Geschichten aus dem Bayerwald II – Eintritt frei!
Regensburg – Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass unser Museumsdirektor eine umfangreiche Ansichtskartensammlung zum Bayerischen Wald entdeckte, darin das Archiv des Heimatschrift stellers Max Peinkofer erkannte und im Nachlass seines verstorbenen
Vaters Georg Loibl ein Pendant fand.
Für Direktor Dr. Richard Loibl, aufgewachsen in Hengersberg und von Kindesbeinen an im Bayerischen Wald unterwegs, begann vor zwei Jahren eine ganz besondere Spurensuche: Er hat die Karten erforscht und die Geschichten dazu recherchiert. Dabei entstand ein ganz neues Bild des Bayerischen Waldes – als Bayerisch Sibirien verspottet, bestenfalls als Bayerns Wilder Osten gerühmt. Der Autor zeigt, was hinter den Klischees steckt: der Wald, der Nachhaltigkeit verpflichtet, eng mit der Donauregion und Südböhmen verknüpft, äkularisationsopfer, schlechter Politik ausgeliefert, trotzdem Boomregion um 1900. Eine besondere Geschichtsexkursion, erzählt in bayerischer Manier.
Mit der ersten Foyer-Ausstellung „Geschichten aus dem Bayernwald II“ setzt das Haus der Bayerischen Geschichte ab 15. November 2025 seine Fotoausstellung „Menschen im Bayerischen Wald 1900-1950“ fort und erweitert die Präsentation durch dreidimensionale Spitzenobjekte. Der
Stargestalter Fritz Pürstinger hat sie in Szene gesetzt und das Foyer in Regensburg in einen Urwald verwandelt. Der Eintritt ist frei!
Legendär sind beispielsweise der zum “Schwirzen“ (Schmuggeln) verwendete Saccharin-Heilige oder der kostbare Weihnachtsaltar aus der Benediktinerabtei Niederaltaich. Der letzte Abt Kilian Gubitz des Klosters, der nach der Säkularisation die höchste vom Königreich ausbezahlte Pension erhielt, kaufte das Altärchen aus der Säkularisationsmasse. Testamentarisch verfügte er, dass der Altar wieder an seinen Ursprungsort zurückkehrt, sofern es wieder begründet werden sollte. Tatsächlich
geschah das 100 Jahre später, im Jahr 1918.
Einen Aufschwung erfuhr der Wald, als 1877 endlich die Waldbahn seine Mitte erschloss. Dies wurde lange verzögert durch die Idee König Ludwigs I. Ostbayern zu kanalisieren. Die Waidler nahmen die Eisenbahn selbst in die Hand und sorgten dank dem Glasbaron Benedikt von Poschinger
sogar für die Verbindung von München nach Prag. Daraufhin kam das Holz verarbeitet aus dem Wald, die Granitsteine wurden bis nach Hamburg und Wien transportiert und das Glas in die ganze Welt. Der Tourismus boomte und Pensionen im Heimatstil schossen wie Schwammerl aus dem Boden. Die Sonderausstellung im Foyer ist bis 14. Juni in Regensburg zu sehen.
Exklusive Führungsangebote: Waidler führen durch die Ausstellung
Zur Sonderausstellung „Geschichten aus dem Bayerwald II“ gibt es ein umfangreiches Führungsangebot. Mit unseren exklusiven Sonderführungen in Zusammenarbeit mit der VHS Regensburg stellen Ihnen ausgewählte Waidler die Ausstellung vor.
Den Anfang macht der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte und Initiator der Ausstellung, Dr. Richard Loibl am Donnerstag, 27. November um 16:45 Uhr. Weitere Termine sind Samstag, 13. Dezember 2025 um 12:00 Uhr mit Sepp Obermeier, Ehrenvorsitzender des Bundes Bairische Sprache aus dem vorderen Bayerischen Wald und Kenner aller 21 Waidler-Dialekte und Freitag, 23. Januar 2026 um 14:30 Uhr mit Klemens Unger, ehemaliger Geschäftsführer des Tourismusverbands
Ostbayern und damit Wald-Kenner und Waidler. Die Anmeldung zu den Führungen erfolgt über die VHS Regensburg! www.vhs-regensburg.de
Kurzführung durch die Foyer-Ausstellung für Gruppen
Begleiten Sie uns auf einer besonderen Geschichtsexkursion durch den „Woid“, erzählt in bayerischer Manier. Lassen Sie sich verzaubern von der Waldatmosphäre im Foyer, zusammen mit Geschichten, Filmen und Liedern von Berg, Weihnacht, Winter, dem eisigen „Böhmwind“ und der Heiligen Nacht.
Für maximal 25 Besucher/innen, Preis: 90€, Dauer: 45 Minuten Weitere Informationen und Reservierungen via +49 (0)941 788 388 0 oder museumsfuehrung@stadtmaus.de
Haus der Bayerischen Geschichte Regensburg
Donaumarkt 1, 93047 Regensburg
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr. Montags geschlossen. Fällt ein
Feiertag auf einen Montag, so ist das Museum geöffnet. Geschlossen am 24.12.,
25.12., 31.12., 01.01.
Dr. Andrea Rüth
Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
