Sa. Feb 4th, 2023

Paris – In Paris sind am Mittag in einem kurdischen Gemeindezentrum mehrere Schüsse gefallen. Mindestens drei Personen kamen dabei ums Leben. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest. Die Bürgermeisterin von Paris geht von einem rassistischen Motiv aus.

Nach den Schüssen im zehnten Arrondissement der französischen Hauptstadt hat die Polizei die Zahl der Todesopfer auf drei erhöht. Ein Mensch schwebe weiter in Lebensgefahr, zwei weitere seien leichter verletzt, sagte die zuständige Staatsanwältin Laure Beccuau am Mittag in Paris. Der mutmaßliche Täter konnte von der Polizei festgenommen werden. Er sei am Gesicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden, fügte Beccuau hinzu. Gegen ihn wird wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Gewalt ermittelt.

Mutmaßlicher Täter wurde festgenommen
Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um nach Informationen aus Polizeikreisen um einen 69 Jahre alten Mann handeln, der früher als Lokomotivführer gearbeitet hatte. Er soll den Behörden bereits wegen zwei Mordversuchen bekannt sein. Vor etwa einem Jahr habe er in Paris mit einem Messer mindestens zwei Migranten verletzt und mehrere Zelte von Flüchtlingen zerstört, sagte Staatsanwältin Beccuau. Die Zeitung „Le Parisien“ schrieb, dass der Franzose erst Mitte Dezember aus dem Gefängnis gekommen sei und sich unter Justizaufsicht befunden habe. Die Polizei forderte die Menschen auf, die Gegend um die Rue d’Enghien zu meiden.

Pariser Bürgermeisterin Hidalgo: Schüsse waren Tat eines Rechtsextremisten
Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo geht hingegen von einem rassistischen Motiv aus. „Die kurdische Gemeinschaft und durch sie alle Pariser wurden durch diese Morde, die von einem rechtsextremen Aktivisten begangen wurden, ins Visier genommen“, schrieb Hidalgo auf Twitter. „Die Kurden, wo auch immer sie leben, müssen in Frieden und Sicherheit leben können. Mehr denn je steht Paris in diesen dunklen Stunden an ihrer Seite.“

Vor knapp zehn Jahren hatte es im zehnten Pariser Arrondissement einen Mordanschlag auf drei kurdische Aktivistinnen gegeben. Ihre Leichen waren damals im Kurdistan Informationszentrum entdeckt worden. – BR

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