Mit frischem Blick und klarer Haltung
Neuburg/Königsmoos – Nachdem Heinrich Seißler nach drei prägenden Amtszeiten den Schlüssel zum Rathaus abgegeben hat, beginnt für die Gemeinde Königsmoos eine neue Ära. Mit Marco Meir übernimmt ein Mann das Amt, der bislang nicht aus der klassischen politischen Laufbahn stammt – und gerade deshalb viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Der frisch gewählte Bürgermeister konnte alle zehn Wahlbezirke für sich entscheiden und damit ein deutliches Zeichen setzen: Die Bürgerinnen und Bürger trauen ihm zu, die Zukunft ihrer Gemeinde verantwortungsvoll zu gestalten. Wir haben den 41‑jährigen Familienvater getroffen, der sich selbst als Quereinsteiger bezeichnet, und mit ihm über seinen Weg ins Amt, seine Motivation und seine Pläne für Königsmoos gesprochen.
Vom Sparkassen-IT-Leiter ins Rathaus – ein ungewöhnlicher, aber konsequenter Weg
Bis vor Kurzem war Marco Meir als IT-Leiter bei der Sparkasse Ingolstadt‑Eichstätt tätig. Ein Job, der viel Organisation, strategisches Denken und Verantwortungsbewusstsein erfordert – Fähigkeiten, die auch im Rathaus gefragt sind. Dennoch war der Schritt in die Politik für ihn keineswegs vorgezeichnet.
Schon einmal hatte er für den Gemeinderat kandidiert, damals jedoch ohne Erfolg. „Ich war damals einfach noch nicht so präsent in der Öffentlichkeit“, erzählt er. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Leute mich wirklich kannten.“ Dass die Freien Wähler nun gezielt auf ihn zukamen, war für ihn ein Zeichen, dass sich das geändert hat. „Sie suchten jemanden, der fachlich kompetent ist, aber auch menschlich gut zu Königsmoos passt. Als sie mich fragten, habe ich gemerkt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Besonders bewegt hat ihn die breite Unterstützung aus allen Ortsteilen. „Es war wirklich schön zu sehen, dass die Menschen mir zutrauen, Verantwortung zu übernehmen. Diese Akzeptanz ist für mich ein großer Ansporn.“
Ein intensiver Start: Einarbeitung, Gespräche und der Blick hinter die Kulissen
Noch vor seinem offiziellen Amtsantritt hat sich Meir mehrfach mit seinem Vorgänger Heinrich Seißler zusammengesetzt. Die Treffen waren ausführlich, strukturiert und geprägt von gegen seitigem Respekt. „Ich wollte nicht erst am ersten Arbeitstag anfangen, mich einzuarbeiten“, sagt Meir. „Mir war wichtig, die laufenden Projekte zu verstehen, die Hintergründe zu kennen und zu wissen, wo wir stehen.“
Die Gemeinde Königsmoos hat einige große Themen auf dem Tisch – Themen, die langfristig wirken und sorgfältig begleitet
werden müssen. Dazu gehören:
– Erweiterung der Grundschule
– Ausbau der Kläranlage
– Infrastruktur und Verkehrsanbindung
– Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Energie
Bei der Kläranlage sind die Aufträge bereits vergeben, die Planungen abgeschlossen – jetzt geht es um die Umsetzung. „Da muss man dranbleiben, regelmäßig nachfragen, Fortschritte prüfen und sicherstellen, dass alles im Zeitplan bleibt“, erklärt Meir. Die Erweiterung der Grundschule ist ein Herzensprojekt vieler Familien in der Gemeinde. „Wir wachsen, und wir wollen, dass unsere Kinder gute Bedingungen haben. Das ist eine Investition in die Zukunft.“
Bürgernähe als Grundhaltung nicht als Wahlversprechen
Für Marco Meir ist Königsmoos nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern seine Heimat. Er kennt die Menschen, die Vereine, die Feste, die Traditionen – und er weiß, wie wichtig das Miteinander hier ist. „Ich freue mich sehr, nun in meiner Heimat arbeiten zu können“, sagt er. „Ich kann Beruf und Familie besser verbinden, und ich bin näher an den Menschen dran.“
Dass er zu manchen Veranstaltungen seine Frau und die Kinder mitnehmen kann, empfindet er als großen Vorteil. „Das macht vieles leichter. Und es zeigt auch: Politik ist nichts Abgehobenes. Sie gehört mitten ins Leben.“ Sein Verständnis von Bürgernähe ist klar: zuhören, ansprechbar sein, präsent sein. „Ich möchte wissen, was die Menschen bewegt. Hier in Königsmoos funktioniert das Miteinander noch – wir reden miteinander, nicht übereinander. Das ist ein Wert, den wir unbedingt bewahren müssen.“ Er ermutigt die Bürger ausdrücklich, mit ihren Anliegen auf ihn zuzukommen. „Nur wenn wir im Austausch bleiben, können wir gemeinsam etwas bewegen.“
Ein Blick nach vorn: Verantwortung, Motivation und ein bisschen Demut
Mit Marco Meir beginnt eine Phase, die von Offenheit, Pragmatismus und persönlicher Nähe geprägt sein soll. Die Erwartungen sind hoch, doch er geht seine Aufgabe mit Zuversicht und Bodenständigkeit an. Das Brennnessel-Team wünscht Marco Meir eine erfolgreiche erste Amtszeit. – brennessel Magazin
