Fr. Jul 1st, 2022

Berlin: Die frühere Bundeskanzlerin Merkel hat die Entscheidung verteidigt, die Ostseepipeline Nord Stream 2 trotz der russischen Annexion der Krim bauen zu lassen.
Sie habe nicht an Wandel durch Handel geglaubt, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, aber an Verbindung durch Handel, und zwar mit der zweitgrößten Atommacht der Welt. Vor diesem Hintergrund habe sie die Pipeline nach den Verhandlungen über das Minsker Friedensabkommen für die Ostukraine für vertretbar gehalten. Merkel räumte ein, dass dies keine leichte Entscheidung gewesen sei. Die damalige These habe gelautet: Wenn Nord Stream 2 in Betrieb sei, werde Putin durch die Ukraine kein Gas mehr liefern oder sie sogar angreifen. Durch die Förderung der erneuerbaren Energien, den Atomausstieg und den Beginn des Kohleausstiegs seien die Energiepreise schon damals hoch gewesen. Die deutsche Wirtschaft habe sich damals für den leitungsgebundenen Gastransport aus Russland entschieden, so die ehemalige Kanzlerin, weil das billiger gewesen sei als der Import von Flüssiggas. – BR

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