Fr. Okt 7th, 2022

ADAC Südbayern erwartet zahlreiche Rückkehrer, aber auch Späturlauber.
Vorläufige Bilanz des Sommerreiseverkehrs in Bayern: Mehr als 10.000 km Stau – Vor-Corona-Niveau wieder erreicht

München. Es wird nochmals eng auf den Fernstraßen im Freistaat. Für das letzte Ferienwochenende in Bayern und Baden-Württemberg erwartet der ADAC Südbayern verstärkt Rückreiseverkehr in Richtung Norden. Zu Wartezeiten von bis zu 30 Minuten dürfte es insbesondere durch Grenzkontrollen bei der Einreise an den Übergängen Kufstein/ Kiefersfelden auf der Inntalautobahn, am Walserberg auf die A8 Salzburg – München sowie der A3 Passau – Regensburg zwischen Pocking und Passau Süd kommen. Aber auch an den neuralgischen Streckenabschnitten muss zeitweise mit Stau und zähfließendem Verkehr gerechnet werden, insbesondere auf diesen Autobahnen:

A7 Füssen/Reutte – Ulm
A8 Salzburg – München
A9 München – Nürnberg
A 93 Kufstein – Inntaldreieck
A 99 Umfahrung München

Mit dichtem Verkehr rechnet Verkehrsexperte Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern aber auch in der Gegenrichtung: „Zahlreiche Späturlauber, die nicht an die Ferien gebunden sind, starten erst jetzt und auch an den Folgewochenenden in Richtung Süden, wo an den klassischen Reisedestinationen die Nachsaison mit deutlich attraktiveren Preise beginnt“, so seine Prognose.

Hinzu kämen auch Tagesausflügler, die bei schönem Wetter in die beliebten südbayerischen Naherholungsgebiete aufbrechen. Zu abschnittsweise lebhaftem bis dichtem Verkehr dürfte es auch im benachbarten Ausland kommen. Betroffen sind die Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken-, Rheintal- und Gotthard-Route.

Über 10.000 Staukilometer im Freistaat
Auf insgesamt 10.332 Kilometer summierte sich der Stau auf den bayerischen Autobahnen an den fünf Ferienwochenenden vom 30./ 31. Juli bis 27./28. August, so die vorläufige Bilanz des ADAC vor dem letzten Ferienwochenende. Dies entspricht in etwa fünf Mal der Strecke München – Athen. Gemessen an den 61.828 Kilometern bundesweit im gesamtdeutschen Ferienkorridor mit Beginn am 24. Juni fällt damit bereits jetzt rund ein Sechstel auf den Freistaat. „Aus Sicht unserer Stauberater hat der Reiseverkehr zur Sommerzeit das Vor-Corona-Niveau längst wieder erreicht, nicht zuletzt wegen der nach wie vor bestehenden Grenzkontrollen“, bilanziert Kreipl. Zu den meisten Behinderungen kam es erwartungsgemäß zum Ferienauftakt vom 29. bis 31. Juli mit 924 Staus auf 2303 Kilometern Länge, gefolgt vom Wochenende 19. – 21. August mit 869 Staus und 2.297 Kilometern. Die Hitliste der staureichsten Tage führt der erste Freitag, 29. Juli, an mit 400 Staus, 1064 Gesamtkilometern und 365 Stunden Dauer. Staureichste Autobahn war die A3 Passau-Regensburg, was vor allem auf die Grenzkontrollen zurückzuführen sein dürfte.

Längster Stau auf der A9 München – Nürnberg
Der längste Stau entstand am Sonntag, 21. August auf der A9 München – Nürnberg. Zwischen den Anschlus-Stellen Garching-Süd und Lenting kamen die Urlauber auf 40 Kilometern Länge nur im Stopp-and-Go-Verkehr voran. Hier die zehn längsten Staus in der Übersicht:

A9 München – Nürnberg, zwischen Garching Süd und Lenting 40 km (21.8.)
A8 München – Salzburg, zwischen Achenmühle und Bad Reichenhall 33 km (20.8.)
A8 Salzburg – München, zwischen Bernau/Chiemsee und Holzkirchen, 30 km (19.8.)
A8 München – Salzburg, zwischen Kreuz München Süd und Übersee, 30 km (14.8.)
A8 München – Salzburg, zwischen Holzkirchen und Bad Reichenhall, 29 km (29.7.)
A7 Ulm – Füssen/Reutte, zwischen Langenau und Memmingen Süd, 29 km (21.8.)
A8 München – Salzburg, zwischen Kreuz München Süd und Inntaldreieck 27 km (13.8.)
A7 Füssen/Reutte – Würzburg, zwischen Altenstadt/ Iller und Feuchtwangen/Crailsheim 27 km (14.8.)
A9 München – Nürnberg, zwischen München-Schwabing und Pfaffenhofen/Ilm 26 km (5.8.)
A8 München – Salzburg, zwischen München-Süd und Rohrdorf 25 km (31.7.)

Sonntag beliebter Reisetag
Das kommende Wochenende eingeschlossen waren die südbayerischen ADAC Stauberater seit dem 3. Juni an insgesamt 26 Wochenend-Tagen im Einsatz und haben rund 45.000 Kilometer zurückgelegt. Auskunft leisteten die Gelben Engel der Urlauber insbesondere zum Kraftstoffpreisniveau in den Urlaubsländern, zu Alternativrouten bei Stau und Mautbesonderheiten in Österreich und Slowenien. Volle Straßen waren im Sommer 2022 keine Ausnahme. Vor allem auch an Sonntagen beobachteten die Stauberater kilometerweise Stopp-and-Go-Verkehr, überraschenderweise auch ganz erheblich in Richtung Süden. – Rudolf Vogler, ADAC Südbayern e. V.

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