Do. Sep 29th, 2022

Holetschek fördert datenbasierte und personalisierte Medizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Bayerns Gesundheitsminister: Projekt „DigiMed Bayern“ wird bis November 2024 verlängert und ausgebaut – Mehr als 24 Millionen Euro Förderung

München – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat die Bedeutung datenbasierter und personalisierter Medizin herausgehoben. Holetschek sagte am Freitag anlässlich der Verlängerung des Projekts „DigiMed Bayern“ im oberbayerischen Planegg: „Digitalisierung in der Medizin trägt wesentlich dazu bei, Patientinnen und Patienten eine individuellere, verbesserte Versorgung zu bieten. Das Projekt ‚DigiMed Bayern‘ leistet hierzu einen großartigen Beitrag. Deshalb haben wir es um ein Jahr bis November 2024 verlängert und ausgebaut.“

Holetschek ergänzte: „Wir fördern das Projekt über die nun verlängerte Laufzeit mit einem Gesamtvolumen von rund 24,5 Millionen Euro. Die Spitzenforschung in Bayern auf dem Gebiet der personalisierten Medizin schreitet damit weiter mit großen Schritten voran.“

Dem Projektteam von „DigiMed Bayern – Pilotprojekt zur P4 Medizin in Bayern“ stehen weltweit führende kardiologische, herzchirurgische sowie angiologische Gewebedatenbanken zur Verfügung, die umfangreich analysiert und ausgewertet werden. Die Daten ermöglichen Rückschlüsse auf den individuellen Krankheitsverlauf bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Ansatzpunkte für personalisierte therapeutische Strategien, insbesondere am Beispiel Atherosklerose. Holetschek betonte: „Das von uns geförderte Projekt ist vor allem für die Forschung, aber auch die Versorgung ein Leuchtturm im Bereich der Gesundheitsdatennutzung.“

Die Datengrundlage für die Forschung wird nun durch die digitale Vernetzung mit weiteren Gewebedatenbanken mit Proben verstorbener Patienten erweitert und übergreifend zusammengeführt. Die Erweiterung des Projekts um diese sogenannte „Post-Mortem-Kohorte“ wird die wissenschaftliche und medizinische Aussagekraft bei der Analyse von Gefäßwandveränderungen deutlich steigern.

Holetschek erläuterte: „Dies ist ein Datenschatz, den wir unbedingt heben wollen. Denn so wird nicht nur die wissenschaftliche Aussagekraft des Vorhabens noch einmal gesteigert, sondern auch der Ansatzpunkt für künftige hoch individualisierte Diagnostik- und Therapieverfahren verbessert.“

Eine weitere Säule der inhaltlichen Erweiterung von „DigiMed Bayern“ ist die Weiterentwicklung einer modernen Analysemethode für medizinische Big Data, also für Daten, die in großen Mengen anfallen. Diese können mittels sogenannter klinischer Graph-Datenbanken ganzheitlich ausgewertet und interpretiert werden, ein Ansatz, der bereits verfolgt wurde, für dessen sinnvolle Umsetzung aber entsprechende Ressourcen gefehlt hatten.

Holetschek erläuterte: „Während sich die Datensätze molekularer und klinischer Daten immer weiter vergrößern, bleibt deren Handling und Interpretation weiterhin eine Herausforderung. Für ein grundlegend besseres Verständnis von Gesundheit und Krankheit müssen wir solche Daten intuitiv und visuell unterstützt besser nutzen underforschen. Die Weiterentwicklung von Graph-Datenbanken hilft uns dabei.“

Eine dritte Komponente der Projektverlängerung ist die inhaltliche Erweiterung der HerzFit-App. Holetschek betonte: „Die HerzFit-App ist ein wichtiger Fortschritt, denn sie unterstützt dabei, die eigene Herzgesundheit digital und individuell zu fördern.“

Bestimmte Faktoren wie Blutdruck, Herzfrequenz, LDL-Cholesterin, Gewicht und Langzeitblutzucker können darin ganz einfach erfasst werden. Die Nutzerinnen und Nutzer können mögliche Risikofaktoren durch eine tagesaktuelle Darstellung jederzeit im Blick behalten. Darüber hinaus können sie in der HerzFit-App persönliche Ziele definieren, um sich zu motivieren. Zudem enthält die App praktische und fachlich fundierte Tipps zu gesunder Ernährung, Rauchstopp, Stressbewältigung und mehr Bewegung. In Form von Texten, Videos und Podcasts versorgt die App Nutzerinnen und Nutzer mit vielen Informationen rund um das Thema Herzgesundheit. Nach heutigen Schätzungen können durch individuelle Lebensstilveränderungen bis zu 80 Prozent der kardiovaskulären Erkrankungen verhindert werden.

Die App ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern daneben auch, anonymisiert ihre Daten für eine spätere wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Das Projekt „DigiMed Bayern“ verfolgt den Ansatz der sogenannten P4-Medizin (prädiktiv, präventiv, personalisiert, partizipatorisch), eine der erfolgversprechendsten Entwicklungen für eine verbesserte – weil ganzheitliche und effizientere – Gesundheitsversorgung.

Neben dem Deutschen Herzzentrum wird das Projekt von weiteren hochkarätigen Akteuren wie dem Helmholtz Zentrum München, der Technischen Universität München, der Ludwig-MaximiliansUniversität München, dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, dem Klinikum der Universität München, dem Max Planck Institut für Biochemie und dem Leibniz-Rechenzentrum München unterstützt. – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

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