Sa. Jun 22nd, 2024

Nach Bayern-Pleite: Trainer und Spieler ratlos, Kahn explodiert
München – Beim FC Bayern herrscht nach der 1:3-Niederlage beim FSV Mainz 05 Ratlosigkeit und Wut. Trainer Thomas Tuchel und seine Spieler haben keine Erklärung für den Patzer. Vorstandschef Oliver Kahn ist stinksauer. Und die Tabellenführung ist futsch.

FC Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn war nach der „katastrophalen zweiten Hälfte“, die zur 1:3-Niederlage in Mainz führte, endgültig bedient. Stinksauer zeigte er sich nach dem Spiel in Interviews. Am späten Abend musste er zudem den Verlust der Tabellenführung hinnehmen.

Kahn: Spieler müssen sich „einfach den Hintern aufreißen“
Der 53-Jährige machte in erster Linie die Münchner Profis für das nächste Kapitel der Negativserie verantwortlich: „Zum Schluss sind es elf Mann, die da auf dem Platz stehen und die sich für die Ziele dieses Klubs einfach den Hintern aufreißen müssen. Um das geht es im Fußball – und um nichts anderes.“

Jeder Spieler müsse sich hinterfragen. „Was will ich erreichen, wenn ich auf dem Platz bin? Welche Bereitschaft bringe ich mit? Welchen Einsatz bringe ich mit? Alles, was den Fußball neben dem reinen Spielen ausmacht, hat in der zweiten Hälfte bei unserer Mannschaft einfach gefehlt“, motzte der frühere Torwart-Titan.

Nach Nagelsmann-Aus: Nur zwei Siege in sieben Pflichtspielen
Einzig und allein den Trainer Thomas Tuchel nahm der Vorstandsboss aus seiner Kritik aus. Und das, obwohl der nach sieben Pflichtspielen nur zwei Siege vorweisen kann und in Champions League und DFB-Pokal im Viertelfinale ausgeschieden ist.

Tuchel verordnet Auftanken nach energielosem Einsatz
Der Coach ist nach dem Nackenschlag durch die Mainzer auch ziemlich gebeutelt. „Sie kommen aus dem Nichts, es gab keine Drangphase, kein Aufbäumen. Dann hatten wir keine Energie mehr, darauf zu reagieren“, lauteten dessen Analyseversuche. „Dann geht es dahin“, sagt er zur zweiten Halbzeit. Eine Erklärung dafür fällt auch ihm nicht ein. „Ich weiß nicht, wieso“, sagte Tuchel. Trotz dem Dilemma will er seinem Team jetzt drei Tage frei geben. „Ich finde nicht, dass wir frisch aussehen. Wir brauchen ein bisschen Abstand“, lautet die Begründung.

Thomas Müller: Ratlos und „angeknackt“
Der Kapitän Thomas Müller begrüßte diese Auszeit sehr. Er wolle sie nutzen, um sich „von der eigenen Familie wieder aufpäppeln“ zu lassen. Das hat er bitter nötig. „Wir sind auf jeden Fall angeknackt“, hatte er nach dem 1:3 beklagt. Er sei „ratlos“ und habe „keine Erklärung“ für den erschreckenden Auftritt der Münchner.

Kahn will „keinen Millimeter nachgeben“
Der Sportvorstand Hasan Salihamidzic sprach von einem „Tiefpunkt“. Kahn hingegen, der nach dem bislang glücklosen Trainerwechsel von Julian Nagelsmann zu Tuchel zuletzt selbst in die Kritik geraten war, packte am Ende aber dann doch wieder der Ehrgeiz: Man wolle „keinen Millimeter nachgeben, auch nicht in dieser Saison“. – BR

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