Fr. Mai 14th, 2021

(Werbung) – Casinos bzw. Spielbanken blicken auf eine lange Tradition zurück. Bereits im 16. Jahrhundert eröffnete in Venetien das erste Casino, wobei dies noch in „privaten Räumlichkeiten“ der venezianischen Nobili, einem alten italienischen Adelsgeschlecht erfolgte.

Glücksspiel war eine reine Nebensache
In seinen Anfängen hatten die Spielbanken wenig mit den heutigen Casinos gemeinsam und das Glücksspiel war eine reine Nebensache. Allerdings dauerte es nicht lange, bis das dieses private Vergnügen der Nobili weitere Angehörige des italienischen Adels und der höheren Gesellschaft anzog. So entwickelte sich langsam die erste, private Spielbank weltweit. Im übrigen: Casino bedeutet so viel wie „kleines Haus“.

Der Erfolg der Casinos schritt unaufhaltsam voran in den darauffolgenden Jahrzehnten. In Europa gab es Mitte des 17. Jahrhunderts über 100 Glücksspielhäuser, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts dann institutionalisiert wurden. Selbst in Deutschland erfreuten sich die Spielbanken einer großen Beliebtheit und daher breiteten sie sich rasch aus. Vor allem in den Bade- und Kurorten wurden diese eröffnet. Das erste deutsche „Spielhaus“ wurde 1396 in Frankfurt am Main eröffnet. In Spa wurde 1763 das „Redoute“ eröffnet, dass sich zu einer der größten Glücksspielorte binnen kurzer Zeit entwickelte. Jedoch wurden alle Casinos mit der französischen Revolution geschlossen.

Damit wurden die Spielbanken in Deutschland zu Zentrum für die Glücksspieler und insbesondere die beiden Spielhäuser in Baden-Baden und Aachen (1824). Die Franzosen Francois Blanc und Louis Blanc schafften mit der Gründung der Spielbank in Bad Homburg vor der Höhe die Doppel Zero ab. Damit entwickelte sich das Casino zu einer der erfolgreichsten Spielbanken jener Zeit.

Wissenswert: Dostojewski schrieb 1866 in Bad Homburg seinen Roman „Der Spieler“.

Heute in Deutschland: Das Glücksspiel boomt
In ganz Deutschland existieren heute 65 Spielbanken, von denen das älteste die Spielbank Bad Ems ist. Diese wurde bereits 1720 eröffnet. Erlaubt ist der Zutritt zu den deutschen Spielbanken ab 18 Jahren, während in Bayern und Baden-Württemberg strengere Gesetze herrschen. Dort müssen die Besucher 21 Jahre alt sein.

Ohne Frage erfreuen sich die landbasierten Spielbanken einer großen Beliebtheit unter den Glücksspiel-Enthusiasten – doch die Besucherzahlen zeigten sich in den vergangenen Jahren eher rückläufig. Vor allem ist das durch das Aufkommen des Internets zu begründen. Dieses trat zum Ende der 90iger Jahre seinen Siegeszug an und veränderte das Spiel grundlegend. Denn heute müssen die Spieler lediglich online gehen und finden seriöse online Casinos auf vielfältigen Vergleichsseiten wie pnp.de

Der Grund, dass die virtuellen Spielhallen einen Boom erlebten, hatte gleich mehrere Gründe. Zum einen bieten sie Flexibilität und Spielspaß rund um die Uhr und hinzukommt das anonyme Spiel. Außerdem muss niemand mehr einen weiten Anfahrtsweg mehr in Kauf nehmen, sondern wird online schnell fündig.

Mittlerweile verzeichnen die online Casinos in jedem Jahr Milliardenumsätze und einen Teil steuern die Spieler aus Deutschland dazu bei. Aber dabei gab es grundsätzlich ein Problem: Im Grunde war für die deutschen Spieler das Spiel in den online Casinos illegal – zumindest für eine lange Zeit.

Online Casinos in Deutschland – legal oder nicht?
Seit dem 15. Oktober 2020 ist das Spiel in den online Casinos für deutsche Spieler legal. Befanden sich diese zuvor in einer Grauzone, aufgrund der Glücksspielregulierung, so hat dieser Tag alles verändert.

Zum ersten Mal werden die illegalen online Casinospiele in Deutschland geduldet und die Aufsichtsbehörden der Bundesländer werden nicht mehr gegen die Anbieter von virtuellen Slots oder Pokerrunden vorgehen – sofern sich diese an bestimmte Regeln halten. Dabei handelt es sich allerdings um eine Übergangslösung bis zum 01. Juli 2021.

Mit dem 3. Glücksspielstaatsänderungsvertrag  hoffen die Bundesländer, dass sie den bislang weitgehend illegalen Glücksspielschwarzmarkt in den Griff bekommen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Betreiber der Glücksspielportale aufgrund des EU-Rechts ungestört Milliardenumsätze verbuchen. Am 15. Oktober 2020 wurden sogar in einem separaten Verfahren bereits 15 Lizenzen für Sportwettenanbieter vergeben worden.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag – von der EU überprüft
Zuletzt wurde der Glücksspielstaatsänderungsvertrag von der EU-Kommission überprüft und muss jetzt nur noch durch die Länderparlamente. Dann gilt er vom 01. Juli 2021 an. Bis zu diesem Zeitpunkt haben die Anbieter von online Glücksspielen Zeit, sich zu bewähren, und müssen beweisen, dass sie sich von nun an die neuen Gesetze halten. Im Gegensatz zu den Sportwetten wird es für die online Casinos derzeit noch keine Lizenzen. Jedoch sollten die Betreiber, die sich bewährt haben, bei der späteren Vergabe der Glücksspiellizenzen bevorzugt behandelt werden.

Jeder Betreiber, der auf dem derzeit „halblegalen“ Markt aktiv sein möchte, der muss eine Reihe von Vorgaben erfüllen. Insgesamt gibt es 30 Punkte, durch die der Spielerschutz im Internet garantiert werden soll. Neben einem maximalen monatlichen Einzahlungsbetrag von 1000 Euro, soll es eine bundesweite Sperrdatei geben sowie einen „Panik-Knopf“, mit dem sich der Spieler auf jedem Glücksspielportal für 24 Stunden selbst sperren kann. Roulette und Blackjack sind zudem in der Zukunft tabu.

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