Mo. Mai 27th, 2024

– Funktionaler Archivbau mit Lesesaal sowie Vortrags- und Ausstellungsräumen
– Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 75 Millionen Euro
– Fertigstellung für Dezember 2025 vorgesehen

München – Meilenstein beim Neubau des Staatsarchivs Kitzingen: Am Montag wurde auf der Baustelle auf dem ehemaligen Deustergelände Richtfest gefeiert. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, vor Ort vertreten von Ministerialdirektorin Ingrid Simet, richtete seine Glückwünsche aus: „Moderne Archivarbeit erfordert moderne Räume, denn trotz Digitalisierung ist die Aufbewahrung von Archivgut unverzichtbar. Ich freue mich deshalb, dass die Arbeiten im Kosten- und Zeitplan liegen.“ Insgesamt investiert der Freistaat rund 75 Millionen Euro in das Projekt. Spatenstich für die Maßnahme im Auftrag des Wissenschaftsministeriums war vor knapp einem Jahr im Mai 2023, die Fertigstellung unter Federführung des Staatlichen Bauamts Würzburg ist für Ende 2025 geplant. Die kurze Bauzeit ist dem Totalunternehmer-Modell zu verdanken, das der Freistaat hier gezielt und erfolgreich einsetzt.

Die Bayerische Staatsregierung hat im Zuge der Heimatstrategie die Verlegung des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen beschlossen. Derzeit befindet sich das Staatsarchiv im Nordflügel der Würzburger Residenz sowie in der Festung Marienberg. Ein Umzug des Staatsarchivs ist unter anderem auch deshalb erforderlich, da die Festung Marienberg generalsaniert und zum neuen „Museum für Franken“ umgebaut wird. „Mit dem Neubau setzt der Freistaat einen weiteren Baustein seiner Heimatstrategie um – das stärkt die Region und Kitzingen“, so Bernreiter.

„Vom Telegramm zum Tweet, vom historischen Foto zur Ausstellung – die Arbeit unserer Archive im Freistaat ist alles andere als angestaubt. Neben klassischen Aufgaben öffnen die Archive zusehends ihre analogen und digitalen Türen für alle. Moderne Archivarbeit braucht auch moderne Räumlichkeiten: Mit dem Staatsarchiv in Kitzingen bauen wir Zukunft für das historische Gedächtnis Unterfrankens. Ich freue mich, dass mit dem Richtfest nun ein weiterer Meilenstein gesetzt wird“, so Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume.

Das neue Staatsarchiv entsteht auf dem ehemaligen Deustergelände am nördlichen Rand der Kitzinger Altstadt. Die Lage des Neubaus wurde dabei so gewählt, dass die denkmalgeschützten Deusterkeller – ehemalige Bierkeller – nicht gefährdet werden. Der Entwurf für das Gebäude setzte sich in einem Architektenwettbewerb durch und zeichnet sich durch das zeitlose Gesamtbild aus. Besonders beeindruckend ist die Nutzung der Hanglage: Die neue Terrasse ermöglicht eine wunderbare Aussicht auf den Main.

Das moderne und funktionale Gebäude steht auf 118 Bohrpfählen, die bis zu 17 Meter tief in den Grund reichen. Das Archiv bietet auf einer Nutzfläche von rund 8.000 Quadratmetern vollklimatisierte Magazinräume mit rund 6.000 Laufmetern Rollregalen für die Aufbewahrung der Archivalien.

Der Neubau erfüllt, trotz der hohen klimatischen Anforderungen an die Archivierung, den zertifizierten Passivhausstandard. Die Wärmeversorgung erfolgt regenerativ durch Wärmepumpen, die Erdwärme über aktivierte Bohrpfähle nutzt. Die Flachdächer werden extensiv begrünt und mit einer PV-Anlage mit etwa 80 kWp ausgestattet. Zudem fängt eine Zisterne Regen auf, der für die Bewässerung der Freianlagen verwendet wird.

Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt durch einen Totalunternehmer, der die erforderlichen Planungsleistungen und sämtliche Bauleistungen erbringt. – Simon Schmaußer, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

 

Bild: So soll das Staatsarchiv Kitzingen nach Abschluss der Arbeiten aussehen. Foto: GMP Architekten mit capatti staubach Landschaftsarchitekten

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