Bergen / Neuburg – Genau zum Ende des Marienmonats Mai, am Sonntag, 31.Mai 2026 findet um 18 Uhr das traditionelle Mariensingen im Münster Hl. Kreuz in Bergen statt. Die Verehrung der Gottesmutter Maria ist besonders im Wonnemonat Mai sehr ausgeprägt, stehen doch Maiandachten und Marienwallfahrten im Mittelpunkt des religiösen Lebens. Denn mit dem farbenfrohen Aufblühen der Natur, mit seinen Blumen und Blüten verbinden zahlreiche Menschen auch die Gnadenfülle der Gottesmutter, die seit jeher als „die schönste Blume“ besungen wird.
Organisator Karl Speth hat zum Mariensingen die Schutterzeiserl aus Buxheim eingeladen, sowie als Pendant den Irlahüller Männer-Viergesang. Daneben wird das Duo Baringer Saitenklang das Münster mit zarten Klängen beseelen, getreu dem Psalm 150: Lobt ihn min Laute und Harfe, lobt ihn mit Flöte und Saitenspiel, lobt ihn mit Posaunen.“ Als Blechbläserensemble fungiert in diesem Jahr ProBlech. Diese haben eine Art Heimspiel, nicht zuletzt, weil einer der Posaunisten, Johannes Speth, ein Baringer ist. Günter Schiele, Markus Stark, Daniel Fuchs (Trompeten), Anton Zinsmeister, Stefan Bergmann (Posaunen) und Josef Schiele (Bass) komplettieren das Septett, das mit dem Hymnus „Ave Maris Stella“ von Edvard Grieg als auch der berühmten „Fanfare und Chorus“ von Dietrich Buxtehude festlich-glanzvolle Stücke im Münster erklingen lassen werden.
Die Verehrung Marias als Patrona Bavariae wurde besonders von dem sehr religiösen Kurfürst Maximilian I. gefördert, der Bayern unter die Herrschaft Marias stellen wollte und sich nur als Statthalter Marias sah. 1610 ließ er eine Münze prägen, die Maria als Schutzpatronin Münchens zeigt. Die katholische Marienverehrung wurde in dieser Zeit in verstärktem Maße als Unterscheidungsmerkmal zwischen Katholizismus und Protestantismus instrumentalisiert.
Im Jahr 1616 – im unmittelbaren zeitlichen Vorfeld des Dreißigjährigen Kriegs – ließ der Kurfürst an der Westseite der Münchner Residenz die bronzene Marienstatue „Patrona Bavariae“ aufstellen Die Gottesmutter steht mit ihrem rechten Fuß auf der Mondsichel. Das Zepter in ihrer Linken sowie eine hohe Krone weisen Maria als Himmelskönigin aus. Mit ihrer Rechten hält sie das Christuskind. Dieses umfasst mit seiner Linken die kreuzgeschmückte Kosmoskugel als Zeichen seiner Herrschaft über das All. Das Haupt der Gottesmutter ist von zwölf Sternen (Symbol der Zwölf Stämme Israels) umkränzt. Unter der Statue brennt in einer engelgeschmückten bronzenen Laterne ein Ewiges Licht. Die lateinische Inschrift der von Kinderengeln gehaltenen Kartusche über der Sprenggiebelnische lautet: „Sub tuum praesidium confugimus, sub quo secure laetique degimus“ („In Deinen Schutz wir uns begeben, wo sicher wir und fröhlich leben.“) Der Eintritt zum Mariensingen ist frei. Spenden kommen wie immer dem Münster zugute. – Edgar Mayer
