-Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und Demokratie erfahren-Jugendherbergen fördern junge Menschen weit über Schülerfahrten hinaus
München – Kriege in Europa und der Welt, wirtschaftliche Unsicherheiten, Klimawandel, Social Media, Polarisierung und zunehmende psychische Belastungen – junge Menschen wachsen heute unter Bedingungen auf, die viele als Dauerkrise erleben. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien: Die Mehrheit der Jugendlichen blickt trotz aller Sorgen pragmatisch und zuversichtlich nach vorn, wünscht sich Teilhabe und vertraut grundsätzlich der Demokratie. Dieses Vertrauen ist jedoch kein Selbstläufer.
Zum Tag der Jugend am 12. August macht das Jugendherbergswerk Bayern deshalb auf die Bedeutung außerschulischer Bildungsorte aufmerksam. Denn Demokratie entsteht nicht allein im Unterricht. Sie wird dort gelernt, wo junge Menschen Verantwortung übernehmen, Unterschiede aushalten, Konflikte lösen und Gemeinschaft erleben.
Jugendherbergen sind solche Orte. Bei Schülerfahrten, Ferienfreizeiten oder internationalen Jugendbegegnungen treffen Kinder und Jugendliche auf Menschen mit anderen Erfahrungen, Meinungen und Lebenswelten. Sie lernen zuzuhören, Kompromisse zu finden und gemeinsam Lösungen zu entwickeln – Kompetenzen, die in einer vielfältigen Gesellschaft unverzichtbar sind. Jugendherbergen orientieren sich an den Bedarfen junger Menschen und schaffen geeignete Bildungsräume.
Wie wichtig solche Erfahrungen sind, zeigen auch aktuelle Befunde zur Lebenssituation junger Menschen. Die Shell Jugendstudie 2024 beschreibt eine Generation, die politisch interessiert ist und sich einbringen möchte, zugleich aber durch Krisen und Zukunftssorgen geprägt wird. Parallel warnen aktuelle Untersuchungen vor den Folgen wachsender Einsamkeit: Wer sich dauerhaft ausgeschlossen fühlt, zweifelt häufiger an der eigenen Wirksamkeit, engagiert sich seltener gesellschaftlich und verliert leichter das Vertrauen in demokratische Prozesse.
„Gerade deshalb brauchen junge Menschen Orte, an denen sie erleben, dass Gemeinschaft funktioniert und jede und jeder etwas bewirken kann“, betont Klaus Umbach, Präsident des Jugendherbergswerks Bayern. Und weiter: „Jugendherbergen sind mehr als Übernachtungsorte. Sie sind Bildungsorte, an denen Selbstvertrauen, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und demokratische Haltung wachsen.“ Mit Programmen zu politischer Bildung und Extremismusprävention, Nachhaltigkeit, Medienkompetenz, kultureller Bildung oder internationalem Austausch leisten die Jugendherbergen in Bayern einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Sie ergänzen schulisches Lernen um Erfahrungen, die kein Lehrbuch vermitteln kann.
Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum appelliert das Jugendherbergswerk Bayern anlässlich des Tags der Jugend deshalb an Politik und Gesellschaft, außerschulische Bildungsorte stärker in den Blick zu nehmen und strukturpolitisch langfristig und flächendeckend zu sichern. Denn wer in Jugend investiert, investiert in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und in die Demokratie von morgen. – Marko Junghänel, DJH Landesverband Bayern, Bild: DJH Bayern/Robert Pupeter
Über den Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH)
Der Landesverband Bayern im DJH ist als gemeinnütziger Verein Betreiber und Partner von derzeit 46 Jugendherbergen (34 Häuser in Eigenregie, 12 Häuser durch Partner betrieben, z.B. Kommunen oder Verbände) und verfolgt unmittelbar gemeinwohlorientierte Aufgaben. Seit Gründung des DJH steht ein wesentlicher Gedanke im Vordergrund: Junge Menschen sollen unabhängig von Herkunft und sozio-ökonomischem Status die Welt entdecken, Gemeinschaft erleben und ihren Horizont erweitern. Die Jugendherbergen sind ein vielseitiger Lern- und Erlebnisort mit abwechslungsreichen und lebensweltorientierten Programmangeboten für Schulklassen, Gruppen und Familien in den Bereichen Soziales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Kultur und Sport. Im Jugendherbergswerk sind ca. 2,4 Mio. Menschen organisiert.
