Mo. Mai 16th, 2022

Gemeinsame Initiative „Leise kommt an“ des ADAC in Bayern und des Bayerischen Verkehrs- und Innenministeriums soll mit Hinweistafeln für Rücksichtnahme sensibilisieren.

München/Grafrath. Kaum hat die Motorrad-Saison begonnen, schlagen von Lärmemissionen stark betroffene Anwohner Alarm und fordern Fahrverbote und Streckensperrungen für Motorradfahrer. Besonders im Motorradland Bayern nimmt diese Problematik immer mehr zu. Um ihr entgegenzuwirken, hat der ADAC in Bayern nun die Verkehrsinitiative „Leise kommt an!“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Biker mit vom ADAC entworfenen Hinweistafeln sowie einem elektronischen Lärmdisplay für eine rücksichtsvollere Fahrweise zu sensibilisieren. Insgesamt stellt der Club 20 unterschiedliche Motive mit Aufschriften wie „Leise fahren. Lärm ersparen!“ oder „Bitte nicht röööhren!“ zur Verfügung, mit denen die jeweiligen Gemeinden Schilder in Auftrag geben können. Kooperationspartner sind das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr sowie das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Integration und Sport, welche die Aktion im Rahmen des Programms „Bayern mobil, sicher ans Ziel – Verkehrssicherheit 2030“ unterstützen.

Bewusstsein für Lärmproblematik schaffen
Beim heutigen Auftakt der Aktion in Grafrath im Landkreis Fürstenfeldbruck, das als beliebte Motorradstrecke bekannt ist und nun die ersten zwei Hinweistafeln aufgestellt hat, betonte ADAC Südbayern-Vorsitzender Dr. Gerd Ennser im Beisein von Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, und Markus Kennerknecht, Bürgermeister von Grafrath: „Mit den Schildern möchten wir ein Bewusstsein für die Lärmproblematik schaffen, ohne die Mobilität einzuschränken. Denn Kollektivstrafen, wie Streckensperrungen, Fahrverbote oder Grenzwerte, tragen nicht zur Lösung des Problems bei. Schließlich sind die meisten Motorradfahrer vernünftig unterwegs und am einfachsten lässt sich der unnötige Lärmausstoß schlicht mit der Hand am Gasgriff regulieren.“ Der Club setze vielmehr auf gezielte Kontrollen und die Ahndung von Verstößen, etwa von den wenigen Bikern, die mit manipulierten Auspuffanlagen für Lärm sorgen. Staatsminister Bernreiter ergänzte: „Ich unterstütze gerne die Initiative des ADAC für weniger Verkehrslärm und den Start der Aktion ‚Leise kommt an‘ gegen Motoradlärm. Motorradfahrer werden mit den Hinweistafeln gezielt angesprochen und für die Lärmproblematik sensibilisiert.“ Darüber hinaus erklärte Roman Gold, Leiter der Motorradkontrollgruppe Polizeipräsidium Oberbayern Süd, die technischen Fakten am Motorrad: „Eine Erhöhung der Lautstärke des Motorrads um nur 10 dB führt zu einer Verdoppelung der Lautstärkeempfindung. Wer also nicht sofort nach einem Ortsschild hochbeschleunigt, sondern abwartet bis er bebautes Gebiet verlassen hat, trägt bereits einen Teil zur Lärmreduktion bei.“ Dies wurde dann vor Ort auch anhand unterschiedlicher Handhabungsmöglichkeiten von Motorrädern inklusive Lautstärkemessung demonstriert.

ADAC steht betroffenen Gemeinden in Bayern mit Rat und Tat zur Seite
Die Aktion ist bereits vor dem offiziellen Startschuss in Bayern auf positive Resonanz gestoßen und so haben schon weitere Gemeinden im Freistaat Schilder mit den vom ADAC entworfenen Motiven bestellt. „Wir stehen als ADAC allen betroffenen Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite und geben kostenfreie Hilfestellung bei der Standortbestimmung und beim Layout des Schildes“, so Dr. Ennser. Weitere Informationen und den Motivkatalog gibt es unter adac.de/leisekommtan-bayern. – Yvonne Halfar, ADAC Südbayern

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