So. Apr 11th, 2021

Weitere Schritte in der Altlastensanierung
Neuburg – Auf dem NATO-Flugplatz in Neuburg sind erhöhte Werte von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) nachgewiesen worden. Um eine Gefährdungsabschätzung und Sanierungsmaßnahmen zu erarbeiten, werden auf dem Flugplatzgelände und dessen Umgriff Beprobungen im Rahmen des Altlastenprogramms der Bundeswehr vorgenommen.

Dieses Altlastenprogramm ist dreistufig aufgebaut: In Phase I werden kontaminationsverdächtige Flächen erfasst und bewertet, in den Phasen IIa und IIb laufen die Orientierende Untersuchung sowie die Detailuntersuchung, die mit einer Gefährdungsabschätzung abschließt. In den Phasen IIIa bis IIIc erfolgen die Sanierungsplanung und -durchführung sowie die Nachsorge.

Derzeit befinden sich die Untersuchungen am Flugplatz Neuburg in den Phasen IIa und IIb sowie in Phase IIIa. Dabei werden für drei Kontaminationsverdachtsflächen weitere orientierende Untersuchungen vorgenommen, für sieben Kontaminationsverdachtsflächen eine Detailuntersuchung durchgeführt und für zwei Kontaminationsflächen eine Sanierungsplanung mit weiteren Sanierungsuntersuchungen erstellt. Hierfür sind die Abläufe klar festgelegt. Jeder einzelne Verfahrensschritt muss öffentlich ausgeschrieben und vergeben werden. Aktuell ist die Vergabe für die Konzepterstellung für die Phasen IIa, IIb und IIIa an ein Ingenieurbüro erfolgt. Steht das Konzept, kann die Ausschreibung für die Durchführung beginnen. Start ist voraussichtlich im Spätsommer oder Herbst 2021.

Erneute Brunnenbeprobung
Darüber hinaus ist auch die Beprobung von 36 Hausbrunnen, Bewässerungsbrunnen und Grundwassermessstellen in der Nachbarschaft des Flugplatzes beauftragt worden. In diesem Jahr sollen dort je zwei Wasserproben untersucht werden. Eine Hausbrunnenbeprobung hat die Bundeswehr bereits 2019 durchgeführt. Nachdem Messungen nachgewiesen haben, dass die tatsächliche Grundwasserfließgeschwindigkeit von 800 Metern pro Jahr weitaus schneller ist, als wissenschaftliche Berechnungen bislang ergaben, wird nun eine weitere Beprobungsrunde gestartet, u.a. um Vergleichswerte zu ermitteln.

Weiher werden untersucht
Erneut untersucht werden auch die Weiher im Umfeld des Flugplatzes. Das Gesundheitsamt Neuburg-Schrobenhausen wird im Schimmer Weiher, Rosinger Weiher, Zauner Weiher und Zeller Weiher Proben ziehen und zur Analyse an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelüberwachung (LGL) schicken.

Belastete Eier in einer privaten Haltung – Monitoring erforderlich
Darüber hinaus nimmt auch das Veterinäramt des Landkreises im Rahmen eines Lebensmittelmonitorings Proben und lässt diese vom LGL analysieren. Im Zuge dessen hat das LGL am 1. März 2021 die Ergebnisse einer Untersuchung von Eiern aus einer privaten Hühnerhaltung im Ortsteil Rosing mitgeteilt. In den Eiern sind perfluorierte Chemikalien nachgewiesen worden. Das LGL hat die Empfehlung ausgesprochen, die Eier nicht in größeren Mengen zu verzehren. So soll ein erwachsener Mensch die Anzahl von fünf Eiern pro Woche nicht überschreiten. Ob nun PFC im Brunnenwasser, im Boden oder in Pflanzen ursächlich für die Belastung ist, ist noch offen. Ein vertieftes Monitoring ist dazu erforderlich. Wie dieses ablaufen kann, soll in Gesprächen auf Fachebene geklärt werden.

Nächster Runder Tisch im Frühjahr
Gelegenheit dazu bieten die regelmäßigen Treffen des Landkreises mit den weiteren beteiligten Behörden: Bundeswehr, Wasserwirtschaftsamt, Staatliches Bauamt und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Im Rahmen von Runden Tischen und Arbeitskreisen werden Gespräche über aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen geführt. Der nächste Runde Tisch ist nach Ostern geplant – coronabedingt in digitaler Form. Als Teilnehmer aus der Bürgerschaft werden auch die Ortssprecherinnen und Ortssprecher der Ortsteile Bruck, Marienheim und Zell eingeladen.  – Sabine Gooss, Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen

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