Do. Mai 19th, 2022

Eichstätt (upd) – Das Filmfestival „Cine Latino“ bringt zum mittlerweile 11. Mal neuerer Filme zu Lateinamerika nach Eichstätt – inklusive der Gelegenheit zur Begegnung mit einer Regisseurin und einem Regisseur. Vom 16. bis zum 24. Mai sind im Filmstudio im Alten Stadttheater Eichstätt Spiel- und Dokumentarfilme zu sehen, die von Studierenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) zusammengestellt wurden und Schlaglichter auf einen vielfältigen und gegensätzlichen Kontinent werfen.

Zum Auftakt am Montag, 16. Mai, zeichnet die mexikanische Dokumentation „Luchadoras“ ein intimes Porträt über mutige Frauen, die in ihrem vom Machismo geprägten Alltag um die Deutungshoheit über das Frauenbild in Mexiko kämpfen. Lady Candy, Mini Sirenita und Baby Star sind in ihrem Alltag und im Ring der traditionellen mexikanischen Lucha Libre Wrestlerinnen lokal als Teil einer weltweiten Empowerment Bewegung aktiv. Sie zeigen, dass jede, die sich gegen ihre Angst und die Angstmacher stellt, Heldin ihrer eigenen Geschichte werden kann.

Ebenfalls eine mexikanische Produktion ist der Spielfilm „Cria Puercos“, der am Dienstag, 17. Mai, zu sehen ist. Nach dem Tod ihres Mannes und während derAbwesenheit ihres Sohnes hat Frau Esmeraldadas Interesse am Leben verloren. Sie wohntalleine in einer kleinen Stadt und hat keinInteresse sich mit Nachbarn zu treffen. Sieschließt sich in ihrem Haus ein bis ein kleines Schwein auftaucht: „La Cuina“. Es gibt Esmeralda das Bedürfnis zurück, Liebe und Zuneigung zu erfahren.

Den Blick nach Paraguay richtet die Dokumentation „Apenas El Sol“ am Mittwoch, 18. Mai. Mit einem Kassettenrecorder versucht Mateo Sobode Chiqueno eine verschwindende Kultur zu bewahren und Erinnerungen an seine verlorene Heimat zu rekonstruieren. Unermüdlich durchquert der indigene Ayoreo Mateo Sobode Chiqueno mit seinem alten Kassettenrecorder die karge Landschaft des paraguayischen Chaco. Nach der gewaltsamen Vertreibung aus dem Trockenwald lebt er mit anderen umgesiedelten Ayoreo in einer Zwischenwelt ohne Perspektive. Während Mateo ihre Geschichten, Lieder und Zeugnisse aufzeichnet, kommt in ihm der Wunsch auf, ein letztes Mal in seine Heimat zurückzukehren.

Der mexikanisch-spanische Spielfilm „El peluquero romántico“ porträtiert am Donnerstag, 19. Mai, den Friseur Viktor, dessen Leben nach dem Tod seiner Mutter in Routine verfällt. Jeden Tag als Friseur arbeiten, freitags Domino spielen, samstags seine Lieblingsmannschaft beim verlieren zusehen und sonntags die Wohnung putzen. Bis es ihn eines Tages nach Rio verschlägt…

Ebenfalls am 19. Mai kann das Kinopublikum die „außergewöhnliche Reise der Celeste Garcia“ – so die Übersetzung des spanischen Titels „El viaje extraordinario de Celeste Garcia“ – begleiten. Eine warmherzige und im heutigen Kuba hochpolitische Science-Fiction-Komödie erzählt von dem Aufbruch der pensionierten Lehrerin Celeste ins Ungewisse, der sie zur ihrer ganz persönlichen Wahrheit und Emanzipation führt.

Am Freitag, 20. Mai, erzählt die Dokumentation „Perro“ die Geschichte des heranwachsenden Jungen Perro, der zusammen mit seiner Großmutter im nicaraguanischen Dschungel lebt. Obwohl an dem abgeschiedenen, paradiesisch anmutenden Ort die Zeit still zu stehen scheint, wird die einheimische Gemeinde mit einem stetigen Wandel konfrontiert. Seitdem die Regierung die Pläne zum Bau eines interozeanischen Kanals kundgetan hat, ist ihre Heimat bedroht und Perros Zukunft ungewiss. Zu Gast bei dieser Filmvorführung wird die Regisseurin Lin Sternal sein.

Auch am Samstag, 21. Mai, besteht Gelegenheit zu einer Begegnung mit einem weiteren Filmemacher: Der Regisseur Rodrigo Otero Heraud hat mit seinem Film „Los ojos del camino“ (Die Augen des Weges) ein visuelles Gedicht mit überwältigenden Aufnahmen der Andenbergwelt gedreht. Es ist ein Quechua-Gebet, das die Gefühle der Andenkultur gegenüber der Mutter Erde zum Ausdruck bringt und die Suche nach einem tieferen Verständnis der Natur als Lebewesen, als ewige Begleiterin der Menschen. Der Hauptfigur ist ein Mann aus den Anden, der in verschiedenen Regionen der Kordilleren auftaucht und wieder verschwindet, wie ein Geist, der einen letzten Blick auf die heiligen Berge werfen möchte, und sich mit dem Wasser, den Felsen, den Männern unterhält, um eine bessere Vorstellung davon zu haben, unter welcher Krankheit die Menschheit der Gegenwart leidet.

Danach zu sehen ist der Spielfilm „Rojo“ – eine Koproduktion aus Argentinien, Brasilien und Frankreich. Eine argentinische Kleinstadt am Vorabend des Militärputsches von 1976 – die Nerven liegenblank. Ein Wortgefecht eskaliert ein angesehener und Claudio, Mann des Gesetzes, wird zum Gejagten. Ein Filigraner Politthriller über die Banalitäten des Bösen eines Militärregimes.

Als Zugabe und Abschluss zu sehen ist am Dienstag, 24. Mai, der mexikanische Spielfilm „La Gran Promessa“. Um den Behörden zu entkommen, opfert ein junger Vater seine Staatsbürgerschaft und seine Karriere, indem er sich nach Europa zurückzieht, nachdem er sein Kind in der Obhut seiner engen Freunde in Mexiko zurückgelassen hat. Jahrzehnte später muss er einen Weg nach Hause finden, um das Versprechen zu halten, das er vor über 20 Jahren gegeben hat – koste es, was es wolle. – Katja Ossiander, KU Eichstätt-Ingolstadt

Alle Informationen zu den Startzeiten der Filme und den Eintrittspreisen des Cine Latino finden sich unter www.kino-eichstaett.de.

 

Bildinformation: Studierende des Bachelorstudiengangs Lateinamerikastudien und des Masterstudiengangs Conflict, Memory and Peace des Cine Latino laden ein zur elften Auflage des Cine Latino – in Zusammenarbeit mit dem Filmstudio Eichstätt, dem Zentralinstitut für Lateinamerikastudien, der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät sowie dem mexikanischen Konsulat in Frankfurt/Main. (Foto: upd)

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