Mo. Jun 21st, 2021

Thema „Fasten“
Ich muss ehrlich gestehen, als ich diesen Artikel schrieb, habe ich mir gedacht, wollen die Menschen in dieser Corona-Zeit überhaupt etwas vom Fasten hören. Jeder ist so voll mit Sorgen und Neuerungen, die man umsetzen muss, dass es schon schwer sein kann, jetzt übers Essen nachzudenken. Man hat andere Sorgen momentan.

Aber dann habe ich mich doch dazu entschieden, etwas dazu zu schreiben, denn vielleicht haben gerade jetzt die Menschen Zeit, mal etwas Neues auszuprobieren und später den Gedanken, etwas für sich getan zu haben. Viele Leute haben angefangen zu stricken oder zu malen und warum jetzt nicht auch mal fasten ausprobieren, um wenigstens die Zeit zu Hause in dieser komischen Zeit zu nutzen.

Ich, Andrea Schiele, bin seit 33 Jahren Arzthelferin und fand das Thema „Ernährung“ immer schon super spannend. Je älter man wird, wird dies immer wichtiger und man wird sich immer bewusster, wie sein Körper auf gewisse Nahrungsmittel reagiert. Durch meine Arbeit in der Praxis habe ich oft gesehen, was für positive Auswirkungen der Nahrungsentzug für eine gewisse Zeit auf den menschlichen Körper haben kann.

Ich möchte Ihnen gerne hier ein paar Tipps zum Heilfasten geben. Diese Methode ist meines Erachtens die, bei der der Körper seine gesamten Regenerationskräfte aktivieren kann, um das nächste Jahr gestärkt zu überstehen. Vielleicht sagt jetzt jemand, das „Nichtessen“ ist so gar nichts für mich. Aber schon ein Tag ohne feste Nahrung wird sie spüren lassen, dass in ihrem Körper „etwas vor sich geht“. Und ein Tag ist besser wie keiner. Und wenn sie Gefallen daran haben, sich befreiter zu fühlen, dann gehen sie einen zweiten Tag an und dann vielleicht einen dritten. Und wenn sie dann merken, dass es immer besser geht, nicht mehr nur ans Essen zu denken und ihr Körper auch nicht mehr danach verlangt, dann werden sie es genießen, auch bis zu 7 Tage weiter zu machen. Ich gebe zu, die ersten Male habe ich echt gelitten. Aber jetzt weiß ich, dass das Gefühl, das sich nach dem Fastenbrechen einstellt, einfach so schön ist, dass man die ersten Tage vergisst.

Im Frühjahr zu fasten ist deshalb zu empfehlen, denn die Natur draußen stellt sich auf Erneuerung ein, es sprießt alles wieder, alles regeneriert sich. Die Zeit zwischen März und April ist deshalb so gut, weil der Winter sich verabschiedet , die Frühlingssonne aktiviert einen, aber die Hitze des Sommers ist auch noch nicht da. So tut sich ihr Kreislauf, falls er belastet werden sollte, einfach leichter.

Ich beginne jedes Jahr meine Fastentage mit einer kompletten Darmentleerung. Ja, das ist nicht jeder Manns Sache, aber muss sein. So kriegt ihr Verdauungssystem schon mal einen Anstoß zu merken, „hoppla, da passiert doch was“. Außerdem werden durch einen Einlauf oder das Abführen mit Glaubersalz alle Reste aus dem Darm herausgespült, die stören. Sie glauben gar nicht, was für Plaque sich festgesetzt haben kann über die Zeit, die den Darm einfach überziehen und die man mit dieser Maßnahme, sehr sehr gut lösen kann. Glauben Sie mir, ich habe bei ca. 5000 Darmspiegelungen assistiert und ich habe live gesehen, wie sauber ein Darm hinterher, auch in seinen Zotten, aussehen kann.

Damit hätten Sie schon den ersten Schritt gemacht in Richtung „echtes Fasten“. Nachdem sie dann die Stunden auf der Toilette hinter sich haben, geht’s eigentlich an den schönen Teil.
Versuchen sie mit einem ruhigen Tag anzufangen. Es kann für den Körper anstrengend sein, aus seinem gewohnten Essen auszubrechen. Stehen Sie in der früh auf, duschen ausgiebig und beginnen Sie den Tag mit einem Kräutertee. Empfehlen kann ich sind hierfür Brennesseltee, Pfefferminztee oder ein Mehrfachkräutertee. Die Menge sollte 500 ml für morgens nicht unterschreiten. Die ersten beiden Tage kann man gerne mit Honig etwas nachsüßen, aber das bitte bis zum 4. Tag weg lassen. Über den ganzen Tag verteilt sollten sie auf 2 Liter Tee kommen. Für den Hunger, der sich sicher die ersten 3 Tage einstellt, hilft sehr gut eine klare Brühe. Oder Sie nehmen über den Tag verteilt, 3 Löffel Leinöl zu sich.

Das hilft dem Körper, sein Bedürfnis nach Kalorien mit Fett zu stillen und außerdem bekommt er auch noch seine ungesättigten Fettsäuren. Der Körper ist so eingerichtet, dass er nach kurzer Zeit merkt, wie gut ihm das tut, sich nicht auf das „Verdauen“ zu konzentrieren, sondern seine Stoffwechselvorgänge zu optimieren, indem er seine Nierentätigkeit anregt und die Leber sich zu entgiften anfängt. Ein damit einhergehendes Kältegefühl wirken sie mit Wärmflaschen oder Decken entgegen und darum sage ich auch immer, das was man zu sich nimmt, warm sein soll. Aber nach spätestens 4 Tagen ist das auch vorbei und sie können auch Wasser, auch mal mit etwas Zitrone oder Ingwer, trinken.

Meinen Erfahrungen nach, sollte man 7 Tage fasten. Länger kann man es auch nicht in seinen Alltag einbauen. Und ich versuche immer nur das zu empfehlen, was auch machbar ist für einen arbeitenden Menschen.

Zum Kostaufbau nach diesen Tagen mache ich mir immer einen leckeren Bratapfel. Einfach einen Apfel leicht anstechen, Kernhaus entfernen und ab in den Ofen für 20 Minuten bei 180 Grad Umluft. Dann wird er schön weich und lecker. A bisserl Butter dran und ab geht’s zum Essen. Nun können sie auch etwas Nudeln in die Suppe geben, Brot essen, aber bitte nicht gleich Vollkorn, obwohl ich ja ein Fan davon bin, aber nicht für den Einstieg. Ein Ei dazu und Kartoffeln und schon klappt es, dass sie wieder dein Einstieg schaffen. Und nach 3 Tagen sind sie wieder bei den „Normalessern“ dabei.

So nun wünsche ich ihnen den Mut, dies mal auszuprobieren. Auch wenn sie es nur einen Tag schaffen, freuen sie sich darüber. Und das nächste Mal klappts vielleicht länger. Seien sie mutig für Neues und freuen sie sich , über jeden Tag, den sie schaffen. Freude ist momentan so wichtig in dieser Zeit. Freuen wir uns auf Neues und auf ein „entschlacktes“ Leben.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund !!
Ihre Andrea Schiele

Kommentar verfassen