Produktion von Sahnepudding, Sauerrahm, Schmand & Co. steht still
Augsburg – Der Region steht ein „Milch-Stopp“ bevor: Mit einem Milch-Warnstreik wollen mehr als 100 Beschäftigte der Neuburger Milchwerke Druck auf die Arbeitgeber machen. Grund sind Tarifverhandlungen der bayerischen Milchwirtschaft, die zum Stillstand gekommen sind.
Heute Donnerstag 30.07.26, wird es deshalb zu Arbeitsniederlegungen kommen, die bis Freitag früh31.07.26 andauern werden. Damit wird es zu Produktionsausfällen kommen. Betroffen davon sein werden neben Klassikern wie Butterschmalz, Sauerrahm, Schmand und Sahne auch die beliebten Sahnepuddings Schoko und Vanille. Zu dem Warnstreik aufgerufen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die Neuburger Molkerei zählt über 300 Beschäftigte.
„Es wird Zeit, dass die Beschäftigten der Milchwirtschaft in der Region jetzt einmal volle Kanne auf die Sahne hauen. Den Arbeitgebern muss klar sein, dass sie ihren Fuß von der Lohnbremse nehmen müssen“, sagt Paul Stüber von der NGG Schwaben. Mit dem Warnstreik protestieren die Beschäftigten nach Angaben der NGG gegen den „unberechenbaren Zick-Zack-Kurs“ des Arbeitgeberverbandes der bayerischen Ernährungswirtschaft. Dieser habe, so die Gewerkschaft, seine Zusage, den Beschäftigten zwei Entlastungstage zuzugestehen, wieder zurückgenommen. „Das ist für alle Beschäftigten von Molkereien und Käsereien in der Region ein Schlag ins Gesicht“, so NGG-Gewerkschaftssekretär Paul Stüber.
Ziel der Gewerkschaft ist ein Lohn-Plus von 4,1 Prozent für ein Jahr. Azubis sollen 80 Euro pro Monat mehr bekommen. Außerdem will die Gewerkschaft erreichen, dass die Beschäftigten künftig eine zusätzliche Zahlung im Wert von 5 Arbeitstagen zur flexiblen Nutzung dauerhaft pro Jahr erhalten. Die Arbeitgeber haben dagegen nach Angaben der NGG „zuletzt lediglich 2,1 Prozent für 13 Monate“ angeboten. Sie seien selbst in der dritten Tarifrunde nicht einmal bereit gewesen, für ihre Auszubildenden die Übernahme der Fahrkosten zur Berufsschule anzupassen.
„Die Arbeitgeber haben eine Rolle rückwärts am Verhandlungstisch gemacht: Sie sind auf ihr Einstiegsangebot aus der ersten Verhandlungsrunde zurückgefallen. Das gab’s hier noch nie. Der Warnstreik in Neuburg ist damit auch ein Warnschuss an die Arbeitgeber, dass sie mit ihren Beschäftigten so nicht umgehen können“, sagt Paul Stüber. In ganz Bayern gehe es dabei immerhin um die Löhne von rund 19.000 Beschäftigten in Molkereien und Käsereien. – Laura Schimmel, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Schwaben
