Fr. Mrz 1st, 2024

Tirol und Bayern: „Die großen Verkehrsfragen können wir nur gemeinsam lösen“

– Arbeitsgespräch von LR Zumtobel und Staatsminister Bernreiter in München
– Klares Bekenntnis zu digitalem Verkehrsmanagement
– Laufender Austausch in Verkehrsfragen als Nachbarregionen unabdingbar

München – Am heutigen Mittwoch fand ein weiteres Arbeitsgespräch zwischen Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und dem Tiroler Verkehrs- und Mobilitätslandesrat René Zumtobel in München statt.
„Wir sind uns in der Verkehrsfrage in vielen Dingen einig und uns beiden ist ein regelmäßiger Austausch über aktuelle Themen wichtig. Grenzüberschreitende Herausforderungen wie der LKW-Transit, die touristische Mobilität oder grenzüberschreitende Angebote beim öffentlichen Verkehr können nur gemeinsam bewältigt werden. Ein gemeinsames Auftreten von allen an der Verkehrsachse liegenden Ländern und konstruktive Lösungsvorschläge sind für mich wichtiger als populistische Ansagen“, betont LR Zumtobel nach dem Treffen. Auch Staatsminister Bernreiter bekräftigte, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit von Bayern und Tirol ist: „Vom Brenner über den Fernpass bis hin zum Werdenfelsnetz gibt es viele Verkehrsverbindungen, die sowohl Bayern als auch Tirol betreffen. Dort werden wir die großen Verkehrsfragen nur gemeinsam lösen können. Deshalb freue ich mich über den konstruktiven Austausch. Wir brauchen Lösungen, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern in Bayern und Tirol gleichermaßen gerecht werden.“

Die Vorbereitungsarbeiten zur Einführung einer buchbaren Autobahn für LKW, auch „Slot-System“ genannt, sind von Seiten der Länder Tirol, Bayern und Südtirol bereits weit fortgeschritten. Auf die Kufsteiner-Erklärung im April 2023 folgten viele Treffen der überregionalen Arbeitsgruppe, die Einbindung wichtiger Akteure wie Industrie- und Handelsvertreter sowie Frachtunternehmen und Autobahnbetreiber. „Wir stehen vor dem Abschluss, dann sind die Nationalstaaten am Zug“, sagen LR Zumtobel und Staatsminister Bernreiter. Das finale Konzept des digitalen Verkehrsmanagements soll auf nationaler Ebene weiter vorangetrieben werden. Für die Realisierung dieses zukunftsweisenden Projekts ist ein Staatsvertrag notwendig. „Wir alle wissen, dass es neue Konzepte braucht, um den Verkehr zu entflechten und Planbarkeit auf der Straße herzustellen. Warum sollte ein Konzept, das auf der Schiene oder in internationalen Häfen schon immer funktioniert, nicht auch auf die Straße anwendbar sein?“, ist LR Zumtobel überzeugt von der buchbaren Autobahn für LKW.

Im Hinblick auf bevorstehende, notwendige Bauarbeiten entlang der Brennerroute waren sich LR Zumtobel und StM Bernreiter heute einig, dass „eine enge Abstimmung sowie direkte Kommunikation und frühzeitige Planung wesentlich sind, um einem Verkehrskollaps vorzubeugen.“ Die Straßeninfrastruktur am gesamten Brennerkorridor erreicht nicht nur regelmäßig ihre Kapazitätsgrenzen, sondern muss aufgrund der Belastung auch dringend erneuert werden. „Die Sanierungsarbeiten stehen an und können nicht weiter verschoben werden. Umso wichtiger ist es, dass sich die Länder Tirol, Bayern und Südtirol bei der Planung und allen zu treffenden Maßnahmen eng abstimmen, um die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss so gut wie möglich aufrechtzuerhalten und die Belastung für die Bevölkerung zu minimieren“, so LR Zumtobel. „Auch während der Einschränkungen auf der Lueg-Brücke muss der Verkehr so organisiert werden, dass er weiter fließen kann“, betonte auch StM Bernreiter. „Personen- und Güterverkehr müssen gleichwertig behandelt werden. Mit einem Verkehrsmanagementsystem wäre der Verkehrsfluss auch im Zuge von Sanierungsarbeiten, die in den kommenden Jahren entlang der gesamten Brennerroute anstehen, besser steuer- und planbar. Das Slot-System gewinnt vor diesem Hintergrund somit noch einmal mehr an Bedeutung.“

Auch die geplanten Vorhaben der Tiroler Landesregierung für die Fernpassstrecke wurden bei dem Treffen angesprochen und diskutiert. Die dringend notwendige Sanierung des Lermooser Tunnels war dabei ebenso Thema wie die für die Investitionen in die Straßeninfrastruktur geplante Maut. „Das sind Vorhaben, welche die Verkehrssicherheit auf der Fernpassstrecke nachhaltig verbessern und aufgrund der intensiven Belastung dringend notwendig sind. Auch beim Thema Fernpass ist mir ein offener und transparenter Austausch mit Bayern wichtig, weil sich die Maßnahmen selbstverständlich auch über die Grenzen hinaus auswirken“, meint LR Zumtobel. Diese Auswirkungen wurden von StM Bernreiter beim Treffen auch angesprochen: „Dieses Thema ist mir sehr wichtig. Durch die Maßnahmen am Fernpass darf es zu keiner Benachteiligung für bayerische Verkehrsteilnehmende sowie Anwohnerinnen und Anwohner und zu keinen massiven Ausweichverkehren über andere Routen kommen“. Dazu haben LR Zumtobel und StM Bernreiter vereinbart, dass sich die Länder auf Fachebene austauschen und die Verkehrsentwicklungen an den Grenzen gemeinsam laufend evaluiert werden. „Eine Entlastung für die Bevölkerung im Außerfern und im Allgäu würde zweifelsohne eine Fernpassbahn bringen, weshalb wir an dieser langfristigen Vision auf allen Entscheidungsebenen weiterverhandeln und die Planungen dafür vorantreiben wollen“, so LR Zumtobel. – Simon Schmaußer, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

 

 

Foto: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (rechts) und der Tiroler Landesrat für Verkehr, René Zumtobel. Quelle: Land Tirol

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