Naturnahe Unterschlupfe dienen als Quartier und Brutplatz und können beim Abrennen zur tödlichen Falle werden
Neuburg-Schrobenhausen — Mit den bevorstehenden Osterfeiertagen rücken wieder vielerorts die traditionellen Brauchtumsfeuer in den Mittelpunkt. Was für viele Menschen Brauchtum und Gemeinschaft bedeutet, kann für Flora und Fauna jedoch schnell gefährlich werden, darauf weist die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt hin.
Oftmals wird abgelagerter Gehölzschnitt für die Brauchtumsfeuer verwendet. Wildtiere wie Igel, Kaninchen, Feldhasen, Reptilien sowie zahlreiche Vogel- und Insektenarten nutzen die aufgetürmten Reisighaufen gerne als Versteck oder Brutplatz, wenn das Material bereits längerfristig am geplanten Abbrennort gelagert wurde.
Wichtig ist daher: Wird das Brennmaterial mehr als 14 Tage vor dem Brauchtumsfeuer abgelagert, sollten vorbereitete Holz- und Gehölzschnitthaufen noch einmal umgeschichtet werden. Wird das Material deutlich früher angesammelt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Tiere sich einnisten und beim Feuer in Bedrängnis geraten — umzingelt von Menschen
und Flammen finden sie oft keinen Fluchtweg und verenden qualvoll. Wer ein Osterfeuer plant, sollte dies frühzeitig bei der zuständigen Kommune anzeigen, die örtliche Feuerwehr mit einbeziehen und sich darüber hinaus über die geltenden Vorschriften zu Abständen, Brandschutz, Abfallrecht und Naturschutz informieren, ansonsten drohen dem Veranstalter unter Umständen empfindliche Bußgelder.
Tipp der Naturschutzbehörde
Strauchschnitt aus dem Garten lässt sich auch anderweitig sinnvoll verwerten, etwa zur Anlage von Benjeshecken oder Totholzhaufen als Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Weitere Tipps zum naturnahen Gärtnern gibt die Kreisfachberatung auf der Homepage des Landratsamtes unter www.neuburg schrobenhausen.de – Suchbegriff „Naturgarten“. – Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen
Bildtext: Zahlreiche Wildtiere suchen Schutz in abgelagertem Gehölzschnitt. Fotonachweis:
Rotkehlchen: pixabay/Wilfried Wende, Igel: pixabay/Alexandr Ivanov
