Fr. Jul 19th, 2024

Kripo nimmt Rauschgifthändler fest – mehrere Kilogramm Drogen sichergestelltIngolstadt – Nach umfangreichen Ermittlungen gelang der Kriminalpolizei Ingolstadt die Festnahme von fünf mutmaßlichen Drogenhändlern aus der Region. Zudem wurden zehn Objekte durchsucht und dabei mehrere Kilogramm Rauschgift sichergestellt.

Den Ermittlungen der Kripo zufolge hatten sich die vier Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sowie eine 31-jährige Frau regelmäßig auf dem Postweg Drogen zusenden lassen, um diese in der Region Ingolstadt gewinnbringend zu verkaufen. Auf diesem Weg konnten die Beamten bereits 2,5 kg Haschisch sicherstellen.

In enger Abstimmung mit der sachleitenden Staatsanwaltschaft Ingolstadt erfolgte am 25.06. die zeitgleiche Durchsuchung von 10 Wohnungen in Ingolstadt sowie den Landkreisen Pfaffenhofen und Eichstätt. Zudem wurden Haftbefehle gegen die fünf Tatverdächtigen vollzogen, zwei weitere Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Die mehr als 40 an der Durchsuchungsaktion beteiligten Beamten fanden 2,2kg Marihuana, weitere 1,8kg Haschisch sowie rund 110g Kokain auf. Ein Großteil der Drogen war in einer offenbar extra hierfür angemieteten Wohnung in Gaimersheim versteckt.

Die fünf Tatverdächtigen wurden am vergangenen Mittwoch einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft angeordnet hat. Die Beschuldigten wurden daraufhin an bayerische Justizvollzugsanstalten überstellt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Gewalt gegen Polizeibeamte
Ingolstadt – Die Fälle von „Gewalt gegen Polizeibeamte“ (GewaPol) nehmen weiter zu – auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Der beunruhigende Trend setzte sich auch im Jahr 2023 fort, mit 758, 22 Fällen bzw. 3,0 % mehr als noch im Jahr 2022. Langfristig betrachtet ergab sich damit für das Jahr 2023 der zweithöchste Wert der letzten 10 Jahre.

Ein wichtiger Messwert sowohl für die Kriminalstatistik, als auch beim Lagebild im Bereich GewaPol, ist die Häufigkeitszahl. Hier ergab sich ein Wert von 47 GewaPol-Delikten je 100.000 Einwohner – trotz eines Anstiegs um einen Punkt der zweitniedrigste Wert im bayernweiten Vergleich.

Es wurden 1.936 Beamtinnen und Beamte in Ausübung ihres Dienstes im strafrechtlichen Sinne geschädigt, fünf weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg um 30 Beamtinnen und Beamte auf insgesamt 295 (+ 11,3 %). Glücklicherweise wurde dabei keine Beamtin und kein Beamter schwer verletzt. Im Vorjahr waren es noch zwei.
22 Angehörige des PP Oberbayern Nord waren nach GewaPol-Delikten dienstunfähig. Diese Beamtinnen und Beamte waren insgesamt 215 Tage nicht im Dienst. Im Vorjahr waren es 16 Beamtinnen und Beamte. Die Zahl der Tage, an denen die Betroffenen somit nicht im Dienst erscheinen konnten, lag im Jahr 2022 mit 134 Tagen deutlich niedriger.

Insgesamt wurden 646 Tatverdächtige ermittelt. 82,0 % waren Männer, 18,0 % Frauen.
Ein Anstieg ergab sich bei Personen über 18 Jahren, gegen Kinder und Jugendliche wurde eher selten ermittelt.
Der Anteil Nichtdeutscher an den Tatverdächtigen bei den GewaPol-Delikten stieg auf einen neuen Höchstwert von 35,8 %. Der Anteil der Zuwanderenden ging hingegen auf 9,1 % deutlich zurück.
62,7 % der Tatverdächtigen standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen (2022: 62,1 %).

Tätlicher Angriff und einfache Körperverletzung nahmen um 17 Taten zu (+ 6,5 %). Gefährliche Körperverletzung nahm nach einem relativ starken Rückgang in den letzten beiden Jahren nun um fünf Taten auf 19 zu (+ 35,7 %). Fälle des passiven Widerstands gingen um sieben Taten auf 147 zurück (- 4,5 %).
Eine häufige Form der Gewalt gegen Polizeibeamte stellen weiterhin Beleidigungen dar. Rund ein Drittel (33,77%) aller registrierten Delikte sind diesem Bereich zuzuordnen. Mit 256 Fällen war eine gleichbleibende Tendenz zum Vorjahr (260 Fälle, -1,5 %) erkennbar.

Allerdings wurde die Beleidigung als häufigstes GewaPol-Delikt, nach einem Gleichstand im letzten Jahr, vom tätlichen Angriff und der einfachen Körperverletzung überholt. Hier waren 277 Fälle (260) zu verzeichnen.
Darüber hinaus wurden neun Fälle der Nötigung und 44 Fälle der Bedrohung gemeldet. Unter die Rubrik sonstiges fallen außerdem ein Fall der schweren Körperverletzung, zwei Fälle des Raubes, zwei Fälle von Landfriedensbruch und eine Gefangenenbefreiung.

Bei den Schwerpunkten betreffend der Tatörtlichkeit ist im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums keine große Änderung erkennbar. Die meisten Taten ereigneten sich auf Straßen, Wegen und Plätzen.

Fokus auf die Stadt Ingolstadt:
In Ingolstadt wurden 117 GewaPol-Delikte gemeldet, erfreulicherweise ein Rückgang um 15,2 % gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz zur Entwicklung des Gesamtverbandes gingen GewaPol-Delikte in der Großstadt damit weiter zurück. Auch langfristig ist der Trend in Ingolstadt im Gegensatz zur Gesamtentwicklung rückläufig.

Die Häufigkeitszahl in Ingolstadt ist um 17 Punkte auf 83 Taten je 100.000 Einwohner gesunken.
Die Belastung ist damit in Ingolstadt die fünfthöchste im Vergleich der Bayerischen Städte über 100.000 Einwohner.

In Ingolstadt wurden 342 Beamtinnen und Beamte verbal oder körperlich angegriffen, 41 weniger als im Vorjahr. 50 Beamtinnen und Beamte wurden leicht verletzt, aber keiner schwer. Die Zahl der verletzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ging damit um neun Personen zurück, liegt aber immer noch deutlich über dem Niveau der Jahre bis 2018. Seit zehn Jahren wurden damit in Ingolstadt keine Polizeibeamtin und kein Polizeibeamter durch einen Angriff schwer verletzt.

Der Anteil der tatverdächtigen Ausländer lag mit 36 von 101 Personen bei 35,6 %, also knapp unter dem Durchschnitt des gesamten Zuständigkeitsbereichs des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Bei 14 Personen handelte es sich um Zuwandernde (13,9 %).

Polizeivizepräsidentin Kerstin Schaller betont ausdrücklich:
„Unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten müssen sich zunehmend Konfrontationen auf einem unzumutbaren Niveau aussetzen – mit Bürgerinnen und Bürgern, für deren Sicherheit und Rechte sie doch eigentlich tagtäglich einstehen. Es ist inakzeptabel, dass unsere Kolleginnen und Kollegen im Einsatz verbal oder körperlich angegriffen, oder verletzt werden. Jeder Fall von Gewalt gegen Polizeibeamte wird daher konsequent zur Anzeige gebracht. Mit neueren Möglichkeiten, wie der Bodycam und dem DEIG (Distanz-Elektroimpuls-Gerät), geben wir unseren Einsatzkräften außerdem Einsatzmittel an die Hand, die in erster Linie unter dem Prinzip der Abschreckung bereits eine erfreuliche präventive Wirkung gezeigt haben.“

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