterhin viel Erfolg! Wir bedanken uns bei ihm für seinen Mut und für sein Engagement für Neuburg und Umgebung! – brennessel Magazin

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