Trump droht Interimspräsidentin Rodriguez
New York: Venezuelas gestürzter Präsident Maduro soll am Mittag in der US-Metropole vor einen Haftrichter treten. Nach seiner Verschleppung aus Caracas vor zwei Tagen hat die US-Justiz ihn wegen Drogenhandels angeklagt.
Ebenfalls heute will sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Vorgehen der USA befassen. Zwei ständige Mitglieder des Sicherheitsrats – Russland und China – haben die Gefangennahme in scharfen Worten als unrechtmäßig verurteilt. Maduros bisherige Vize und neue Interimspräsidentin Rodríguez hat in Caracas am Abend ihre erste Kabinettssitzung geleitet. Die Streitkräfte Venezuelas erklärten, die Interimsregierung Rodriguez anzuerkennen. Die Vizepräsidentin übernehme verfassungsgemäß die Führung des Landes, sagte Verteidigungsminister Padrino. Im ganzen Land würden Einheiten von Streitkräften und Polizei aktiviert, um die – so wörtlich – „imperialistische Aggression“ der USA zurückzuschlagen. US-Präsident Trump verlangte von Rodriguez erneut Gehorsam und drohte der Übergangs-Staatschefin. Wenn Rodriguez nicht das Richtige tue, werde sie wahrscheinlich einen höheren Preis zahlen als Maduro, sagte Trump der Zeitschrift „The Atlantic“. Bereits bei der Pressekonferenz nach der Gefangennahme hatte Trump dem Land mit weiteren Militärschlägen gedroht. Im Sender Fox News sagte US-Heimatschutzministerin Noem dazu, man wolle in Caracas eine Führung, die Seite an Seite mit den USA stehe. Auf diese Art solle Rodriguez führen oder Platz machen, so Noem. – BR
