Mi. Aug 4th, 2021

Eichstätt (upd) – In welchem Zustand befindet sich Chormusik im deutschsprachigen Raum nach über einem Jahr Corona und wie kann sie nach der Pandemie zu ihrer alten Stärke zurückkehren? Unter Leitung von Prof. Dr. Kathrin Schlemmer (Professur für Musikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt) soll dies mit der Studie „Chormusik in Corona-Zeiten“ ergründet werden.
Die Leitungen von Chören, Chorvorstände und Verantwortliche solcher Ensembles aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können dazu bis 23. März an einer Online-Umfrage teilnehmen. Zum Projektteam der Untersuchung gehören mit Tobias Brommann (Domkantor am Berliner Dom) und Prof. Jan Schumacher (Universitätsmusikdirektor, Goethe-Universität Frankfurt/Main) zwei prominente Chorleiter. Hinzu kommen Ester Petri und Dr. Johannes Graulich, die den im Bereich Chormusik führenden Stuttgarter Carus-Verlag leiten.

„Chorsingen hat – wie viele Studien belegen – einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden und die Gesundheit. Mit der Corona-Pandemie wurde Singen jedoch über Nacht zur ,Risikosportart‘. Chorproben ohne Abstands- und Hygieneregeln sind potenzielle Superspreading-Events“, so Professorin Schlemmer. Gemeinsames Singen wurde je nach Region entweder ganz verboten oder nur unter Auflagen erlaubt. Die Leitungen von Chören seien mit großer Kreativität mit den Einschränkungen umgegangen – etwa durch digitale Proben oder Proben unter freiem Himmel. „Was bislang fehlt, ist eine systematische Untersuchung, wie es der deutschsprachigen Chorlandschaft aktuell geht. Das wollen wir ändern und zusätzlich erfahren, welche Hilfen notwendig sind, damit Chorsingen nach der Pandemie wieder zu einer der beliebtesten Freizeitaktivitäten werden kann“, schildert die Musikwissenschaftlerin. Den Schwerpunkt will das Projektteam dabei auf semiprofessionelle Chöre und Chöre im Amateurbereich legen. Aber auch professionelle Ensembles sind dazu eingeladen, an der Studie teilzunehmen.

Konkret erfasst werden unter anderem die Entwicklung der Mitgliederzahlen, die Formate und Häufigkeit von Proben vor und während der Pandemie, sowie die räumliche und finanzielle Situation. Außerdem interessiert die Forschenden, welche Förderung aus Sicht der Chorverantwortlichen notwendig ist, um beim Neustart nach der Pandemie zu helfen. – Katja Ossiander, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Wer einen Chor leitet oder managt, kann bis zum 23. März an der Online-Umfrage der Studie „Chormusik in Coronazeiten“ teilnehmen, die sich unter www.soscisurvey.de/ChoCo2021/ findet. Die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten.

Bildinformation „Universitätschor“: Der Universitätschor der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt bei Aufnahmen für ein CD-Projekt vor der Pandemie.

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