Mo. Apr 15th, 2024

Homers Odyssee
14.04.24 im Silbersaal
Ein Vortrag von Hans Maier-Fuchs

Der Vortrag zum Konzert und zur Ausstellung
Im Rahmen der Reihe „Odyssee“ nähern wir uns diesem spannenden Thema neben einem Konzert von Quadro Nuevo am 17. April und einer Ausstellung im Barocksaal ab 18. April auch mit einem spannenden Vortrag von Studiendirektor a.D., Hans Maier-
Fuchs. Neben seiner über 45-järigen Tätigkeit als Lehrer für Griechisch, Latein und Deutsch war Fuchs auch oftmals als Reiseleiter im Einsatz.

Von der Weltliteratur zur Alltagssprache
Den Sirenengesang, eine Odyssee hinter sich haben, jemand bezirzen: Das sind alles
Anleihen aus Homers Odyssee. Weniges aus der sogenannten Weltliteratur ist so in
unsere Alltagssprache eingegangen wie die von Homer geschilderten Abenteuer des
Odysseus. Jeder kennt das trojanische Pferd, viele kennen die Grausamkeit und die
Blendung des einäugigen Zyklopen Polyphem. Bekannt ist die Verwandlung der
Gefährten des Odysseus durch die Zauberin Kirke in Schweine. Und die Heimkehr des
Helden endet mit der grausamen Tötung der Freier seiner Gattin Penelope und der
Wiedervereinigung des 20 Jahre durch Krieg und Irrfahrten getrennten Ehepaars.

Ein wahrhaft listenreicher Held
Das Bild dieses Helden ist dem Literaturkenner präsent: Nicht der strahlende,
kraftstrotzende, mit Muskeln alle und alles niederringende Held steht vor uns, sondern der „listenreiche“ Mann, der unserem Selbstverständnis so viel nähersteht. Allein der Einfall, sich dem gefährlichsten aller Feinde, Polyphem, mit dem Namen „Niemand“ vorzustellen und so, sein Ich verleugnend, aber damit sein und seiner Gefährten Leben rettend, ist eine bis heute unübertroffene List. Und von diesen gibt es unzählige in diesem Epos, aber das ist nur eine, wenn auch die bekannteste Seite des homerischen Werks.

Eine spannende Reise
Seine Facetten sind um einiges vielfältiger und die Wissenschaft kennt deren viele. Was hat es mit den Irrfahrten historisch – geographisch auf sich? Oder Odysseus und die Frauen: Kirke, Kalypso, Nausikaa und Penelope. Und schließlich das Ende des Epos:

Die Heimkehr. Ein besonders wichtiges Kapitel. Und endet de Odyssee mit der Heimkehr und der Vereinigung der Gatten? Da gibt es große Zweifel! Und dann stellt sich auch noch die Frage nach der Rezeptionsgeschichte? Vergils Äneis: Ohne Homer undenkbar. Dantes göttliche Komödie bringt uns ganz neue Wendungen in Odysseus‘ Leben. Und James Joyce’s Ulisses? Und Ernst Bloch im „Prinzip Hoffnung“. Und die Musik (Monteverdi: Ritorno di Ulisse in patria)?, und die Malerei (tausendfach)? Gehen wir mit Hans Maier-Fuchs auf eine spannende Reise.

Eine Reise ans Licht
17.–25.04.24 im Barocksaal, Vernissage: 17.04. um 19 Uhr
Eine Fotoausstellung von Annette Hempfling, Andreas Hinterseher, Mike Meyer und René van der Voorden Große Fahrten wie die von Odysseus wurden zu zentralen Epen abendländischer Kultur.
Welche Relevanz haben sie in unserer modernen Gesellschaft? Ein Künstler-Kollektiv um die Weltmusik-Band Quadro Nuevo spürte diesen Fragen nach. Die Antworten sind weder wissenschaftlich noch politisch ausgefallen, sondern künstlerisch und dadurch fähig im späteren Betrachter Emotion und Empathie auszulösen.
Auf ihrer Spurensuche begaben sich Musiker, Wort- und Bildgestalter, Fotografen und Filmer in einen mehrwöchigen produktiven Prozess, kreativ verdichtet, segelnd durch die Gefilde uralter Geschichten. Von der Ägäis vorbei an Sizilien zu den äolischen Inseln. Unterwegs entstanden Songs, Fotos, ein Buch und Videos und in Folge die Veröffentlichungen eines neuen Albums von Quadro Nuevo. Begleitend zu deren Konzert am 17. April im Silbersaal findet eine Ausstellung im Barocksaal statt.

Durch mythenumwobene Inselwelten
Ein Konzert, das definitiv anders ist als alle bisherigen von Quadro Nuevo. Voller
archaischer Kraft, bronzener Klangfarben und urtümlicher Rhythmen.
Man findet hier neben hymnischen Improvisationen einen getriebenen Ska-Groove, einen frühzeitlichen Meeres-Bossa, ein inniges Wiegenlied für den gefallenen Ikarus oder eine erdverbundene Ballade für die wartende Penelope. Die Inspiration holten sich die Musiker in der für die Kunst so düstere Corona-Zeit: Sie segelten auf den Spuren uralter Geschichten durch die mythenumwobene Inselwelt der Äolen.
Quadro Nuevo tourt seit 1996 durch die Länder der Welt und gab über 4000 Konzerte.

In dieser Zeit hat das Ensemble eine ganz eigene Sprache der Tonpoesie entwickelt. Sie ist geprägt von der europäischen Spielform des Tango, der leidenschaftlichen Liebe zum Instrument und von großer Spielfreude. Quadro Nuevo erhielt zwei Mal den ECHO, eine Goldene Schallplatte und den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Besetzung
Mulo Francel Saxophone, Klarinetten
Dietmar Lowka Kontrabass, Percussion
Andreas Hinterseher Akkordeon, Bandoneon, Trompete
Chris Gall Piano
Robert Kainar Drums, Percussion

Weltmusik im Silbersaal
Der Silbersaal ist Münchens schönste Kleinkunstbühne. Hier wird kulturelle Vielfalt sichtbar. Im Rahmen der Reihe Welt im Silbersaal finden Weltmusik-Konzerte, klassische Salon-Abende und Tanzveranstaltungen statt. Zudem stellen wir deutsche Liedermacherinnen und Liedermacher vor. – i. A. Marion Menzel, Deutsches Theater München

Kommentar verfassen