Di. Sep 28th, 2021

Sonderausstellung in der Bavariathek
Regensburg – Die Integration der Heimatvertriebenen in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg war eine der größten Herausforderungen der jüngeren bayerischen Geschichte, die trotz anfänglicher Schwierigkeiten aus heutiger Sicht als Erfolgsgeschichte gilt. Das Wirtschaftswunder als Gemeinschaftsleistung der alten und neuen Bayern begünstigt dabei den Abbau von gegenseitigen Vorurteilen und die dauerhafte Integration.

Glaswaren aus Konstein im Landkreis Eichstätt, Nylonstrümpfe aus Immenstadt im Allgäu oder Back- und Puddingpulver aus Barbing bei Regensburg: Diese Produkte stehen für die Unternehmensgeschichten der Firmen Phönix, Kunert und Ernst Müller, erfolgreiche Gründungen von Heimatvertriebenen.

Diese Firmengeschichten spiegeln Kontinuitäten, Brüche und Neuanfänge im Leben der Vertriebenen wider. So auch bei Wenzel Meinl. Bis zum Zweiten Weltkrieg war Meinl mit seiner Werkstatt für Blechblasinstrumente in Graslitz (Kraslice) im Sudetenland ansässig. Nach der Vertreibung beginnt die Familie ihre Werkstatt in einem ehemaligen Militärbunker in Geretsried wiederaufzubauen. Bald produziert sie für Kunden auf der ganzen Welt. Bis heute werden in Geretsried hochwertige Instrumente in Handarbeit gefertigt. In der Ausstellung ist ein Flügelhorn aus der Zeit der Neugründung des Betriebs zu sehen.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Ereignisse von 1945/46 widmet das Haus der Bayerischen Geschichte dem Thema „Flucht, Vertreibung und Integration“ eine Sonderausstellung in der Bavariathek, dem Projektzentrum des Hauses der Bayerischen Geschichte am Regensburger Donaumarkt.

Die Sonderausstellung ist von 15.09.2021 bis 15.04.2022 (Di.-Fr. 9-15 Uhr, Sa./So. 11-17 Uhr) zu besichtigen. Eröffnet wurde sie am 15. September 2021 durch den Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte Augsburg-Regensburg, Dr. Richard Loibl. Bei diesem Anlass dankte die Schirmherrin, Sylvia Stierstorfer, MdL, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, in ihrem Grußwort Dr. Loibl für die Konzeption und Vernetzung der Ausstellung mit verschiedenen Bildungsangeboten. Besonders erfreut zeigte sich Frau Stierstorfer – selbst sudetendeutscher Herkunft – darüber, dass die Ausstellung in ihrer Regensburger Heimat zu sehen sein wird. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen finden Sie unter www.hdbg.de/neuanfaengeDr. Andrea Rüth, Haus der Bayerischen Geschichte

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