Mo. Mai 16th, 2022

Augsburg – Am 30.01.2022 meldete die Verkehrspolizeiinspektion Amberg den Fund eines toten wolfsähnlichen Tieres auf der A6 bei Leuchtenberg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Nach den Ergebnissen der genetischen Analyse handelt es sich um einen weiblichen Jungwolf aus dem Veldensteiner Forst. Das verunfallte Tier wird im Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Dieses gilt als bundesweite Referenzstelle für die Untersuchung toter Wölfe. Die standardisierten Untersuchungen beinhalten eine Computertomographie und Sektion des Tierkörpers sowie Auswertungen zur Histologie, Parasitologie, Virologie und Bakteriologie.

Im Monitoringjahr 2021/2022 (Mai bis April) sind in Bayern bislang vier Wölfe durch einen Verkehrsunfall zu Tode gekommen. Am 01.12.2021 wurde im Landkreis Neustadt an der Waldnaab ein männlicher Wolf überfahren, am 05.12.2021 im Landkreis Nürnberger Land ein weiblicher Jungwolf an Bahngleisen tot aufgefunden. Bei dem Jungwolf im Landkreis Neustadt an der Waldnaab handelt es sich um einen Nachkommen aus dem Manteler Forst, bei der Wölfin im Nürnberger Land um ein Jungtier aus dem Veldensteiner Forst. Am 13.12.2021 kam im Landkreis Neustadt an der Waldnaab ein weiterer männlicher Wolf bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Hierbei handelte es sich um das männliche Elterntier aus dem Rudel im Manteler Forst und somit um den Vater des am 01.12.2021 verunfallten Jungwolfs.

Wölfe können ebenso wie andere Wildtiere in Verkehrsunfälle verwickelt werden. Wie bei jedem Wildunfall ist die Polizei zu verständigen. Auch der Wolfsrüde GW2425m, auf den im Dezember 2021 im Regierungsbezirk Oberbayern mehrere Nutztierübergriffe zurückgeführt werden konnten, wurde durch einen Verkehrsunfall am 17.01.2022 in Tschechien getötet.

Deutschlandweit starben im Monitoringjahr 2020/21 von 138 tot aufgefundenen Tieren 99 auf der Straße bzw. Schiene (Statistik der Todesursachen – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (dbb-wolf.de)).

In Bayern gibt es derzeit zehn Wolfsterritorien, mit vier Rudeln und sechs standortreuen Einzeltieren. Weiter können jederzeit einzelne Wölfe zu- oder durchwandern, sowohl aus dem Nordosten Deutschlands als auch aus dem Alpenbogen. Jungtiere wandern bei Geschlechtsreife weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Territorium. – Bayerisches Landesamt für Umwelt

Weitere Informationen zum Wolf, insbesondere auch zu den Kriterien des standardisierten Monitorings und früheren Wolfsnachweisen in Bayern, sind im Internetangebot des LfU zu finden unter: Monitoring von Wölfen – LfU Bayern

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