Di.. Feb. 17th, 2026

Augsburg – Mit dem Ruf des Käuzchens startet 2026 die Kartiersaison für den Atlas Deutscher Brutvogelarten (ADEBAR 2). Die bundesweiten Kartierungen gehen in ihr zweites Jahr – und erneut sind ehrenamtliche Ornithologinnen und Ornithologen eingeladen, sich an der Erfassung der heimischen Brutvogelwelt zu beteiligen.

Ab Februar stehen zunächst die nachtaktiven Arten im Fokus: Kartierende folgen dann den Balzrufen der Eulen. Im März rücken Spechte und die ersten Singvögel in den Mittelpunkt. Deutschlandweit werden bis 2029 Daten zu mehr als 200 Brutvogelarten erhoben. Ziel ist es, eine belastbare Grundlage für den Naturschutz und das langfristige Monitoring der Vogelbestände zu schaffen. Bereits 2014 erschien mit ADEBAR („Atlas Deutscher Brutvogelarten“) erstmals ein Brutvogelatlas, der auch Bestandsgrößen aller deutschen Brutvogelarten abbildete. Im Jahr 2025 startete nun ADEBAR 2. Allein in Bayern meldeten rund 400 Kartierende mehr als 250.000 Beobachtungen. Besondere Funde waren unter anderem erste Brutzeitreviere der Zaunammer in Unterfranken. „Dass sich diese wärmeliebende Art hier angesiedelt hat, ist ein Indiz für den Klimawandel“, erläutert Margarete Siering von der Vogelschutzwarte am Bayerischen Landesamt für Umwelt.

Darüber hinaus konnten auch erste Bruten der seltenen Zwergscharbe nachgewiesen werden. Die intensive Kartierung lieferte zudem neue Erkenntnisse zu versteckt lebenden Brutvogelarten wie Sperlingskauz und Kleinspecht, die bislang oft nur lückenhaft dokumentiert waren.

Deutschlandweit koordiniert der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) die Erstellung des Brutvogelatlas, in Bayern ist das Landesamt für Umwelt zuständig. Als flächenmäßig größtes Bundesland verfügt Bayern über 2.153 Kartierquadranten und für 26 Prozent dieser Quadranten wurden bereits im Vorjahr Daten erhoben.

Die Präsidentin des Bayerischen Landesamts für Umwelt, Dr. Monika Kratzer, betont: „Wir freuen uns sehr über das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen. ADEBAR 2 lebt von der Begeisterung und Fachkenntnis der Kartierenden – und wir heißen alle willkommen, die sich an diesem wertvollen Projekt beteiligen möchten.“ Auch 2026 werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die in Bayern Brutvögel kartieren.- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Bild: Porträt eines Uhus; Quelle: Stephanie Millonig

Informationen zur Beteiligung: Ein Brutvogelatlas für Bayern und Deutschland

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